Speedrun ausgeschlossen: Factorio von 1.250 Disketten gestartet

Ein Entwickler hat es geschafft, Factorio von Disketten zu starten – nicht von ein paar nostalgischen Exemplaren, sondern von einem Stapel im vierstelligen Bereich. Youtuber Doc Jade hat dafür ein eigenes Dateisystem geschrieben und zeigt in einem Ende 2025 veröffentlichten Video ( via PC Gamer(öffnet im neuen Fenster) ), wie aus einer absurden Idee ein monatelanges Technikprojekt wurde.
Am Ende landete das rund 5 GByte große Factorio auf 1.250 3,5-Zoll-Disketten. Konkret handelt es sich um alte AOL-Dial-up-Trial-Disketten – in Summe 250 Jahre Gratiszugang, wobei AOL den Dienst inzwischen eingestellt hat.
Die technische Lösung heißt Fluster und ist in Rust geschrieben: Das Fuse-Dateisystem behandelt die Disketten als einen gemeinsamen Speicherpool. Jede Diskette wird in 512-Byte-Blöcke zerlegt, 2.880 Blöcke pro Disk.
Durch den Aufbau der Header ist Fluster laut Bericht auf rund 65.000 Disketten begrenzt, was etwa 90 GByte entspräche – theoretisch genug Platz für deutlich mehr als nur Factorio.
Neun Stunden für einen Durchgang
Damit das Ganze nicht sofort an Datenmüll scheitert, reserviert Fluster in jedem Block die letzten vier Bytes für eine CRC-Prüfsumme zur Erkennung von Korruption. Für die Adressierung nutzt das System außerdem zwei 16-Bit-Werte als Pointer.
Einer speichert die Diskettennummer, der zweite die Blocknummer auf der Diskette. Dateien werden zudem in Extents (Blockläufe) aufgeteilt, damit sie über viele Medien verteilt werden können.
Der eigentliche Flaschenhals ist jedoch nicht die Diskette, sondern der Mensch. Frühe Tests erzeugten absurd viele physische Wechsel; mit Caching bekam Doc Jade das Laden auf rund 1.500 Diskettenwechsel gedrückt.
Trotzdem dauert das vollständige Laden des Spiels von den Medien über eine Woche, wenn man dafür jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeitet.
Ein weiteres Problem: Fluster unterstützt unter anderem keine Datei-Locks, weshalb nicht jede Software läuft. Factorio lässt sich aber starten, Spielstände können geladen werden.
Im Video läuft es offenbar stabil genug, um das Spiel in knapp neun Stunden durchzuspielen. Nebenbei musste Doc Jade alle 1.250 Disketten manuell löschen; allein dabei lag die Ausfallrate bei rund zehn Prozent.



