Spider-Man angespielt: "Ich bin die neugierige Spinne aus der Nachbarschaft"
Peter Parker führt Selbstgespräche. Das klingt jetzt vielleicht nicht so wichtig – ist es aber! Zum einen hilft uns der Held von Spider-Man in Kämpfen, indem er uns etwa Hinweise über die Schwachstellen eines Superschurken verrät. Zum anderen haben die Entwickler dem Helden eine gehörige Portion Humor verpasst: Beim Ausprobieren des Actionspiels mussten wir mehrmals lachen, weil sich Parker betont übermütig mit Sprüchen wie "Spider-Cop ist wieder unterwegs!" in die Schlacht stürzt.
Das wiederum bringt die per Funk mithörende, echte Polizistin Yuri Watanabe auf die Palme, worauf sich die beiden ein herzhaftes Wortgefecht liefern. Parker verspricht, das mit dem Spider-Cop sein zu lassen – und frotzelt Yuri nur Sekunden später mit einem brav gesäuselten: "Ich bin die neugierige Spinne aus der Nachbarschaft". Übrigens funktionieren diese Gags auch in der von uns angespielten deutschen Version hervorragend.
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Allerdings: Das vom kalifornischen Entwicklerstudio Insomniac Games(öffnet im neuen Fenster) nur für die Playstation 4 produzierte Spider-Man ist in erster Linie natürlich keine Quatschbude, sondern ein durchaus herausforderndes Actionspiel. Wir steuern Peter Parker aus der Schulterperspektive durch New York. Die acht großen Stadtbezirke sind zwar nicht ganz von Anfang an, aber recht früh frei zugänglich und vollgepackt mit Nebenmissionen, etwa mit Kämpfen gegen Kleinganoven und Straßengangs.
Wir haben zuerst eine frühe Mission mit dem aus Comics bekannten Schurken Wilson "Kingpin" Fisk angespielt. Darin stürmen wir mit computergesteuerten Polizisten ein Hochhaus und arbeiten uns dann über ein paar Stockwerke bis zu Fisk hoch. Das Kampfsystem wirkt fordernd: Wir müssen in relativ kurzer Zeit viele Tastenkombinationen auswendig lernen, um damit spezielle Kombos und Manöver gegen Feinde einzusetzen.
An einer Stelle bekommen wir es etwa mit Gegnern zu tun, die sich hinter Schilden verschanzen, was sie vollständig vor den Standardtritten und -hieben von Spider-Man schützt. Also müssen wir mit einer Taste unter ihnen hindurchrutschen, mit einer weiteren Taste in ihrem Rücken wieder aufspringen und dann mit einer dritten Taste im richtigen Moment zuschlagen; im Menü gibt es übrigens eine immer länger werdende Liste mit allen schon freigeschalteten Tastenkombinationen.
Der Sonne entgegenschwingen...
Am wichtigsten kommt uns allerdings die Möglichkeit vor, auf Knopfdruck Spinnenbolzen auf Feinde zu schießen. Das richtet keinen Schaden an, aber die (vollständig automatisch anvisierten) Opponenten werden so in einem Netz gefangen und können eine Zeit lang nicht an den Kloppereien teilnehmen.
Ein Stück weit erinnert das System aus Spider-Man an die Batman-Spiele von Rock Steady: Parker springt ähnlich schnell und halbautomatisch von Feind zu Feind, und beim letzten Gegner in der Nähe markiert eine Art Gong das Ende der Gefahrenlage. Allerdings sind Kombos in Spider-Man noch wichtiger. Das gilt zumindest im angespielten mittleren Schwierigkeitsgrad. Es gibt noch einen einfachen, in dem man wohl ohne großen Widerstand durch die Handlung kommt; ausprobiert haben wir das noch nicht.

Nachdem wir die Mission mit dem Kingpin geschafft hatten, konnten wir noch eine gute Stunde lang die Stadt frei erkunden und sausten an Spinnenfäden durch die Häuserschluchten. Das hat sich als eines der Highlights entpuppt. Die eigentliche Fortbewegung klappt zwar relativ einfach – wir müssen einfach nur in Reichweite von Gebäuden beim Schwingen die R2-Taste drücken, was zumindest wir vom ersten Augenblick an intuitiv richtig gemacht haben.
Allerdings gibt es recht schnell immer mehr Feinheiten zu entdecken: Wir können Parker regelrecht an Hauswände klatschen lassen und dort mit ihm langsam herumklettern, oder stehend (also im rechten Winkel) die Fassaden emporrennen. Zusätzlich können wir uns auf Tastendruck schnell bewegen, Saltos schlagen und so die Richtung ändern oder mit besonders viel Schwung an Dachkanten hochschießen.
Die Grafik macht einen überzeugenden Eindruck. Spider-Man ist ebenso wie die Gegner sehr aufwendig animiert, und in Missionen gibt es ständig richtig gute Zwischensequenzen zu sehen. Das virtuelle New York steckt voller Details, ohne dass wir dabei ständig wiederholte Module entdeckt hätten: Auf Dächern sehen wir manchmal hübsche Gärten oder Gaststätten, und auch auf den Straßen tobt typisches Großstadtleben mit Autos, Läden und Passanten – die uns nach einer geglückten Aktion sogar mal mit Applaus empfingen.
Ziemlich viele Fragen zu dem Programm sind noch offen – beispielsweise wissen wir noch nicht sehr viel über die Handlung. Allzu lange müssen wir allerdings nicht warten, um Antworten zu bekommen: Spider-Man soll am 7. September 2018 weltweit erscheinen. Wir sind schon neugierig, was die "Spinne aus der Nachbarschaft" darin alles erlebt.
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