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In Schwarz-Weiß oder in Farbe?

Viele Figuren sind Analogien zu bekannten Spider-Man-Charakteren. So gibt es Cat Hardy, eine Version der Black Cat, ebenso wie Tombstone und andere Marvel-Varianten.

Ob Spider-Noir in Farbe oder in Schwarz-Weiß angesehen wird, ist Geschmackssache. Für Serienschöpfer Oren Uziel ist beides eine Hyperrealität. In Schwarz-Weiß soll die Serie dem Look der Film-Noir-Filme der Vierziger- und Fünfzigerjahre folgen – mit ausdrucksstarkem Kontrast, starkem Schattenspiel und einer extremen Atmosphäre.

Die Farbversion wiederum soll ihren eigenen Charme haben – nicht nur wirken, als wäre eben einfach in Farbe gedreht worden. Uziel wollte einen Look, der aussieht, als wäre ein alter Schwarz-Weiß-Film nachkoloriert worden.

Das hat ein ganz eigenes Flair, weil damit auch eine gewisse farbliche Unwirklichkeit einhergeht. Es gibt jedoch keine originär schwarz-weiße oder farbige Version, beide wurden Stück für Stück für den monochromen beziehungsweise farbigen Look bearbeitet(öffnet im neuen Fenster).

Denn es ist nicht so, dass in Farbe gedreht und dann das Material entsättigt wurde, bis ein monochromer Look entstand. Vielmehr gab es einen sogenannten Footage Split, das heißt, das digitale Filmmaterial wurde direkt nach dem Dreh genommen und jede Version für sich einem eigenen Color-Grading unterzogen.

Beim Dreh hatten die Macher dabei immer den schwarz-weißen Look im Sinn, darum wurden Kameras benutzt, die für die monochrome Darstellungsform optimiert wurden. Aber auch die Beleuchtung der einzelnen Szenen wurde so gestaltet, dass auf moderne LEDs verzichtet und stattdessen auf Licht gesetzt wurde, wie es auch in den Vierzigerjahren fürs Kino verwendet worden wäre.

Weil aber auch Farbe eingeplant war, musste das besonders auch bei der Farbpalette, den Kostümen und dem Make-up bedacht werden. Manche Farben konnten nicht genutzt werden, weil sie in Schwarz-Weiß schlecht aussehen. Die Farben selbst wiederum sind ausdrucksstark und intensiv, vergleichbar etwa mit dem Film Dick Tracy.

Ob aber nun in Farbe oder in Schwarz-Weiß, beide Versionen haben ihren Reiz und tragen dazu bei, Spider-Noir zu einer der ungewöhnlichsten und damit auch frischesten Superheldengeschichten zu machen. Vor allem aber ist die Serie natürlich ein Fest für alle, die ein Faible für das alte Kino und seine Geschichten haben.

Ob das für ein junges, modernes Publikum reicht, werden die nächsten Tage zeigen. Für Fans des Spider-Man-Mythos, aber auch für Film-Noir-Begeisterte ist Spider-Noir jedoch die Entdeckung des Jahres.


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