Spezialdienste: Telekom will Startup-Umsatz für schnellere Datendienste
Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, hat bereits ein erstes Geschäftsmodell nach der Abschaffung der Netzneutralität ausformuliert. In einem Beitrag im Blog des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) erklärte Höttges, das EU-Parlament habe einen Kompromiss gebilligt , der durchaus ausgewogen sei: "Gegen unseren Wunsch gibt es Regeln zur Netzneutralität und damit mehr Regulierung. Gleichzeitig bleibt es aber möglich, auch in Zukunft innovative Internetdienste zu entwickeln, die höhere Qualitätsansprüche haben. Das sind die so genannten Spezialdienste."
Gerade Startups brauchten "Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern überhaupt mithalten zu können" . Google und andere könnten sich weltweite Serverparks leisten, um die Inhalte näher zu den Kunden zu bringen und die Qualität ihrer Dienste so verbessern. "Das können sich Kleine nicht leisten. Wollen sie Dienste auf den Markt bringen, bei denen eine gute Übertragungsqualität garantiert sein muss, brauchen gerade sie Spezialdienste. Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur" , führte der Konzernchef aus.
Die Aussagen der Telekom sind nicht neu: Bereits im März 2015 hatte Konzernsprecher Philipp Blank in einem Gastbeitrag für das Kundenmagazin der Weberbank in dieselbe Richtung argumentiert. "Ein staatlich diktiertes Einheitsnetz" dürfe es nicht geben. Der Logik der Befürworter der Netzneutralität folgend, müsse auch ein Expressversand für Pakete, die 1. Klasse in der Bahn sowie First und Business Class bei Flugreisen abgeschafft werden, und alle Hotels dürften nur einheitliche Standardzimmer anbieten, schrieb Blank.
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