Spielebaukasten: Roblox-Manager äußert sich zu Kinderarbeit

Der Spielebaukasten Roblox erlaubt es seinen Kunden, eigene Inhalte zu erstellen und damit Geld zu verdienen - die Plattform erhält von den Umsätzen aber deutlich mehr davon als die Kreativen. Nun hat sich im Rahmen der Game Developers Conference (GDC) 2024 ein leitender Manager dazu geäußert und damit für kritische Schlagzeilen in der US-Fachpresse gesorgt.
Konkret hat Studiochef Stefano Corazza im Gespräch mit Eurogamer(öffnet im neuen Fenster) gesagt: "Stimmt: Man könnte behaupten, dass wir Kinderarbeit ausbeuten." Der Manager findet aber selbst ein anderes Szenario stimmiger: "Wir bieten Menschen überall auf der Welt die Möglichkeit, einen Job zu bekommen und sogar ein Einkommen zu erzielen."
Corazza nennt ein Beispiel: "Ich kann also 15 Jahre alt sein, in Indonesien in einem Slum leben, und jetzt kann ich mit einem Laptop etwas erschaffen, Geld verdienen und damit mein Leben bestreiten."
Offensichtlich findet Corazza das gut. Tatsächlich hat er hier allerdings ein Beispiel genannt, das viele Beobachter als Kinderarbeit einstufen würden. Laut der Definition des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums(öffnet im neuen Fenster) gilt unter anderem als Kinderarbeit, was "der körperlichen und geistigen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen schadet oder sie am Schulbesuch hindert" .
Positiv seien Tätigkeiten, mit denen "Kinder und Jugendliche ihren Eltern im Haushalt helfen oder in ihrer Freizeit ihr Taschengeld aufbessern" - das von Corazza beschriebene Szenario geht offensichtlich weit über Derartiges hinaus.
Der Termin mit Eurogamer und dem Manager verlief offenbar nicht ganz spannungsfrei. Jedenfalls habe sich auch die anwesende Pressesprecherin eingeschaltet - was eher unüblich ist - und darauf hingewiesen, dass die "große Mehrzahl der Personen, die auf Roblox Geld verdienen, älter als 18 Jahre ist" .
Kritik vom Playstation-Chef
Roblox muss sich schon seit Längerem mit Vorwürfen über Ausbeutung auseinandersetzen. Auch durch andere Spielekonzerne : Der langjährige Playstation-Chef Jim Ryan sagte im Jahr 2022 in Richtung von Roblox: "Auf der Playstation spielen viele Kinder und wir waren sehr vorsichtig bei allem, was sie möglicherweise ausbeuten könnte." Im Oktober 2023 gab er dann trotzdem sein Okay, Roblox über den Playstation-Store anzubieten.
Der Zugang zu Roblox ist Free-to-Play, viele der von Nutzern erstellten Inhalte und komplette Spiele müssen aber gekauft werden. Der Hersteller erhält davon eine Provision, was seine wichtigste Einnahmequelle darstellt.



