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Spiele für Playstation VR im Test: Von der Achterbahn des Horrors bis auf die Rennpiste

Autorennen mit Driveclub VR, rasante Action mit Rigs und Until Dawn plus Detektivarbeit mit Batman: Das Spieleangebot für Playstation VR ist vom Start weg umfangreich. Golem.de stellt die interessantesten Titel vor.
/ Peter Steinlechner
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Zum Start von Playstation VR gibt es ein vielfältiges Angebot an Spielen. (Bild: Sony)
Zum Start von Playstation VR gibt es ein vielfältiges Angebot an Spielen. Bild: Sony

Klar, der ganz große Blockbuster und Systemseller fehlt noch. Weder für Oculus Rift noch für HTC Vive oder Playstation VR gibt es bislang das eine, große Spiel, das unbedingt sein muss und für das sich die Anschaffung der Virtual-Reality-Hardware lohnen würde. Aber allein Sony hat für Playstation VR eine Reihe starker Titel veröffentlicht, die wir nach dem Ausprobieren in den vergangenen Tagen durchaus empfehlen können. Einige von ihnen bleiben erst mal länger auf der Festplatte der Konsole - entweder, weil sie sich so gut zum Vorführen für Bekannte und Verwandte eignen. Oder weil wir Lust haben, uns weiter mit den Spielen zu beschäftigen.

Playstation VR ausprobiert
Playstation VR ausprobiert (02:24)

Das Testen von VR-Games ist uns übrigens schwerer gefallen als das von "normalen" 2D-Titeln. Zum einen haben die Entwickler noch viel Arbeit vor sich, was die Gestaltung und das Design angeht. Während uns klassische Spiele fast nicht intensiv genug sein können, ist das bei Virtual Reality anders. Here They Lie oder Rigs etwa machen uns wirklich Spaß - aber sie sind auch verdammt anstrengend. Ein Grund: An einem normalen Bildschirm haben wir zumindest bei gut gestalteten Games immer alles Relevante im Blick. Bei VR ist das nicht unbedingt so: Bei Rigs etwa müssen wir uns ständig aktiv umblicken, wo welche Gegner oder Extras zu finden sind, was bei längeren Partien richtig Konzentration fordert.

Ein kleines Problem ist auch das Thema Übelkeit: Wir hatten bei fast keinem der hier vorgestellten Titel größere Probleme. Aber sobald ein Spiel auch nur für leichten Schwindel oder ein unschönes Gefühl im Magen gesorgt hatte, war der Test-Tag für uns weitgehend gelaufen. Wir hatten dann keine Lust mehr auf VR und haben auch bei eigentlich "harmlosen" Spielen sehr darauf geachtet, ob es wieder losgeht oder nicht und waren dadurch abgelenkt.

Driveclub VR

Ein Spiel, das noch sehr lange auf unserer Festplatte bleiben wird, ist Driveclub VR von den Sony-eigenen Evolution Studios. In der Virtual-Reality-Variante des schon länger erhältlichen Rennspiels sitzen wir tief im Chassis eines Sportautos und fahren dann fast wie mit einem echten Wagen über die Rennpisten. Das fühlt sich unfassbar echt an und macht zumindest uns tatsächlich sehr viel mehr Spaß als klassische Wettrennen am 2D-Monitor. Die Steuerung erfolgt mit dem Gamepad und mit Kopfbewegungen können wir uns die Landschaft um uns herum anschauen oder die Konkurrenz im Auge behalten.

Driveclub VR - Trailer (Launch)
Driveclub VR - Trailer (Launch) (00:51)

Die VR-Fassung von Driveclub orientiert sich bei den Modi und der Bedienung stark an der Standardversion. Allerdings gibt es nur sechs Pisten, darunter Japan und Schottland. Die Grafik sieht eigentlich wesentlich schwächer aus - für Virtual Reality haben die Entwickler offensichtlich Geometriedetails, Effekte und Farben heruntergeschraubt. In der Praxis gefällt uns Driveclub VR trotzdem besser, weil es als Gesamterlebnis schlicht beeindruckend wirkt. Neben den Rennen gibt es übrigens auch einen Cruise-Modus, in dem wir die Pisten in aller Ruhe befahren und bewundern können.
Driveclub VR: 40 Euro, Sony, USK ab 0 Jahre

Polygonwelt, Horror und Action mit Mechs

Rez Infinite

Ebenfalls eine "Fahrt" findet in Rez Infinite statt. Aber statt wie in Drivclub VR durch mehr oder weniger echte Landschaften sausen wir in dem Actionspiel von Enhance Games zu treibenden Elektrobeats durch eine surreale Polygonwelt, die an den Film Tron erinnert. Dabei feuern wir auf Roboter, herumfliegende Würfel und was uns sonst noch so in den Weg kommt. Den Weg durch die fantastischen Umgebungen können wir nicht beeinflussen, sondern nur mit einer Mischung aus Kopfbewegungen und Analogstick die Blick- und damit gleichzeitig auch die Schussrichtung.

Rez Infinite - Trailer (Launch)
Rez Infinite - Trailer (Launch) (02:19)

Rez Infinite steuert sich mit diesem Konzept ausgesprochen gut, und obwohl um uns herum ständig etwas los ist, fühlt sich das Ganze entspannt und fast schon ein bisschen meditativ an. Die Fahrt ist nach rund 90 Minuten beendet, eignet sich aber wegen der schönen Grafik und der Stimmung sehr gut für mehrfache Wiederholungen.
Rez Infinite: 30 Euro, Enhance Games, keine USK-Einstufung

Here They Lie

"Tick tack, Mitternacht - Zeit ins Bett zu gehen" : Mit diesen Worten beginnt das Horror-Adventure Here They Lie. Es spielt in einer überwiegend schwarz-weißen Welt, wir erkunden auf sehr linearen Wegen eine kleine Stadt mit Bahnhof, Marktplatz und Ähnlichem. Dabei passieren ständig unheimliche Dinge: Mal springen mysteriöse Figuren mit Schweinsköpfen durch eine U-Bahn, mal stemmt sich ein unheimliches Feuerwesen aus dem Boden. Und immer wieder spricht uns eine schöne junge Frau in einem auffallend gelben Kleid an und sagt seltsame Dinge.

Here They Lie - Trailer (Launch)
Here They Lie - Trailer (Launch) (01:52)

Here They Lie bietet in seinen rund fünf bis sechs Stunden keine Erklärung dafür, was vor sich geht. Dafür besticht das Spiel mit stimmungsvoller Grafik und schönen Animationen. Wer sich darauf einlässt, muss aber auch immer wieder mit Schockmomenten und Überraschungen vor sich sowie mit teils recht subtil eingesetzten Horrorelementen rechnen. Unterm Strich hat uns das Ganze Spaß gemacht - aber über ein bisschen mehr konkrete Handlung und weniger Mysteriöses hätten wir uns gefreut.
Here They Lie: 20 Euro, Sony Santa Monica/Tangentlemen, USK ab 16 Jahre

Rigs

Einen Eindruck davon, wie schnelle Action auf der Playstation VR aussehen wird, vermittelt in erster Linie Rigs - ein Actionspiel von Sony selbst. Darin kämpft der Spieler in fünfminütigen Matches in Arenen um den Sieg. Und zwar nicht zu Fuß, sondern in einem von vier Mechs, also riesigen Kampfmaschinen. Je größer das jeweilige Modell ist, über desto mehr Kampfkraft verfügt es. Dafür sind die kleineren Ausführungen schneller und wendiger und sie können sich etwa unter Brücken verstecken, was der Auseinandersetzung eine leicht taktische Komponente verleiht.

Rigs - Trailer
Rigs - Trailer (01:57)

Die Steuerung erfolgt wahlweise vor allem über die Blickrichtung oder per rechtem Analogstick - die Details erklärt ein gut gemachtes Tutorial. Die Kämpfe selbst sind dann sehr schnell, sehr heftig und wirkten teils spektakulär. Nebenbei: Wer das Headset zwischendurch mal absetzt und Rigs auf dem flachen Monitor verfolgt, sieht dort gefühlt fast ein anderes Spiel - der Unterschied zwischen VR und Standard ist gewaltig. Rigs macht Spaß und ist grafisch eine Wucht, aber nicht ganz einfach zu steuern und erfordert viel Konzentration. Bei der schnellen Action kann einem außerdem vergleichsweise leicht übel werden.
Rigs: 60 Euro, Sony, USK ab 12 Jahren

Der Dunkle Ritter, eine Achterbahn und Labore

Batman Arkham VR

Das Adventure Batman Arkham VR beginnt mit einem der wichtigsten Momente aus der Welt der Superhelden: Wir werden als kleiner Junge zum Zeugen, wie ein Gangster in einer dunklen Gasse unsere Eltern ermordet. Klar, wir sind in diesem Fall Bruce Wayne, also Batman - und so berührend, fast schon unheimlich haben wir diese Tat noch in keinem Film oder Spiel erlebt. Was folgt, ist dann zum Glück eine packend inszenierte, aber dennoch weniger aufwühlende Story um die Suche nach Robin und Nightwing.

Batman Arkham VR - Trailer
Batman Arkham VR - Trailer (01:20)

Arkham VR ist zwar wie die letzten, sehr guten Batman-Spiele bei Rocksteady entstanden und basiert auf dem Stil und dem Gameplay der Serie. Aber nur zum Teil: Statt auf Kämpfe konzentriert sich der Titel auf die akribische Untersuchung von Schauplätzen mit Scannern und anderen Hightech-Gadgets des Dunklen Ritters, das Spiel erinnert also eher an ein Adventure. Das macht Spaß und verhilft dem Spiel zusammen mit der aus der Ich-Perspektive erzählten Handlung zu fast durchgehender Spannung. Allerdings: Nach nur rund 1,5 Stunden ist das Abenteuer schon beendet, der Wiederspielwert hält sich in Grenzen.
Batman Arkham VR, Warner Bros IE, 20 Euro, USK ab 16 Jahren

Until Dawn: Rush of Blood

Eine Achterbahnfahrt als Horrortrip ist Until Dawn: Rush of Blood. Der Spieler saust in dem Rail-Shooter tatsächlich auf Gleisen durch eine düstere Achterbahn. Während der gut zweistündigen Fahrt ballert er auf ins Bild springende Monster aller Art, und zwar idealerweise mit den Move-Controllern - die gleichzeitig als Taschenlampe und als Schusswaffe fungieren, und die hier als Eingabegerät sehr gut funktionieren.

Until Dawn Rush Of Blood - Trailer (Launch)
Until Dawn Rush Of Blood - Trailer (Launch) (01:33)

Ähnlich wie der gelungene interaktive Film Until Dawn erzählt auch der VR-Ableger nebenbei eine interessante Geschichte, und auch die Entscheidungen des Spiels kommen vor, wenn auch in sehr abgeschwächter Form. Natürlich tauchen auch zahlreiche der Grusel- und Horrorelemente aus Until Dawn in der Achterbahnfahrt auf, vor allem der Hauptgegner. Das Ganze macht trotz der eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten und der kurzen Dauer sehr viel Spaß, ist aber natürlich nichts für empfindliche Gemüter.
Until Dawn: Rush of Blood: 20 Euro, Supermassive Games, USK-Freigabe ab 16 Jahren

The Assembly

Das Adventure The Assembly ist schon länger für die anderen VR-Plattformen und sogar als klassisches 2D-Spiel erhältlich, nun hat es Entwickler Ndreams auch für Playstation VR umgesetzt. Es versetzt uns in Labore, in denen wir nach und nach einer Art Verschwörung auf die Spur kommen, in der es um mysteriöse Mikroorganismen geht. Im Verlauf der recht linearen Handlung steuern wir zwei Figuren, mit denen wir Proben untersuchen, Schreibtische durchwühlen und Gespräche belauschen.

The Assembly - Trailer (Gameplay Progress)
The Assembly - Trailer (Gameplay Progress) (01:48)

Sehr gut gefällt uns die Steuerung: Wir können uns auf Tastendruck so durch die Räume bewegen, dass wir sofort in der gewünschten Haltung vor Gegenständen stehen - etwa mit einer erhobenen Hand vor einem Kühlschrank, dessen Tür dann ein einziger weiterer Klick öffnet. Die Handlung von Assembly fängt undramatisch an, gewinnt im Verlauf aber an Spannung. Die Rätsel würden wir uns etwas kniffliger und origineller wünschen.
The Assembly: 25 Euro, Ndreams, USK-Freigabe ab 12 Jahren


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