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Speichermedien: Gefälschte Samsung 990 Pro nur noch schwer zu erkennen

Neue Fälschungen der Samsung 990 Pro nutzen leistungsfähige Controller, um Käufer zu täuschen. Erst bei großen Datenmengen bricht die Rate ein.
/ Nils Matthiesen
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Gefährlich gute Samsung-SSD-Fälschungen aufgetaucht (Bild: Akiba PC Hotline!)
Gefährlich gute Samsung-SSD-Fälschungen aufgetaucht Bild: Akiba PC Hotline!

Samsungs SSDs der 990-Pro-Serie gehören zu den leistungsstärksten NVMe-Laufwerken am Markt und sind dementsprechend häufig Ziel von Fälschern . Während frühere Plagiate oft leicht an minderwertiger Hardware erkennbar waren, erreicht eine neue Generation von Fake-Modellen überraschend hohe Leistungswerte. Wie das japanische Portal Akiba PC Hotline berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sind diese Kopien optisch und technisch deutlich schwerer zu identifizieren.

Die Verpackung der gefälschten 1-TByte-Version gleicht dem Original fast bis ins Detail. Ein äußeres Unterscheidungsmerkmal ist eine Kunststofflasche an der Oberseite der Box für die Aufhängung im Einzelhandel, die beim Originalprodukt fehlt. Zudem gibt es subtile Abweichungen beim Etikett auf dem Laufwerk selbst: Während die Schrift beim Original in einem leichten Grauton gehalten ist, leuchtet sie beim Fake in reinem Weiß.

Leistungsfähiger Controller täuscht Käufer

Technisch setzen die Fälscher auf den Controller-Typ Maxio MAP1602. Dieser ermöglicht es der Plagiat-SSD, in Benchmark-Tests ordentliche Ergebnisse zu liefern, die nicht sofort auffallen. Bei sequenziellen Lesevorgängen erreicht das gefälschte Modell bis zu 7.200 MByte/s, was nur knapp unter den spezifizierten 7.450 MByte/s des Originals liegt. Auch die Schreibgeschwindigkeit von rund 6.100 MByte/s suggeriert zunächst ein authentisches Produkt.

Der verbaute Flash-Speicher entspricht in der Kapazität zwar dem angegebenen Terabyte, doch gibt es qualitative Unterschiede beim NAND-Typ. Während Samsung eigenen 176-Layer V-NAND (TLC) nutzt, kommt beim Fake vermutlich günstigerer QLC-Speicher zum Einsatz. Die Täuschung funktioniert deshalb so effektiv, weil der Maxio-Controller modern ist und auch in legitimen Mittelklasse-SSDs anderer Hersteller verbaut wird.

Einbruch der Schreibrate nach Cache-Erschöpfung

Die gravierenden Unterschiede zeigen sich bei der Handhabung großer Datenmengen. Der entscheidende Schwachpunkt der Fälschung ist das Fehlen eines dedizierten DRAM-Caches. Während die echte Samsung 990 Pro auch nach hunderten Gigabyte konstante Schreibraten von über 1,5 GByte/s beibehält, bricht die Leistung der Kopie ein, sobald der SLC-Cache gefüllt ist. In Langzeittests mit H2testw sank die Rate auf 132 MByte/s, während ein 370-GiB-Kopiertest rund 261 MByte/s ergab.

Auch die Identifikation per Software ist nicht immer eindeutig. Tools wie Samsung Magician oder CrystalDiskInfo flaggen die SSD nicht zwangsläufig sofort als Fälschung, zeigen jedoch Unstimmigkeiten bei den Spezifikationen und Funktionen an. Letztlich entlarvt oft erst ein Blick auf die Platine das Produkt: Die Beschriftung des Controllers als MAP1602 weicht klar vom Samsung-eigenen Design ab.


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