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Spielebranche: G2A findet Keys aus dubiosen Quellen

Eine Untersuchung bei G2A hat bestätigt, was die Spielebranche schon lange sagt: Der Key-Reseller verkauft auch mutmaßlich gestohlene Ware.
/ Peter Steinlechner
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Gamepad der Xbox One (Bild: Thomas Samson/AFP via Getty Images)
Gamepad der Xbox One Bild: Thomas Samson/AFP via Getty Images

Das tschechische Entwicklerstudio Wube Software kann sich freuen: Es erhält von dem Key-Reseller G2A rund 40.000 US-Dollar. Der Grund ist, dass sich G2A und Wube im Juli 2019 auf eine Art Wette geeinigt haben.

Die ging so: Wenn unabhängige Wirtschaftsprüfer bestätigen , dass über das Portal von G2A auch illegal erworbene Keys für das von Wube programmierte Aufbauspiel Factorio(öffnet im neuen Fenster) verkauft werden, erhält der Betroffene – in diesem Fall Wube Software – die entstandenen Schäden sowie einen Betrag in zehnfacher Höhe überwiesen.

Die Sache ist nun abgeschlossen – zwar ohne externe Prüfer, sondern nach einer internen Untersuchung. Dabei habe sich herausgestellt, dass von den 321 Keys, die Wube verdächtig erschienen waren, genau 198 unrechtmäßig über G2A verkauft worden waren. 123 Keys seien über andere Plattformen zu Geld gemacht worden.

Als Folge dieses Ergebnisses will G2A nun die vereinbarten rund 40.000 US-Dollar an Wube auszahlen. In einem Nebensatz in seinem Firmenblog(öffnet im neuen Fenster) macht der Key-Reseller gegenüber der Branche am 20. Mai 2020 noch ein Versprechen.

Das dürfte für die Spieleanbieter langfristig sehr wichtig werden – wenn es denn eingehalten wird: Ab sofort will G2A den Entwicklerstudios die Kosten für Rückbuchungen vollständig erstatten, falls diese nachgewiesenermaßen durch illegale Aktivitäten zustande gekommen sind.

Factorio – Trailer (Gameplay)
Factorio – Trailer (Gameplay) (02:22)

Diese Kosten entstehen, wenn etwa Kreditkartenunternehmen die mit gestohlenen Daten gekauften Transaktionen wieder rückgängig machen. Für jede Rückbuchung wird eine Gebühr von rund 20 US-Dollar verlangt, so dass schnell recht hohe Kosten entstehen – die bislang nicht G2A bezahlen musste, sondern die Entwickler.

Deshalb hatte ein Brancheninsider im Sommer 2019 gesagt, dass Spieler im Zweifel "lieber Schwarzkopien als Key-Reseller" verwenden sollten, weil die Studios so wenigstens die hohen Gebühren sparen. Vertreter der Spielebranche hatten G2A jahrelang vorgeworfen, nur halbherzig gegen den Verkauf gestohlener Keys über seinen Marktplatz vorzugehen.


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