Spielebranche: CD Projekt dank Cyberpunk 2077 extrem profitabel

Trotz der Startschwierigkeiten von Cyberpunk 2077: Der Publisher CD Projekt hat 2020 sehr viel Geld verdient - und sehr große Pläne.

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Artwork von Cyberpunk 2077
Artwork von Cyberpunk 2077 (Bild: CD Projekt Red)

Von einer derartigen Rendite träumen die allermeisten Unternehmen nicht mal: Das polnische Unternehmen CD Projekt hat 2020 bei einem Umsatz von 2.139 Millionen Zloty (rund 471 Millionen Euro) einen Nettogewinn von 1.154 Millionen Zloty (rund 254 Millionen Euro) erzielt. Mehr als die Hälfte der Einnahmen ist also als Profit in der Firmenkasse geblieben.

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Das hat CD Projekt wenige Tage vor der Bekanntgabe weiterer Geschäftszahlen vorab per Twitter veröffentlicht. Die Angaben sind noch nicht auditiert, dürften aber kaum oder gar nicht von den endgültigen Ergebnisse abweichen.

CD Projekt ist die Firma, zu der unter anderem das Entwicklerstudio CD Projekt Red sowie der Onlineshop Gog.com gehören.

Es braucht nicht viel Fantasie, um den hohen Gewinn zu erklären: Mit Abstand wichtigste Ursache dürfte die Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 sein, das am 10. Dezember 2020 auf den Markt gekommen ist. Zum Start hatte CD Projekt gemeldet, mehr als acht Millionen Exemplare vorab verkauft zu haben.

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Den bis dahin höchsten Gewinn hatte CD Projekt im Jahr 2015 nach dem Erscheinen von The Witcher 3 erzielt. Allerdings war das mit rund 342 Millionen Zloty (rund 75,3 Millionen Euro) wesentlich weniger Geld, wie Gamesindustry festgestellt hat.

Zumindest einen Teil der Einnahmen dürfte CD Projekt allerdings für Anwälte und mögliche Schadensersatzforderung zur Seite legen müssen: Großkanzleien haben in den USA mehrere Sammelklagen gegen die Firma eingereicht.

Dabei geht es um den Vorwurf, dass das Management seine Anleger über den Zustand und damit die Marktchancen von Cyberpunk 2077 getäuscht habe. Studiochef Adam Kicinski etwa hatte Ende November 2020 zu Analysten gesagt, das Spiel laufe auf der Xbox One und der Playstation 4 "überraschend gut".

Das war offensichtlich nicht richtig. Sony etwa hat das Spiel wegen technischer Probleme aus seinem Playstation Store entfernt.

Gerade erst hat CD Projekt Red allerdings im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters bekräftigt, dass Cyberpunk 2077 in jedem Fall so weit verbessert werden soll, dass es dem Unternehmen langfristig Einnahmen beschert.

In der zweiten Hälfte 2021 sollen die Grafik- und Technik-Updates von Cyberpunk 2077 mit speziellen Anpassungen für die Playstation 5 und die Xbox Series X/S erscheinen. Das Spiel läuft zwar problemlos auf den neuen Konsolen, dabei handelt es sich aber grundsätzlich um die gleiche Fassung wie für Playstation 4 und Xbox One, also ohne Effekte wie Raytracing.

Die ursprünglich für den Jahresanfang geplanten kostenlosen Inhaltserweiterungen erscheinen vermutlich frühestens Mitte 2021. Später soll es auch Kauf-Erweiterungen geben.

Ebenfalls noch im Jahr 2021 soll Witcher: Monster Slayer für iOS und Android auf den Markt kommen. Das Augmented-Reality-Spiel in der Art von Pokémon Go wird derzeit in einer Reihe kleinerer Märkte getestet.

Langfristig soll die Red-Engine (technische Basis von Cyberpunk 2077 und The Witcher) zu Red 2.0 ausgebaut werden. Ab 2022 will das Studio außerdem in der Lage sein, an zwei Großprojekten gleichzeitig zu arbeiten. Später sollen sogar noch mehr Titel simultan entstehen können.

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