Spielebranche: Berichte über QA-Arbeitsbedingungen bei Activision Blizzard
Die einflussreichen US-Magazine Polygon und Kotaku schreiben fast gleichzeitig in selbst recherchierten Artikeln über den Umgang von Activision Blizzard mit den Mitarbeitern seiner Qualitätssicherung. Warum die Meldungen fast zeitgleich erscheinen, ist nicht bekannt – möglicherweise haben Betroffene sich bei den Portalen gemeldet.
In den Artikeln geht es vor allem um drei Niederlassungen in Kalifornien, Texas und Minnesota – fernab der Firmenzentralen. Die Mitarbeiter dort testen Computerspiele wie Call of Duty oder World of Warcraft auf Bugs.
Dabei geht es normalerweise nicht um die sorgfältige Prüfung etwa der Balance, die anschließend mit den Designern besprochen wird, sondern um stundenlanges Abarbeiten der immer gleichen Abschnitte in unterschiedlichen Konfigurationen.
QA-Tester mit befristeten Verträgen
Polygon(öffnet im neuen Fenster) und Kotaku(öffnet im neuen Fenster) berichten übereinstimmend, dass die Arbeitsverhältnisse in der QA-Abteilung extrem schlecht seien.
Nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter sei fest angestellt, die meisten würden nur befristete Verträge erhalten – und dann nach wenigen Monaten ausgetauscht. An so etwas wie eine Karriereplanung sei nicht zu denken.
Das Gehalt sei niedrig, trotz der anspruchsvollen und anstrengenden Tätigkeit liege das Einstiegsgehalt im Normalfall bei rund 12 US-Dollar pro Stunde. Dafür würden oft Schichten von zehn Stunden und mehr erwartet. Krankenversicherung und andere Sozialleistungen würden nicht übernommen.
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Polygon schreibt, dass vor der Veröffentlichung von Call of Duty Black Ops Cold War (2020) einige Mitarbeiter 28 Tage hintereinander jeweils zwölf Stunden am Stück gearbeitet hätten. Viele der Betroffenen seien deshalb mental und psychisch angeschlagen – was die Arbeitgeber offensichtlich nicht weiter interessiert habe.
Auch das Betriebsklima wird als problematisch geschildert. Zum einen gebe es den starken Druck, durch gute Leistung und konformes Verhalten einen neuen oder sogar besseren Vertrag zu erhalten. Zum anderen gebe es zu wenige Trainings, in denen die Mitarbeiter über den Umgang etwa mit trans Personen unterrichtet würden, so dass es immer wieder zu Diskriminierung komme.
Activision Blizzard hat einige der Passagen des Berichts von Kotaku kommentiert. Unter anderem hat der Konzern auf Fortbildungen für jeden neuen Mitarbeiter im Hinblick auf Diskriminierung hingewiesen. Die Qualitätssicherung ist nicht Teil der Klage des kalifornischen Department of Fair Employment and Housing gegen Activision Blizzard .
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