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Speicher: CXMT plante Technologiediebstahl statt Eigenentwicklung

Der chinesische RAM-Hersteller CXMT ist der viertgrößte weltweit. Für den Aufstieg soll Technologiediebstahl fest eingeplant gewesen sein.
/ Johannes Hiltscher
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Auch bei der Industriespionage spielen kleine Kameras teils eine Rolle, oft aber auch einfach Notizen. (Bild: peterbwiberg, Pixabay)
Auch bei der Industriespionage spielen kleine Kameras teils eine Rolle, oft aber auch einfach Notizen. Bild: peterbwiberg, Pixabay / Pixabay-Lizenz

In weniger als zehn Jahren entstand in der Volksrepublik China mit Changxin Memory Technologies (CXMT) aus dem Nichts der viertgrößte DRAM-Hersteller der Welt. Dabei soll CXMT nie geplant haben, einen von Grund auf eigenen Fertigungsprozess zu entwickeln. Das hat Berichten südkoreanischer Medien(öffnet im neuen Fenster) zufolge ein Ingenieur ausgesagt, der 2025 mit neun anderen wegen Technologietransfers von Samsung zu CXMT angeklagt wurde.

Bei der Gründung im Jahr 2016 habe CXMT nicht einmal ein Labor für die Prozessentwicklung gehabt, so der zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilte Ingenieur. Stattdessen hätten CEO und CTO von Beginn an geplant, den 18-nm-Prozess von Samsung zu kopieren. Die Informationen zu den rund 600 Prozessschritten haben mehrere von Samsung abgeworbene, teils leitende Entwickler mitgebracht.

Dafür sollen sie bei CXMT das drei- bis fünffache(öffnet im neuen Fenster) ihres vorherigen Gehalts bekommen haben. Die abgeworbenen Samsung-Mitarbeiter sollen den sogenannten Process Recipe Plan (PRP) mitgebracht haben. Er beschreibt, in welcher Abfolge und mit welchen Prozessparametern die einzelnen Fertigungsschritte erfolgen. Der Aufbau des Speichers soll mittels Reverse Engineering kopiert worden sein.

Grundlage von CXMTs G3-Prozess?

Die erhaltenen Daten soll CXMT beim 2023 vorgestellten G3-Prozess nutzen. Mit dem stellt das Unternehmen (LP)DDR5-Speicher und mutmaßlich auch High Bandwidth Memory (HBM) her.

Für CXMT und insbesondere eine Reihe von Geräteherstellern könnte die Aussage des Ingenieurs zum Problem werden. Sollte die Aussage gerichtlich bestätigt werden, könnte Samsung darauf aufbauend Importverbote für CXMT-Speicher erwirken. Der Konzern spricht von Milliardenverlusten wegen des Technologiediebstahls. Aufgrund der aktuellen Speicherknappheit versuchen Apple und eine Reihe von PC-Herstellern, den chinesischen Hersteller als zusätzlichen Lieferanten zu qualifizieren. Zumindest Apple stößt dabei aber auf den Widerstand der US-Regierung.

Hinweise auf Technologiediebstahl durch chinesische Unternehmen sind keine Seltenheit. Erst jüngst wurde in Taiwan ein ehemaliger Mitarbeiter des Speicherherstellers Nanya mit dem gleichen Vorwurf angeklagt(öffnet im neuen Fenster). Das Vorgehen ist dabei stets gleich: Mitarbeiter werden mit wesentlich höheren Gehältern gelockt, üblicherweise über Tarnfirmen.

Nicht immer sind allerdings Unternehmen aus der Volksrepublik Auftraggeber. 2025 erregte ein Fall Aufmerksamkeit, in dem ein ehemaliger TSMC-Mitarbeiter Daten des N2-Prozesses gestohlen hatte. Er wechselte anschließend zum Maschinenbauer Tokyo Electron (TEL), der am Aufbau des japanischen Halbleiterherstellers Rapidus beteiligt ist. Der Ingenieur wurde mittlerweile zu zehn Jahren Haft verurteilt(öffnet im neuen Fenster). Auch drei weitere ehemalige Mitarbeiter von TSMC sowie einer von TEL Taiwan wurden zu Haftstrafen verurteilt. TEL selbst musste eine Strafe von rund fünf Millionen US-Dollar zahlen.


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