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Speicherkrise: Auch SSDs sind mittlerweile 80 Prozent teurer geworden

Nicht nur RAM und Grafikkarten verteuern sich merklich. Wir konnten auch enorme Preissteigerungen von bis zu 240 Prozent bei SSDs feststellen.
/ Oliver Nickel
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Eine NVMe-SSD kostet mittlerweile sehr viel Geld. (Bild: Oliver Nickel/Golem)
Eine NVMe-SSD kostet mittlerweile sehr viel Geld. Bild: Oliver Nickel/Golem

Die Speicherkrise hat RAM-Preise bereits um mehrere hundert Prozent in die Höhe schnellen lassen. Dabei sind erst zwei Monate vergangen, seit Micron eine Produktionsknappheit für Speichermodule angekündigt hat. Zuvor waren Preise für Arbeitsspeicher bereits merklich gestiegen – eine Situation, die auch auf andere Flash-Speicher-Produkte abfärbt.

Tatsächlich müssen wir künftig auch beim Neukauf einer NVMe-SSD mehr Geld ausgeben. Schließlich basieren auch Massenspeicher auf Flash-Speicher-Technik und sind deshalb ebenso von Fertigungsengpässen betroffen. Wir haben uns den aktuellen Markt angeschaut und Preissteigerungen von bis zu 246 Prozent festgestellt.

Im Schnitt verteuerten sich die von uns angeschauten NVMe-SSDs um 80 Prozent. Dabei haben wir mehrere verschiedene M.2-SSDs für Desktop-Computer verglichen und ihre Preise vom 1. November 2025 mit denen vom 17. Februar 2026. Wir beschränkten uns dabei auf Modelle mit Kapazitäten zwischen 1 TByte und 4 TByte.

Kosten pro Gigabyte bei kleineren Modellen höher

Eine offensichtliche Relation besteht zwischen der Kapazität und dem prozentualen Preisanstieg. SSDs mit 1 TByte Kapazität sind in den meisten Fällen prozentual deutlich teurer geworden als ihre Gegenstücke mit 2 oder 4 TByte Speicher. Der Preis pro Gigabyte ist bei diesen Modellen also wesentlich höher. Absolut geben wir aber weiterhin merklich mehr Geld aus, je mehr Kapazität eine SSD fasst. Dieser Trend zeichnete sich schon lange vor der Speicherkrise ab.

Bei den von uns eingesehenen Modellen konnten wir zudem noch kein Plateau feststellen. Die Preise dürften in den nächsten Wochen und Monaten also noch steigen. Die einzige gute Nachricht: SSDs scheinen in ihrem Preis nicht so schnell zu steigen wie Arbeitsspeicher. Denn in der gleichen Zeit stiegen die meisten RAM-Produkte um weit über 100 Prozent.

Was bedeutet das für die Zukunft? Wir können nicht nur bei einzelnen Komponenten wie RAM und SSDs mit steigenden Preisen rechnen. OEMs und System-Seller werden ihre Preise entsprechend nach oben korrigieren, da sie RAM und SSDs ebenfalls einkaufen müssen. Endkunden zahlen am Ende doppelt drauf, da bereits zwei Komponenten im Preis merklich steigen.

Das Jahr der Hardware-Inflation

Damit nicht genug: Auch bei Grafikkarten zeigen sich bereits deutlich höhere Preise. Board-Partner sind hier ebenfalls auf RAM-Preise angewiesen. Deshalb sind vor allem Grafikkarten mit viel Videospeicher sehr wertvoll geworden. Kostete die Nvidia Geforce RTX 5090 im August 2025 noch 2.400 Euro, liegt ihr Preis mittlerweile bei 3.400 Euro. Eine Geforce RTX 5080 kostet aktuell 1.300 Euro; im August 2025 lag sie noch bei etwa 1.100 Euro.

Im Jahr 2026 sollten wir uns also auf eine drastische Inflation bei Hardware einstellen. Das betrifft Desktop-Computer, Laptops sowie Smartphones und Tablets. Eine Besserung wird erst in Sicht sein, wenn Speicherhersteller ihre Kapazitäten erhöhen oder die Investitionsblase um künstliche Intelligenz platzt. Doch das kann noch einige Zeit dauern.


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