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Spielebranche: EU geht gegen Geoblocking bei Steam vor

Valve als Betreiber von Steam steht im Mittelpunkt einer Untersuchung der EU-Kommission, die Vertriebsbeschränkungen bei PC-Spielen stoppen soll. Ebenfalls betroffen ist eine Reihe von Publishern.
/ Peter Steinlechner
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Logo von Steam (Bild: Valve Corporation)
Logo von Steam Bild: Valve Corporation

Die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager hat eine Untersuchung eingeleitet(öffnet im neuen Fenster) , bei der es um Geoblocking beim Vertrieb von PC-Spielen geht. Betroffen ist primär Valve mit seinem Onlineportal Steam, des Weiteren geht es um die Publisher Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media (bekannt als Deep Silver) und Zenimax – die Firma hinter Bethesda.

Die Unternehmen sollen den Vorwürfen zufolge gemeinsam verhindern, dass etwa Kunden aus Hochpreisländern wie Deutschland oder England ein Computerspiel über Steam in einem Land mit niedrigeren Preisen – genannt werden unter anderem Polen und Ungarn – kaufen können. Dabei geht es nicht um den Verkauf von Spielen über Steam, sondern um die Aktivierungsschlüssel, die etwa in einer Boxed Version zum Freischalten des eigentlichen Games enthalten sind.

Resident Evil 2 Remake – Fazit
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"In einem digitalen Binnenmarkt sollten die europäischen Verbraucher das Recht haben, Computerspiele unabhängig von ihrem Wohnsitz in der EU zu kaufen und zu verwenden" , kommentiert Vestager. "Die Verbraucher sollten nicht daran gehindert werden, in anderen Mitgliedstaaten einzukaufen, um das beste Angebot zu finden." Valve und die fünf PC-Videospielherausgeber werden ausdrücklich aufgefordert, sich zu den Vorwürfen der Kommissarin zu äußern.

Nach Auffassung der Kommissarin sollen sich die Publisher mit Valve abgesprochen haben. Außerdem sollen die fünf Publisher gemeinsam mit weiteren Vertriebsfirmen – also nicht Valve, Namen werden aber keine genannt – ähnliche Absprachen getroffen haben, und zwar sowohl über den Verkauf im stationären Handel wie über andere Downloadplattformen.

Die Untersuchung befindet sich noch in einem frühen Stadium. Die Unternehmen haben nun ausreichend Zeit, auf die Vorwürfe zu reagieren – eine konkrete Frist gibt es ausdrücklich nicht. Sollten sie sich gar nicht zu Wort melden oder sollten sich die mutmaßlichen Wettbewerbsverstöße bestätigen, drohen Strafen in Höhe von 10 Prozent des jährlichen weltweiten Umsatzes. Bislang hat sich keine der Firmen öffentlich in der Angelegenheit geäußert.

Nachtrag vom 5. April 2019, 18:25 Uhr

Valve hat sich in einer Pressemitteilung zu den Vorwürfen geäußert. Das Unternehmen schreibt, dass die Regionalsperren nur für etwa 3 Prozent aller Spiele gegolten hätten; gemeint ist der Zeitpunkt zu Beginn der Untersuchungen durch die EU-Kommission im Jahr 2013.

Ab 2015 habe Valve die Sperren aufgehoben – "es sei denn, diese Sperren waren aufgrund lokaler gesetzlicher Regelungen (z. B. der deutschen Jugendschutzgesetze) oder wegen Lizenzbegrenzungen der Partner erforderlich" , so das Unternehmen.

Außerdem schreibt Valve, dass die die Abschaffung von Regionalsperren bedeuten werde, "dass Publisher wahrscheinlich die Preise in weniger wohlhabenden Regionen erhöhen, um Preisarbitrage zu vermeiden" .


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