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Spielebranche: Alexandre Amancio fordert radikales Umdenken bei AAA-Spielen

Der Ex- Assassin's-Creed -Entwickler Amancio hält kleinere Teams, klare Grenzen und weniger Management für den Schlüssel aus der AAA-Krise.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Assassin's Creed Unity (Bild: Ubisoft)
Artwork von Assassin's Creed Unity Bild: Ubisoft

Der frühere Assassin-s-Creed-Kreativchef Alexandre Amancio fordert ein grundlegendes Umdenken in der AAA-Entwicklung. In einem aktuellen Interview mit Games Industry(öffnet im neuen Fenster) beschreibt er die zunehmende Größe moderner Entwicklerteams nicht als Stärke, sondern als zentrales Strukturproblem.

Seine These: Sobald Projekte eine gewisse Teamgröße überschreiten, kippt die Dynamik. "Die Zukunft liegt in kleineren Teams" , sagt Amancio.

Aus seiner Sicht reagieren viele Studios reflexhaft mit immer mehr Personal auf steigende Komplexität und wachsende Budgets. Genau das verschärfe jedoch die Probleme.

"Sobald man auf über hundert Leute kommt, ändert sich die Dynamik komplett" , beschreibt Amancio seine Erfahrungen. Dann explodiere das Verhältnis von Management zu den tatsächlich am Spiel arbeitenden Personen: "Man braucht Leute, die Leute koordinieren, die Leute koordinieren" .

Weniger macht mehr – und besser

Statt gigantischer, monolithischer Teams plädiert Amancio für klar abgegrenzte, autonome Gruppen, die an einzelnen Systemen oder Features arbeiten. Entscheidend sei, dass Schnittstellen und Abhängigkeiten stabil blieben.

Solche Strukturen erlaubten Fokus und Eigenverantwortung, ohne das Gesamtprojekt aus den Augen zu verlieren – und reduzierten zugleich den organisatorischen Overhead, der in Großproduktionen häufig zur Innovationsbremse wird.

Assassin's Creed Unity – Fazit
Assassin's Creed Unity – Fazit (02:19)

Ein weiterer zentraler Punkt ist für Amancio die Bedeutung von Einschränkungen. "Beschränkungen sind das Geheimnis guter Kunst" , lautet seine zugespitzte Formel: Klare Vorgaben und begrenzte Ressourcen zwängen Teams dazu, bessere Lösungen zu finden.

Überdimensionierte Produktionen mit zu vielen Freiheiten führten dagegen leichter zu Kompromissdesign und austauschbaren Ergebnissen.

Amancio war bei Ubisoft als Creative Director für Assassin's Creed Revelations (Konstantinopel) und Unity (Paris). Heute ist er Senior Vice President of World-Building and IP Strategy beim Schweizer Publisher und Entwickler Funplus (State of Survival, DC – Dark Legion).


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