Spider-Man 2 Vorschau: Zehn Dinge, die wir über die doppelte Spinne gelernt haben

Spoiler: Golem.de hat etwas mehr als drei Stunden von Marvel's Spider-Man 2 gespielt. Wir nennen ein paar Details zu Handlung und Szenario sowie zu Kampfsystem und Funktionen. Größere Überraschungen aus der Handlung verraten wir nicht.
Der Bibliotheksausweis: In einer Krisensituation hätten wir nie an persönliche Dokumente gedacht. Miles Morales aber schon, während er von uns gesteuert als Superheld durch riesige Starkstrommagneten krabbelt. "Hoffentlich funktioniert der Bibliotheksausweis trotz der elektrischen Felder nachher noch" , sagt er zu sich selbst.
Natürlich ist die Chipkarte in Marvel's Spider-Man 2 nicht das kleinste bisschen wichtig (jedenfalls, soweit wir wissen). Dennoch: Wir finden die von Miles per Sprachausgabe nur so nebenbei geäußerte Sorge um den Magnetstreifen erstens lustig, und zweitens passt sie wunderbar zu dem Helden und rundet seine Charakterzeichnung unaufdringlich ab.
Golem.de konnte mit Miles Morales und Peter Parker durch New York schwingen. Konkret haben wir einen längeren Abschnitt ein paar Stunden nach dem Start am Stück gespielt.
Wir wissen zwar nichts über den in Trailern sehr präsenten Venom und auch nicht darüber, wie Peter an den mysteriösen schwarzen Suit mit den Superkräften des Biestes gekommen ist. Dafür haben wir viel anderes Neues über den Titel gelernt.
1. Die doppelten Spideys Miles und Peter
Bekanntlich steuern wir in Spider-Man 2 die beiden Superhelden Peter Parker und den etwas jüngeren Miles Morales im Wechsel. Entwickler von Insomniac Games(öffnet im neuen Fenster) haben uns vor dem Hands-on gesagt, dass die beiden sich gut verstehen und zusammenarbeiten – aber sie sind keine besten Kumpel, die ständig gemeinsam abhängen.
Wir haben nicht aktiv zwischen den beiden Spider-Men gewechselt, was laut Beschreibung wohl so ähnlich funktioniert wie der Sprung zwischen den Hauptfiguren in GTA 5. Stattdessen gab es in jeder Mission einen vorgegebenen Helden, der Übergang erfolgt automatisch.
Es gibt drei Talentbäume im Spiel: einen separaten für jeden Spidey, bei dem es um individuelle Spezialkräfte geht. Und einen dritten für beide zusammen, mit dem wir Basiswerte für den Kampf – etwa die verschossenen Netze – sowie das Schwingen und Springen optimieren können.

2. New York ist eine Wucht!
So etwas wie die dritte Hauptfigur ist die Stadt New York, durch die wir uns mit Peter und Miles kämpfen. Wie in den Vorgängern können wir uns in der offenen Welt frei bewegen und ganz nach Lust und Laune durch die Häuserschluchten sausen.
Die Metropole soll ungefähr doppelt so groß sein wie im ersten Spiel. Neben Manhattan wird es Brooklyn und Queens als Schauplatz für Abenteuer geben. Auf der Übersichtskarte im Spiel befinden sich die beiden neuen Gebiete, getrennt durch den East River, rechts neben dem bekannten Areal, für die Anbindung sorgen sehr lange Brücken.
Grafisch macht die Metropole noch einen wesentlich detaillierteren Eindruck als in den schon beeindruckenden Vorgängern. Die Straßenschluchten wirken tiefer, die Hochhäuser höher und viel feiner ausgearbeitet sowie abwechslungsreicher. Auch auf dem Boden ist viel los, es gibt mehr Passanten.
3. Haupthandlung und Dienst an der Community
Die Kampagne spielt rund neun Monate nach dem Ende 2020 veröffentlichten Spider-Man Miles Morales ( Test auf Golem.de ) (g+). Peter ist in seinem Privatleben mit Familie und der komplizierten Beziehung zu Mary Jane beschäftigt.
Miles weiß nach Abschluss der Highschool nicht so richtig, welchen Lebensweg er einschlagen soll – in einer Mission hilft er im Auftrag seiner Mutter der Community in Brooklyn.
Wir konnten beim Hands-on einige Zwischensequenzen aus diesem eher persönlichen Bereich sehen. Wie schon in den Vorgängern fanden wir das erstaunlich interessant und berührend. Wir gehen aber davon aus, dass Spider-Man 2 neben privaten Momenten auch jede Menge Weltenrettung und heroische Situationen bieten wird. Die Stimmung ist etwas düsterer als in den Vorgängern.
4. Qualitäts- und Leistungsmodus
Das nur für die Playstation 5 verfügbare Spiel wird zwei Grafikmodi bieten: einen Qualitätsmodus und einen Leistungsmodus. Laut Insomniac Games kommt in beiden Raytracing zum Einsatz. Für welche Effekte genau, ist uns nicht bekannt, immerhin sind uns Spiegelungen aufgefallen.

Beim Anspielen gab es nur den Qualitätsmodus. Uns liegen keine Informationen zur Bildrate vor, wir tippen auf 30 fps. Obwohl der Anfang September 2023 gespielte Build rund sechs Wochen alt gewesen sein soll, haben wir weder Bugs noch Ruckler oder Slowdowns erlebt – alles hat sich ausgereift und flüssig angefühlt.
5. Superstarke Spezialkräfte
Ein zentrales Element der Handlung von Spider-Man 2 ist der schwarze, irgendwie von Venom stammende Spinnenanzug von Peter Parker. Das gute Stück hat massive Auswirkungen auf seine Kräfte: Über die L1-Taste kann er von Venom stammende Spezialkräfte abrufen.
Damit kann Peter mehrere Gegner mit Tentakeln ergreifen und sie auf den Boden donnern oder einen Feind mit einer schleimigen schwarzen Faust durch den Level schleudern. Diese Kräfte werden bei gedrückter L1 mit den Tasten rechts am Gamepad ausgelöst – in Trailern sieht das Kampfsystem kompliziert aus, tatsächlich ist es aber unkompliziert.
Kampfsystem, Spezialkräfte und Termin
Zwei Details sind uns aufgefallen: Zum einen funktioniert das Kampfsystem sehr zuverlässig. Selbst wenn wir uns mit dem Timing vertun – das Spiel hat unsere Befehle trotzdem ausgeführt, was in anderen Titeln nicht immer klappt. Zum anderen haben die Spezialkräfte, die allesamt unbegrenzt, aber mit Abklingzeit zur Verfügung stehen, eine schöne taktische Note, weil wir sie möglichst sinnvoll einsetzen sollten.
Für Miles Morales gibt es auf den gleichen Tasten halbwegs ähnliche Spezialangriffe auf Basis seiner altbekannten Stromschlag- und Energiekräfte. Wir müssen uns also nicht ständig umgewöhnen, wenn wir zwischen den beiden Helden hin und her wechseln.
Neben den Spezialkräften finden wir übrigens auch neue Gadgets wie zielsuchende Raketen, verbesserte Abhörtechnik für feindliche Gespräche und als Highlight riesige Spinnenbeine aus Stahl.
6. Schlagfertige Spideys
Abgesehen von den Superkräften orientiert sich das Kampfsystem an den Vorgängern – gut so, wir sind vom ersten Augenblick an damit klargekommen. Wir hatten den Eindruck, dass wir auch ohne die teils etwas komplizierteren Kombos ganz gut gegen die Feinde bestehen konnten, eben weil es die wirkungsvollen Spezialattacken gab.
Neu: Bei etwas kräftigeren Feinden reicht ein simples Ausweichen zur Seite nicht mehr aus, stattdessen müssen wir mit der L1-Taste ein besonderes Fluchtmanöver ergreifen – und zwar dann, wenn eine Korona um den Gegner gelb aufleuchtet.
7. Starke Superheldengegner
Wie gesagt: Dem im Verlauf der Handlung vermutlich extrem wichtigen Venom konnten wir bislang nicht Hallo sagen. Ein bekannter Oberboss, dem wir begegnet sind, ist der ohne Superkräfte agierende Jäger Kraven mit seinem Team aus gut ausgerüsteten Elitekriegern.
Tatsächlich hatten wir beim Anspielen die größten Probleme in einem Kampf mit einem dieser Typen, der uns in einem Bärenkostüm angriff und sich als extrem zäher Brocken entpuppte. Allerdings war das ziemlich am Anfang der Session und wir waren noch nicht ganz drin im Spiel (bei der nächsten Begegnung machen wir den Typen hoffentlich gleich fertig!).
Wir haben auch einen richtigen Bosskampf mit einem Superheldengegner erlebt, dazu schreiben wir hier aber nichts. Jedenfalls war der Kampf fantastisch in Szene gesetzt, kurzweilig und knallhart – ein Highlight, auf dessen Wiederholung in der Testversion wir uns freuen.
8. Missionen
Über die gespielten Missionen könnten wir hier sehr viel schreiben – aber just das wären Spoiler. Deshalb halten wir es etwas abstrakter und kurz: Im ausprobierten Kampagnenabschnitt haben wir fast immer abwechselnd Peter und Miles gesteuert, gemeinsam waren die beiden dabei nie unterwegs, von Zwischensequenzen einmal abgesehen.
Kämpfe standen im Fokus, aber nicht nur. In einer längeren und amüsant inszenierten Quest sind wir vollständig ohne Prügelei ausgekommen, stattdessen ging es nur um Schleichen und Feinde ablenken – aber auf besondere Art.
9. Durch Häuserschluchten schwingen
Das Fortbewegungssystem in Spider-Man 2 funktioniert sehr ähnlich wie in den Vorgängern. Wir können allerdings noch mehr Schwung holen und uns höher in die Luft schleudern lassen – ein großer Spaß. Umgekehrt scheint das System uns ganz gerne mal automatisch fast direkt über den Boden sausen zu lassen, falls das nicht doch unser unfassbares Können am Analogstick gewesen ist.







Eine Besonderheit sind Wingsuit-Flügel im Anzug von Miles, mit denen wir auch mal über längere Zeit geradeaus sausen können, was in einigen Missionen nötig ist. Übrigens stammen die Flügelchen aus früheren Comics mit Spider-Man.
10. Termin und Editionen
Laut Sony soll Marvel's Spider-Man 2 am 20. Oktober 2023 für die Playstation 5 auf den Markt kommen. Eine etwas teurere Digital Deluxe Edition enthält ein paar digitale Extras, darunter zwei Fertigkeitenpunkte. Es gibt keinen Multiplayer, auch kein Koop.
Für rund 250 Euro gibt es außerdem eine Collector's Edition mit einer kleinen Statue von Venom, den zwei Spider-Men angreifen, sowie weitere Fanartikeln und natürlich das Spiel selbst. Wer dann noch Geld übrig hat: Passend zu Spider-Man 2 gibt es ein offizielles Cover für die Playstation 5 (rund 60 Euro) und einen Dualsense (rund 80 Euro).



