Speicherindustrie: Lexar-Muttergesellschaft meldet enormen Gewinnanstieg
Das chinesische Unternehmen Shenzhen Longsys Electronics, die Muttergesellschaft der Marke Lexar, erwartet für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn zwischen 9,2 und 11 Milliarden Yuan. Dies entspricht umgerechnet etwa 1,36 bis 1,62 Milliarden US-Dollar, wie die South China Morning Post vermeldet(öffnet im neuen Fenster). Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn bei lediglich 14,77 Millionen Yuan. Der prognostizierte Anstieg beläuft sich damit auf unfassbare 62.204 bis 74.394 Prozent. Ferner liegt die Umsatzprognose bei 22 bis 25 Milliarden Yuan beziehungsweise 3,24 bis 3,68 Milliarden US-Dollar. Damit verdoppelt das Unternehmen den Vorjahresumsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Dieses Wachstum resultiert in erster Linie aus der gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips für den Ausbau der weltweiten Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Die hohe Nachfrage führt zu einer Konkurrenz um begrenzte Kapazitäten bei Speicher-Wafern. Um die Versorgung zu sichern, schloss Longsys langfristige Vereinbarungen und Absichtserklärungen mit globalen Wafer-Lieferanten ab.
Lieferketten im Wandel durch KI-Infrastruktur
Das Unternehmen nennt die Vertragspartner nicht namentlich. Viele chinesische Speicherhersteller ersetzen jedoch die drei etablierten Anbieter Micron, Samsung und SK Hynix durch Halbleiter von CXMT und YMTC. Der US-amerikanische Hersteller Corsair bezieht für seine Produkte bereits aktiv DDR5-Chips von CXMT. Andere Großkunden wie Dell und HP prüfen laut Medienberichten derzeit ebenfalls den Einsatz von Speicherchips dieser Lieferanten.
Dies geschieht trotz der Einstufung dieser Firmen als chinesische Militärunternehmen durch das Pentagon. Apple setzt sich bei der Regierung in Washington für den Zugang zu Chips von CXMT ein. Grund dafür sind Prognosen von Samsung und SK Hynix, wonach die KI-bedingte Knappheit bis 2027 oder länger andauern könnte.
Kapitalerhöhung für Forschung und Entwicklung
Nach der Bekanntgabe stieg der Aktienkurs von Longsys(öffnet im neuen Fenster) an der Börse in Shenzhen am Wochenende um 12,5 Prozent. Damit hat sich der Kurs im Vergleich zum Tiefstand vor drei Monaten mehr als verdoppelt. Zudem erhielt das Unternehmen die Genehmigung chinesischer Regulierungsbehörden für eine private Aktienplatzierung. Dadurch kann Longsys bis zu 544 Millionen US-Dollar beziehungsweise 3,7 Milliarden Yuan von ausgewählten Investoren einsammeln.
Das Geld fließt in die Forschung und Entwicklung von High-End-Speicherprodukten, darunter KI-optimierte Speicherlösungen und Speichercontroller. Die anhaltende Knappheit belastet PC-Hersteller und Verbraucher, so dass für den PC-Markt in diesem Jahr ein Rückgang um 14 Prozent prognostiziert wird. Chinesische Firmen wie CXMT, YMTC, Longsys und Biwin nutzen die Situation, um etablierte westliche Marken herauszufordern.