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Spielebranche: Kurssturz bei Ubisoft durch "Games nicht besitzen"-Aussagen?

Minus zwölf Prozent in zwei Tagen: Der Aktienkurs von Ubisoft ist unter Druck geraten. Vielleicht haben Aussagen eines Managers dazu beigetragen.

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Niederlassung von Ubisoft in Montreal (Bild: ERIC THOMAS/AFP via Getty Images)

Eigentlich könnte Ubisoft den Jahresanfang genießen: Mit Prince of Persia – The Lost Crown hat das Studio eine weltweit in Tests hochgelobte (auch bei Golem.de) Neuerscheinung.

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Das gerade erst veröffentlichte Avatar – Frontiers of Pandora verkaufte sich trotz wenig Hype erstaunlich gut und steht in Deutschland laut Marktforschungsunternehmen Gfk Entertainment schon etwas länger ganz oben in den Verkaufscharts.

In den kommenden Monaten stehen unter anderem die Veröffentlichung von potenziellen Blockbustern wie Star Wars Outlaws und von dem in Japan angesiedelten Assassin's Creed Red bevor.

Dennoch ist der Aktienkurs innerhalb kurzer Zeit massiv gefallen: Am 16. Januar 2024 um rund acht Prozent, einen Tag später dann noch einmal um knapp fünf Prozent – inzwischen hat sich das Minus auf insgesamt 12 Prozent eingependelt.

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Die Gründe sind unklar, in den vergangenen Tagen gab es weder Gewinnwarnungen noch andere schlechte Nachrichten. Die einzigen auffälligen Neuigkeiten waren Aussagen des für den Streamingdienst Ubisoft+ zuständigen Managers Philippe Tremblay.

Der hatte im Gespräch mit Gamesindustry gesagt, dass "Spieler sich dran gewöhnen müssen, ihre Spiele nicht zu besitzen". Gemeint war das als Absage an das klassische Vertriebsmodell über in Schachteln verpackte Games im Handel und als Download mit Einzelverkauf.

Bei vielen Spielern kam das Statement extrem schlecht an. In sozialen Netzwerken finden sich bei der Suche nach dem Kursrutsch viele Beiträge mit Wortspielen wie dem, dass sich Ubisoft daran gewöhnen müsse, dass immer "weniger Menschen die Aktien des Unternehmens besitzen möchten".

Ob das Aktionäre verschreckt hat? Unklar, aber nicht sehr wahrscheinlich. Letztlich dürfte kaum jemand von den Aussagen von Tremblay überrascht worden sein, der schon mal von Microsoft und dem Spieleabo PC und Xbox Game Pass gehört hat.

Denkbar ist auch, dass die von dem Manager angekündigten Änderungen bei Ubisoft+ die Anleger nicht überzeugt. Grund: Ubisoft stellt das Spieleabo nicht zum ersten Mal um, was grundsätzliche Zweifel an der Strategie ausgelöst haben könnte.

Warten auf Inhalte von Activision Blizzard

Gleichzeitig fehlt jeder Hinweise auf ein stärkeres Engagement auf Xbox Series X/S und Playstation 5. Auch mit dem Einbinden von Inhalten, die Ubisoft von Activision Blizzard lizenziert hat, gibt es bislang keine Fortschritte.

Video: Prince of Persia - The Lost Crown (Trailer Gameplay) [1:49]

Ob das alles für das aktuelle Minus bei den Aktien verantwortlich ist, lässt sich aber nicht sagen. Möglicherweise trennte sich auch schlicht ein größerer Anteilseigner – warum auch immer – von einer größeren Menge an Aktien.