Spielebranche: Auch buntes Spieleblut ist in China künftig verboten

Keine Glücksspielelemente, kein Blut und keine Leichen: Die Behörden in China haben ihre Richtlinien für die Freigabe von Computerspielen überarbeitet. Publisher wie Netease und Tencent haben außerdem weitere Verschärfungen bei der maximalen Spieldauer angekündigt.

Artikel veröffentlicht am ,
Spieler in der chinesischen Millionenstadt Jinan
Spieler in der chinesischen Millionenstadt Jinan (Bild: Greg Baker/AFP/Getty Images)

Viele Chinesen sind leidenschaftliche Gamer - entsprechende Messen und Veranstaltungen (Report auf Golem.de) sind gut besucht, mobilspielende Personen gehören zum Straßenbild. Die Behörden des Landes haben nun neue Richtlinien für den Freigabeprozess neuer Titel veröffentlicht. Sie sehen eine Reihe von Verschärfungen vor, die vor allem die Bereiche Gewalt, Glücksspielelemente und den Blick auf China und seine Geschichte betreffen.

Stellenmarkt
  1. SAP FI Key User w/m/d
    AVL List GmbH, Graz (Österreich)
  2. Senior DevOps Engineer (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Berlin, München, Wolfsburg
Detailsuche

Künftig dürfen Spiele in China keine Leichen mehr zeigen, auch Bluteffekte und Ähnliches sind untersagt. Dabei soll es laut Berichten in Magazinen wie Gizmodo nicht ausreichen, rotes Blut einfach in einer anderen Farbe darzustellen, wie es mit weiteren oberflächlichen Änderungen (Maschinen statt Menschen) jahrelang von den Jugendschutzbehörden in Deutschland geduldet wurde.

Verboten sind künftig Games mit Glücksspielelementen, etwa Poker und Mahjong. Auch Spiele, die einen kritischen Blick auf China oder seine Geschichte einnehmen, sollen keine Freigabe mehr erhalten. Das Beratungsunternehmen Nike Partners schreibt, dass die neuen Regelungen Ende April 2019 in Kraft träten. Für ihre Kontrolle ist eine neue Einrichtung namens State Administration of Press and Publication (SAPP) zuständig.

Der chinesische Spielemarkt gilt als der zweitgrößte der Welt. Insgesamt sollen 2018 in dem Land mit Games rund 30 Milliarden US-Dollar an Umsätzen erzielt worden sein - nur in den USA waren es mit 43 Milliarden US-Dollar noch mehr. Zum Vergleich: In Deutschland setzte die Branche im Jahr 2018 rund 4,37 Milliarden Euro um.

Golem Akademie
  1. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    16.–17. Dezember 2021, virtuell
  2. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management: virtueller Drei-Tage-Workshop
    6.–8. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Obwohl Gaming in China viele Arbeitsplätze geschaffen hat, beliebt ist und Publishern wie Tencent (Arena of Valor) und Netease die internationale Expansion ermöglichte, gehen die Behörden seit einigen Monaten restriktiv mit der Branche um. 2018 gab es erstmals einen mehrmonatigen Stopp bei der Freigabe neuer Mobile Games, der Rückstau ist immer noch nicht abgearbeitet.

Netease und Tencent verschärfen gerade - mutmaßlich unter Druck der Behörden - ihre Beschränkungen bei der Spielzeit jüngerer Gamer. Tenscent kündigte Mitte April 2019 an, dass Personen unter 16 Jahren die ausdrückliche Zustimmung ihrer Eltern zum Spielen benötigten, und selbst damit könnten sie künftig maximal zwei Stunden am Tag spielen, schreibt Gamesindustry. Bislang galt diese Vorgabe nur für Personen unter 13 Jahren.

Netease führte Ende Januar 2019 ähnlich strenge Beschränkungen ein. Solche Spielzeitsperren lassen sich nicht ohne Weiteres umgehen, weil bei der Anlage neuer Nutzerkonten die Angabe der Ausweisnummer vorgeschrieben ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


sofries 15. Mai 2019

Einfach nicht um den heißen Brei reden, sondern KONKRET ein Beispiel nennen. Dann kann...

Eisboer 24. Apr 2019

Offensichtlich ist der Markt groß genug, dass sich eine eigene Version lohnt. Sollen sie...

Micha_T 24. Apr 2019

Nicht überall auf der welt ist die trennung zwischen spiel und realität so fern. Ich...

Elektro Erhan 24. Apr 2019

*MORTAL KOMBAT.

Anonymer Nutzer 23. Apr 2019

Ich würde schlicht empfehlen beides zu kritisieren, dagegen sollte niemand etwas haben :)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Softwarepatent
Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten

Microsoft hat eine Klage um ein Software-Patent vor dem BGH verloren. Das Patent beschreibt Grundlagentechnik und könnte zahlreiche weitere Cloud-Anbieter betreffen.
Ein Bericht von Stefan Krempl

Softwarepatent: Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten
Artikel
  1. Ubisoft: Breakpoint bekommt Ausrüstung aus der Blockchain
    Ubisoft
    Breakpoint bekommt Ausrüstung aus der Blockchain

    Sogar eine Nummer ist digital eingraviert: Ubisoft startet in Ghost Recon Breakpoint ein Experiment mit einzigartigen Helmen und Waffen.

  2. Krypto: Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoin behalten
    Krypto
    Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoin behalten

    Ein Gericht hat entschieden, dass Craig Wright der Familie seines Geschäftspartners keine Bitcoins schuldet - kommt jetzt der Beweis, dass er Satoshi Nakamoto ist?

  3. Tim Cook: Apple traf geheime Absprache mit chinesischer Regierung
    Tim Cook
    Apple traf geheime Absprache mit chinesischer Regierung

    Tim Cook soll 2016 in China für Apple lobbyiert haben - der Deal soll 275 Milliarden US-Dollar wert sein. Öffentlich gemacht wurde die Absprache nicht.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM Weihnachtsgeschenkt (u. a. 3 Spiele kaufen, nur 2 bezahlen) • PS5 & Xbox Series X mit o2-Vertrag bestellbar • Apple Days bei Saturn (u. a. MacBook Air M1 949€) • Switch OLED 349,99€ • Saturn-Advent: HP Reverb G2 + Controller 499,99€ • Logitech MX Keys Mini 89,99€ [Werbung]
    •  /