• IT-Karriere:
  • Services:

Spectre und Meltdown: All unsere moderne Technik ist kaputt

Man kann sich auf Hardware nicht mehr verlassen - Spectre und Meltdown zeigen das überdeutlich. Bevor neue Grundlagentechniken wie spekulative Befehlsausführung massenhaft eingeführt werden, müssen sie ab jetzt anders getestet werden.

Ein IMHO von Nico Ernst veröffentlicht am
Nicht nur Intel-Prozessoren haben eine gefährliche Sicherheitslücke.
Nicht nur Intel-Prozessoren haben eine gefährliche Sicherheitslücke. (Bild: TOSHIFUMI KITAMURA/AFP/Getty Images)

Die Entwicklung von Prozessoren ist die Alchemie der IT-Landschaft: Da arbeiten im selben Unternehmen konkurrierende Teams jahrelang unter höchster Geheimhaltung gegeneinander, und wer mehr Leistung pro Takt und Dollar erreicht, gewinnt. Dann folgt ein irrwitziger Marketingaufwand, um der Kundschaft die neue Errungenschaft schmackhaft zu machen. Und bis vor einigen Jahren wurden Journalisten die Innereien der Technik auch einigermaßen detailliert erklärt. Inzwischen halten sich die Hersteller da wieder bedeckter.

Inhalt:
  1. Spectre und Meltdown: All unsere moderne Technik ist kaputt
  2. Die Geheimniskrämerei muss enden

Diese frühere Offenheit war bedingt durch Intels bisher größten Flop, den Pentium-FDIV-Bug. Im Vergleich zu Meltdown und Spectre, die auch - aber nicht nur - Intel-Prozessoren betreffen, war dieser Fehler jedoch ein Klacks: Klar, die Prozessoren verrechneten sich. Sie taten also, was sie sollten, aber mit reproduzierbar falschen Ergebnissen. Das kann bei sicherheitsrelevanten Anwendungen wie etwa der statischen Berechnung einer Brücke fatale Folgen haben. Aber immerhin ließen sich die Ergebnisse auf anderen Systemen falsifizieren, der Bug war also offensichtlich. Seitdem dokumentiert insbesondere Intel seine Fehler, Errata genannt, zumindest während der Herstellungszeit eines Produkts für Entwickler umfangreich.

Meltdown und Spectre zerstören die Vertrauenskette

Meltdown und Spectre sind jedoch anders. Sie brechen mit dem, worauf man sich bei der Entwicklung jeder Security einfach verlassen musste, nämlich darauf, dass einzig und allein das Betriebssystem und andere im Ring 0 einer CPU laufende Software Zugriff auf unverschlüsselte und sensible Daten haben dürfen. Wenn etwa ein Passwort oder ein Krypto-Key abhandenkam, musste man den Fehler an anderer Stelle suchen. Dass innerhalb des Systems Prozessor+Betriebssystem+Treiber etwas schieflief, war eher die Ausnahme. Und dann waren umfangreiche Reparaturarbeiten gefragt. Der Anfang jeder Vertrauenskette war stets: Die CPU und das OS machen per se nichts unsicher.

Das ist nun aber nicht mehr so, denn jegliche sensible Daten lassen sich über Seitenkanalattacken aus dem bisher unknackbaren System ausschleusen. Der Hardware ist also nicht mehr zu trauen. Das hat nicht mit eigentlichen Bugs oder gar Backdoors zu tun. Was die Sicherheitsforscher da zutage fördern, ist technisch schon sehr ausgefuchst und nicht trivial umzusetzen. Immerhin haben die ersten Patches für Betriebssysteme über ein halbes Jahr gebraucht, und eine Lösung auf Hardwareeebene, etwa durch Microcode-Updates, ist noch nicht in Sicht. Ob es die überhaupt geben kann, ist derzeit fraglich.

Stellenmarkt
  1. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Donauwörth
  2. FREICON GmbH & Co. KG, Freiburg im Breisgau

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • ohne Tracking
  • mit ausgeschaltetem Javascript
Die Geheimniskrämerei muss enden 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 35,99€
  2. (aktuell u. a. Asus VG248QZ Monitor für 169,90€, Cryorig QF140 Performance PC-Lüfter für 7...
  3. (u. a. Stirb Langsam 1 - 5, Kingsamn 2-Film-Collection, Fight Club, Terminator)
  4. 39,09€

Bachsau 21. Jan 2018

1ras 19. Jan 2018

Du wirst ja selbst Google gut genug bedienen können um zu erkennen, dass es hierzu auch...

CoDEmanX 19. Jan 2018

Die Sicherheitsforscher haben gravierend Lücken gefunden und unter Ausschluss der...

bentol 08. Jan 2018

Super erklärt, danke!

tunnelblick 08. Jan 2018

ja. womit wir wieder beim anfangsproblem wären. was soll denn da konkret kommen? es will...


Folgen Sie uns
       


Apples Airpods 2 und Samsungs Galaxy Buds im Test

Wir haben die neuen Airpods von Apple mit den Galaxy Buds von Samsung verglichen. Beim Klang schneiden die Airpods 2 wieder sehr gut ab. Es bleibt der Nachteil, dass Android-Nutzer die Airpods nur eingeschränkt nutzen können. Umgekehrt können iPhone-Nutzer die Galaxy Buds nur mit Beschränkungen verwenden. Die Galaxy Buds haben eine ungewöhnlich lange Akkulaufzeit.

Apples Airpods 2 und Samsungs Galaxy Buds im Test Video aufrufen
Kognitive Produktionssteuerung: Auf der Suche nach dem Universalroboter
Kognitive Produktionssteuerung
Auf der Suche nach dem Universalroboter

Roboter erledigen am Band jetzt schon viele Arbeiten. Allerdings müssen sie oft noch von Menschen kontrolliert und ihre Fehler ausgebessert werden. Wissenschaftler arbeiten daran, dass das in Zukunft nicht mehr so ist. Ziel ist ein selbstständig lernender Roboter für die Automobilindustrie.
Ein Bericht von Friedrich List

  1. Ocean Discovery X Prize Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Bosch-Parkplatzsensor im Test: Ein Knöllchen von LoRa
Bosch-Parkplatzsensor im Test
Ein Knöllchen von LoRa

Immer häufiger übernehmen Sensoren die Überwachung von Parkplätzen. Doch wie zuverlässig ist die Technik auf Basis von LoRa inzwischen? Golem.de hat einen Sensor von Bosch getestet und erläutert die Unterschiede zum Parking Pilot von Smart City System.
Ein Test von Friedhelm Greis

  1. Automated Valet Parking Daimler und Bosch dürfen autonom parken
  2. Enhanced Summon Teslas sollen künftig ausparken und vorfahren

Apple TV+ im Test: Apple-Kunden müssen auf jeden Streaming-Komfort verzichten
Apple TV+ im Test
Apple-Kunden müssen auf jeden Streaming-Komfort verzichten

Apple ist mit Apple TV+ gestartet. Wir haben das Streamingabo ausprobiert und waren entsetzt, wie rückständig alles umgesetzt ist. Der Kunde von Apple TV+ muss auf sehr viele Komfortfunktionen verzichten, die bei der Konkurrenz seit langem üblich sind.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
  3. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat

    •  /