Speichermanagement: Meltdown-Patch für Windows 7 selbst eine Sicherheitslücke
Microsofts Patch für die CPU-Sicherheitslücke Meltdown (CVE-2017-5754) hat selbst für große Sicherheitsprobleme gesorgt – allerdings nur in Kombination mit Windows 7 und Windows Server 2008 R2, jeweils in der 64-Bit-Version. Ein Fehler in der Page-Table-Verwaltung sorgte dafür, dass Inhalte des eigentlich geschützten Kernelspeichers von beliebigen Prozessen auf dem Rechner ausgelesen werden konnten. Der Fehler wurde von dem Entwickler Ulf Frisk gefunden(öffnet im neuen Fenster).
Durch den Fehler konnten normale Anwenderprozesse auf Inhalte des Kernelspeichers zugreifen. Genau das sollte mit dem Meltdown-Patch allerdings eigentlich verhindert werden. Meltdown ermöglicht ähnliche Angriffe, diese sind jedoch nicht so umfangreich und einfach auszunutzen wie das durch den fehlerhaften Patch ausgelöste Sicherheitsproblem. Nach Angaben von Frisk können geschützte Daten mit einer Bandbreite von mehreren Gigabyte pro Sekunde ausgelesen werden. Die Prozesse brauchten dabei keine besonderen Berechtigungen, um den gesamten Inhalt des Speichers auszulesen ('zu dumpen').
Angriff benötigt physischen Zugang
Der von Frisk beschriebene Fehler benötigt physischen Zugang zum Gerät, lässt sich also anders als Meltdown nicht aus der Ferne ausnutzen. Der Fehler liegt in der Page-Map-Level 4(öffnet im neuen Fenster) (PML4). Dort wird an vorhersehbarer Stelle (0xfffff6fb7dbed000) die Berechtigung für Inhalte des Kernelspeichers fälschlicherweise auf den Benutzer festgelegt. PML4 ist die Seitentabellenverwaltung des Speichermanagements der CPU.

Microsoft hat das fehlerhafte Update mittlerweile mit dem März-Patchday korrigiert. Nutzer sollten dieses also umgehend einspielen. Die Meltdown-Sicherheitslücke ermöglicht einem Angreifer über die sogenannte Out-Of-Order-Ausführung von Befehlen, Zugriff auf Speicherinhalte zu erlangen, die für ihn eigentlich nicht erreichbar sind. Sowohl für Betriebssysteme als auch für kritische Anwendungen wie Browser gibt es Patches gegen das Problem.
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