Abo
  • Services:
Anzeige
Wikimedia hat wieder mehrere Millionen Euro eingesammelt.
Wikimedia hat wieder mehrere Millionen Euro eingesammelt. (Bild: Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Spendenaufruf: Wikipedia sammelt 8,7 Millionen Euro

Wikimedia hat wieder mehrere Millionen Euro eingesammelt.
Wikimedia hat wieder mehrere Millionen Euro eingesammelt. (Bild: Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Während der Weihnachtszeit hat die Online-Enzyklopädie Wikipedia wieder wochenlang Spendenbanner geschaltet - mit Erfolg. Doch die Kritik am großen Geldeinsammeln reißt nicht ab. Wozu braucht die Wikimedia-Stiftung so viel Geld?
Von Jan Weisensee

"In den letzten sieben Wochen haben sich 422.033 Menschen entschieden, Wikipedia mit einer Spende etwas zurückzugeben", informiert die deutsche Startseite der Enzyklopädie unter Wikipedia.de. "Mit Ihren Spenden können wir das umsetzen, was wir uns für das Jahr 2017 vorgenommen haben."

Anzeige

Wie jedes Jahr, rief die amerikanische Wikimedia-Stiftung, die Wikipedia betreibt, in den Wochen vor Weihnachten zum Spenden auf. Damit werde "Wikipedias Unabhängigkeit" geschützt und eine der beliebtesten Seiten im Internet, die "von einer kleinen Non-Profit-Organisation" am Laufen gehalten werde, bleibe werbefrei.

Kritik am vielen Geld

Trotz weithin stabiler Besucherzahlen reißt die Kritik an der Verwendung der Spenden nicht ab. Die Stiftung benutze die Webseite Wikipedia nur, um Geld für andere Projekte einzusammeln. Es werde der Eindruck erweckt, die Spenden seien notwendig, um Wikipedia am Leben zu erhalten. Dies sei jedoch irreführend, denn das Bereitstellen der Online-Enzyklopädie selbst sei eher preisgünstig.

Bereits 2015 beschwerte sich der frühere Wikimedia-Mitarbeiter Pete Foresyth in der Washington Post, die alljährlichen Spendenaufrufe seien "ein Werbebanner, der behauptet 'Wir werden niemals Werbebanner schalten'".

Wie viel Vorsorge muss sein?

Der Ansatz, so viel Geld wie möglich zu sammeln, um für schlechte Jahre vorzusorgen, ist in der Welt der Non-Profits nicht unüblich. Damit könnte sich Wikimedia für Jahre wappnen, in denen einmal weniger üppig gespendet wird. Aber kann man es übertreiben? Was kostet es wirklich, eine der meistbesuchten Webseiten der Welt am Laufen zu halten?

Im vergangenen Jahr hat Wikimedia nach eigenen Angaben insgesamt rund 75 Millionen Euro Spenden eingenommen. Damit finanzierte sich die Stiftung zu 95 Prozent aus Spendenaufkommen. Auf der Ausgabenseite wartet dagegen Kontroverses: Mit jährlich über 30 Millionen Euro fließt der größte Teil des Wikimedia-Budgets in die Gehälter der rund 280 Mitarbeiter. Das entspricht rechnerisch einem durchschnittlichen Jahresgehalt von über 100.000 Euro pro Mitarbeiter. Außerdem zahlt die Stiftung ihren Angestellten Kochkurse, monatliche Massagen im Büro und freie Fitnessstudio-Mitgliedschaften.

  • Verteilung der Ausgaben der Wikimedia-Stiftung 2015-2016 (Grafik: Golem.de/Quelle: Finanzbericht Wikimedia)
Verteilung der Ausgaben der Wikimedia-Stiftung 2015-2016 (Grafik: Golem.de/Quelle: Finanzbericht Wikimedia)

Für erfahrene IT-Experten und Programmierer sind solche Gehälter und Extras nicht ungewöhnlich, vor allem in einem höchst kompetitiven Umfeld wie dem Silicon Valley. In der Non-Profit-Welt sind sie aber eher am oberen Rand der Skala angesiedelt. Das stört manche in der Community, denn Wikipedia gilt als Gemeinschaftsprojekt, das auf den Beiträgen freiwilliger Autoren aufbaut und nicht auf Millionenspenden zur Finanzierung gut bezahlter Vollzeitmitarbeiter.

20 Jahre Wikipedia ohne Spenden

Die reinen Serverkosten für die Wikimedia-Projekte, also das Hosten von Wikipedia und anderen Seiten, kostet dagegen jährlich weniger als zwei Millionen Euro. Mit ihren Barreserven von derzeit rund 45 Millionen Euro könnte die Stiftung rechnerisch also über 20 Jahre lang die Wikipedia-Server bezahlen, ohne einen einzigen Euro Spenden einzusammeln.

Eine solch simple Rechnung ist natürlich mit Vorsicht zu betrachten, denn Wikipedia möchte nicht einfach 20 Jahre lang stillstehen. Die Enzyklopädie soll wachsen und besser werden und das kostet Geld. "Die Mehrheit der bezahlten Mitarbeiter arbeitet im Tech-Bereich", sagt ein erfahrener Wikipedianer, der die Stiftung von innen kennt. Sie seien für die Wartung der Server-Infrastruktur sowie für die Weiterentwicklung der Wiki-Software zuständig. "In diesem Bereich gibt es eine hohe Fluktuation, und wenn man nicht aufpasst, wechseln gute Leute schnell zu Facebook oder Google."

Wikimedia ist in vielen Bereichen tätig 

eye home zur Startseite
SchreibenderLeser 26. Jan 2017

Das ist in bestimmten Maßen korrekt, ja. Sie ist unabhängig von externen Geldgebern wie...

Themenstart

jum 06. Jan 2017

Wieso? Weil ich eine solchen Betrag leicht zu spenden vermag. Weil ich Inhalte auf...

Themenstart

AgentBignose 06. Jan 2017

Sehe ich ganz genauso. Die Kritik kann ja durchaus für mache Bereiche der Deutschen...

Themenstart

Netzreisender 05. Jan 2017

Im September 2016 hatte ich vor, am Fotowettbewerb "Wiki Loves Monuments" teilzunehmen...

Themenstart

helgebruhn 05. Jan 2017

Ist schon seit Jahrzehnten so. Das Schulsystem ist desolat ohne Ende, hab genug Freunde...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke Heidelberg GmbH, Heidelberg
  2. State Street Global Exchange, Frankfurt
  3. über Hays AG, München
  4. ING-DiBa AG, Nürnberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 69,99€
  3. 19,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Denverton

    Intel plant Atom C3000 mit bis zu 16 Goldmont-CPU-Kernen

  2. Trotz Weiterbildung

    Arbeitslos als Fachinformatiker

  3. Klage gegen Steuernachzahlung

    Apple beruft sich auf europäische Grundrechte

  4. 3D Studio

    Nvidia spendiert Qt Hunderttausende Zeilen Code

  5. Horizon Zero Dawn im Test

    Abenteuer im Land der Maschinenmonster

  6. Qualcomm

    Snapdragon 210 bekommt Android-Things-Unterstützung

  7. New Radio

    Qualcomm lässt neues 5G-Air-Interface testen

  8. Snapdragon X20

    Qualcomm kündigt 1,2-GBit/s-LTE-Modem an

  9. Gesetzentwurf

    Streit über Handy-Kontrolle von Asylbewerbern

  10. Kryptomessenger

    Signal ab sofort ohne Play-Services nutzbar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Kernfusion: Angewandte Science-Fiction
Kernfusion
Angewandte Science-Fiction
  1. Kernfusion Wendelstein 7-X funktioniert nach Plan

MX Board Silent im Praxistest: Der viel zu teure Feldversuch von Cherry
MX Board Silent im Praxistest
Der viel zu teure Feldversuch von Cherry
  1. MX Board Silent Mechanische Tastatur von Cherry bringt Ruhe ins Büro
  2. Smartphone TCL will neues Blackberry mit Tastatur bringen
  3. Tastaturhülle Canopy hält Magic Keyboard und iPad zum Arbeiten zusammen

Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2): 4K-Hardware ist nichts für Anfänger
Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2)
4K-Hardware ist nichts für Anfänger
  1. Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 1) 4K-Filme verzeihen keine Fehler
  2. Deutsche Verkaufszahlen Unberechtigter Jubel über die UHD-Blu-ray
  3. 4K Blu-ray Sonys erster UHD-Player kommt im Frühjahr 2017

  1. Selbst für LiMuX

    gadthrawn | 15:13

  2. Fachinformatiker = Taxidiplom

    TC | 15:13

  3. Re: Also doch nicht 10 Jahre Berufserfahrung ...

    der_wahre_hannes | 15:13

  4. Re: Wen wundert das jetzt?

    AngryFrog | 15:11

  5. Re: Die USA machen es vor und...

    TrollNo1 | 15:11


  1. 15:00

  2. 14:45

  3. 14:13

  4. 14:12

  5. 14:00

  6. 13:30

  7. 13:30

  8. 13:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel