Speichertechnik: Microsoft schreibt Superman-Film in Glas

Superman in Glas: Microsoft hat den Film Superman in einem Speichermedium aus Glas gespeichert. Ziel von Project Silica(öffnet im neuen Fenster) ist, ein effektives, robustes Speichermedium für die Zukunft zu entwickeln.
Das gläserne Speichermedium ist quadratisch und hat mit einer Kantenlänge von 7,5 cm und einer Dicke von 2 mm in etwa die Größe eines Bierdeckels. Beschrieben wird es mit einem Laser, der die Daten in winzigen dreidimensionalen Gittern anordnet. Neben der Position auf der x-,y- und z-Achse kommen als Parameter noch die Ausrichtung der Nanostruktur sowie die Größe der Struktur hinzu. Das Auslesen erfolgt mit Maschinenlernen-Algorithmen, die die Bilder und Muster decodieren, die entstehen, wenn polarisiertes Licht durch das Glas fällt.
Vorteil des Glasspeichers ist seine Widerstandsfähigkeit: Das Quarzglas könne große Hitze aushalten, sei unempfindlich gegen magnetische Einflüsse und überstehe Überschwemmungen und andere Umweltbedrohungen, die unbezahlbare historische Archive oder kulturelle Schätze zerstören könnten, erklärt Microsoft.
Die Idee, einen Film in dem Medium zu speichern, kam von Warner Bros. Das Filmunternehmen suchte für sein umfangreiches Archiv nach einem sicheren Speicher, der Wasser ebenso standhalte wie Sonneneruptionen und der keine konstante Temperatur und keine ständige Pflege benötige, sagte Vicky Colf, Technikchefin bei Warner. Dabei seien sie auf das Project Silica gestoßen und und hätten Microsoft kontaktiert.

"Den ganzen Superman-Film in Glas zu speichern und ihn dann auch wieder auslesen zu können, ist ein wichtiger Meilenstein" , sagte Azure-Technikchef Mark Russinovich(öffnet im neuen Fenster) . "Ich sage nicht, dass damit alle Fragen vollständig beantwortet wurden, aber es sieht so aus, als seien wir jetzt so weit, dass wir an der Verfeinerung und der Versuchsdurchführung arbeiten, anstatt uns die Frage zu stellen: 'Können wir das?'"
Project Silica ist eine Kooperation von Microsoft Research und der Universität von Southampton in Südengland. Die Forscher um Peter Kazansky arbeiten schon seit mehreren Jahren an dem Glasspeicher. 2013 konnten sie erstmals eine 300 KByte große Testdatei in Glas speichern. 2016 präsentierten sie eine Glasscheibe von der Größe einer 2-Euro-Münze mit einer Kapazität von 360 TByte .