Die Geheimniskrämerei muss enden

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (w/m/d) .NET
    HAUX-LIFE-SUPPORT GmbH, Karlsbad
  2. Referent (m/w/d) für Datenstrategie und Data Literacy
    Amprion GmbH, Dortmund
Detailsuche

Das Novum dieses großen Problems sind direkte Angriffe auf zwei wesentliche Mechanismen, die seit rund 20 Jahren Standard für schnelle Prozessoren sind. Meltdown attackiert die "out-of-order execution", Spectre die "speculative execution". Beides sind zwei Eckpfeiler von hoher Rechenleistung gleich welcher Architektur, sie wurden 1995 mit dem Pentium Pro in den Markt eingeführt. Der war übrigens mit bestehender Software zunächst furchtbar langsam, es lohnte sich aber, die Programme an die neuen Konzepte anzupassen. Heute arbeitet jedes moderne Design mit diesen Techniken. Der Haken ist nur: Bei beiden Methoden muss der Prozessor raten, was als nächstes zu tun ist, und erzeugt so selbst Daten. Die müssen irgendwo zwischengespeichert werden, auch wenn sie sich später als unnütz erweisen, und genau da setzen die Seitenkanalangriffe an.

Wer so etwas entwickelt, muss sich ganz sicher sein, dass die Daten in der CPU vor dem Zugriff von unterprivilegierter Software geschützt sind. Das war bisher auch der Fall, denn es hat ja über 20 Jahre gedauert, bis jemand richtig am Konzept der Spekulation im Prozessor rütteln konnte. In Zukunft müssen so grundlegend neue Ideen aber noch vor einer Markteinführung von unabhängigen Forschern überprüft werden. Die Geheimniskrämerei rund um die Prozessorentwicklung muss zumindest ein stückweit enden, denn es gibt immer mehr Menschen, die in der Lage sind, Seitenkanalangriffe zu entwickeln.

Jede Hardware ist als unsicher zu betrachten

Es gilt, solche Angriffsvektoren schon frühzeitig zu erkennen, und für diese Entdeckung offene Konzepte zu entwickeln, sie zu dokumentieren und zu publizieren. Zumindest ein Ansatz dafür ist von der gemeinsamen Stellungnahme, die ARM, AMD, Intel und andere für die Woche nach dem Meltdown angekündigt haben, zu erwarten. Da findet mit der CES in Las Vegas die wichtigste Technikmesse statt - eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen.

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Bis solche etwaigen Industriemechanismen greifen, gilt: Unsere Hardware, vom PC über das Smartphone bis zum mit ARM-Chip versehenen IoT-Gerät, ist von Haus aus als unsicher anzusehen. Und das hat nichts mit dem eingesetzten Betriebssystem, dem Patch-Level oder einer App zu tun - die Prozessoren allein sind schon ein Problem. Und daran muss sich schnell etwas ändern, denn sonst können wir ein auch nur halbwegs sicheres Internet der Dinge, autonome Autos, die miteinander reden, und andere schöne Zukunftsträume gleich vergessen. Google hat auf seiner Webseite zu den aktuellen Problemen ganz recht. Zu Spectre heißt es dort: "Das ist schwer zu fixen und wird uns noch eine lange Zeit heimsuchen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Spectre und Meltdown: All unsere moderne Technik ist kaputt
  1.  
  2. 1
  3. 2


Bachsau 21. Jan 2018

1ras 19. Jan 2018

Du wirst ja selbst Google gut genug bedienen können um zu erkennen, dass es hierzu auch...

CoDEmanX 19. Jan 2018

Die Sicherheitsforscher haben gravierend Lücken gefunden und unter Ausschluss der...

bentol 08. Jan 2018

Super erklärt, danke!



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Retro Gaming
Wie man einen Emulator programmiert

Warum nicht mal selbst einen Emulator programmieren? Das ist lehrreich und macht Spaß - wenn er funktioniert. Wie es geht, zeigen wir am Gameboy.
Von Johannes Hiltscher

Retro Gaming: Wie man einen Emulator programmiert
Artikel
  1. Cloudgaming: Microsoft bestätigt Game-Pass-Streaming-Box
    Cloudgaming
    Microsoft bestätigt Game-Pass-Streaming-Box

    Seit Jahren gibt es Gerüchte über eine Alternative zur aktuellen Xbox-Konsolengeneration. Microsoft hat dies nun ganz konkret bestätigt.

  2. Prehistoric Planet: Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!
    Prehistoric Planet
    Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!

    Musik von Hans Zimmer, dazu David Attenborough als Sprecher: Apples Prehistoric Planet hat einen Kindheitstraum zum Leben erweckt.
    Ein IMHO von Marc Sauter

  3. Telefónica: O2 My Prepaid M bietet künftig 15 GByte statt 6,5 GByte
    Telefónica
    O2 My Prepaid M bietet künftig 15 GByte statt 6,5 GByte

    Telefónica bietet den Smartphone-Tarif O2 My Prepaid M für einige Monate mit mehr Datenvolumen zum gleichen Preis.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K UHD günstig wie nie: 999€ • Nur noch heute: Cyber Week mit tollen Rabatten • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /