Speicherkrise: Micron kann nur zwei Drittel des RAM-Bedarfs abdecken

Der Speicherhersteller Micron hat für das erste Geschäftsquartal 2026 starke Umsatzsteigerungen bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) . Es wurden 13,64 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 57 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Das liegt vor allem an der starken Nachfrage nach DRAM und HBM-Modulen durch den anhaltenden KI-Trend. Die DRAM-Sparte hat um 69 Prozent zulegen können. Bei NAND-Speicher sind es 22 Prozent Wachstum.
Allerdings gesteht das Unternehmen auch ein, dass es die hohe Nachfrage nicht vollständig abdecken kann. Tatsächlich reichen die Kapazitäten in Zukunft für die Hälfte bis etwa zwei Drittel der Nachfrage aus.
Das Unternehmen erwartet auch eine hohe Nachfrage nach HBM. Diese schnelle Art Speicher benötigt allerdings dreimal so viel Platz auf dem Wafer und kann deshalb nur in geringerer Stückzahl hergestellt werden.
Aktie springt wild
Die Micron-Aktie(öffnet im neuen Fenster) musste durch die Ankündigung einen Kursabfall um sieben Prozent hinnehmen. Kurz darauf stieg sie aber schlagartig um etwa zehn Prozentpunkte an. Anleger nutzten hier den geringeren Preis wohl direkt, um in das Unternehmen zu vergleichsweise guten Konditionen zu investieren.
Insgesamt bleibt der Wert in dieser Woche aber mit -2,7 Prozent weiterhin leicht unter dem Vorwochenwert. Im Jahresrückblick konnte der Konzern seinen Marktwert mehr als verdoppeln und steht mit 110 Prozent im Plus.
Erst vor kurzem kündigte Micron die Schließung der Marke Crucial und damit quasi den Rückzug vom Endkundenmarkt an. Das Unternehmen will sich größtenteils auf den Verkauf von Arbeitsspeicher an Enterprise-Kunden fokussieren, obwohl einige Endkundensegmente weiterhin bedient werden sollen. Die Margen seien dort wesentlich besser und das Potenzial für Wachstum höher.



