Spielebranche: Daedalic entlässt Mitarbeiter

Das Entwicklerstudio Daedalic Entertainment(öffnet im neuen Fenster) aus Hamburg trennt sich von zwölf Angestellten aus den Bereichen Produktion und Marketing. Außerdem sollen einige befristete Verträge nicht verlängert werden; momentan beschäftigt das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter. "Die Erlöse pro Titel sind zuletzt bei deutlich gestiegenen Kosten immer mehr zurückgegangen" , sagt Firmenchef Carsten Fichtelmann laut Gamesmarkt.de(öffnet im neuen Fenster) . "Wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir diese Entwicklung in unserer Struktur berücksichtigen." Fichtelmann bezeichnet die Situation als "bescheiden und düster" .

Daedalic hat gerade erst das von der Kritik sehr gelobte, selbst entwickelte Adventure Silence ( Test ) für Windows-PC, MacOS und Linux sowie für Playstation 4 und Xbox One, sowie das aus Spanien stammende Adventure Candle ( Test ) veröffentlicht. Demnächst steht das Weltraumabenteuer A Long Journey Home an und 2017 soll die Großproduktion The Pillars of the Earth (Adaption von Ken Folletts Die Säulen der Erde) erscheinen.
Daedalic gehört seit 2014 zur Bastei-Lübbe-Gruppe. Erst im Sommer hatte sich das Entwicklerstudio bei der Commerzbank ein Darlehen im zweistelligen Millionen-Euro-Volumen geliehen. Fichtelmann hatte bei dieser Gelegenheit davon gesprochen, das "Geschäft in den nächsten Jahren massiv auszubauen" und eine "gigantische Releasewelle" angekündigt.

Daedalic ist nicht das einzige deutsche Entwicklerstudio, das derzeit unter Druck steht. Derzeit müssen sich viele deutsche Spielefirmen von Mitarbeitern trennen - besondere Schlagzeilen hatte etwa Goodgames im August 2016 gemacht , das momentan immer noch größte deutsche Studio.
Anders als die meisten Mitbewerber ist Daedalic allerdings nicht im Free-to-Play-Segment unterwegs, sondern produziert und vertreibt Mid- und Vollpreisspiele. Allerdings verschärft sich auch in diesem Bereich der Konkurrenzdruck derzeit massiv, etwa durch das Überangebot auf Steam und die damit verbundenen Probleme, wie etwa der Auffindbarkeit von Spielen.



