Abo
  • Services:

Spectre und Meltdown: 90 Prozent der aktuellen Intel-CPUs werden gepatcht

In einer Woche wird Intel den Großteil seiner CPUs der vergangenen fünf Jahre mit einem Update gegen Spectre und Meltdown versehen. Google testet eine eigene Lösung bereits erfolgreich. Die Leistungseinbußen sollen marginal sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Patch gegen Spectre ist in Arbeit.
Ein Patch gegen Spectre ist in Arbeit. (Bild: Pexels.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Intel gibt sich mit Blick auf die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown zuversichtlich: Bis zur nächsten Woche sollen etwa 90 Prozent der Prozessoren mit Patches ausgestattet werden, die in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt gekommen sind. Die älteste Generation scheint demnach Haswell zu sein, die durch die Bezeichnung 4xxx erkennbar ist. In einem Informationspost spricht das Unternehmen davon, betroffene Systeme gegen beide Angriffe immun zu machen.

Stellenmarkt
  1. Bankhaus Lampe KG, Düsseldorf
  2. Hannover Rück SE, Hannover

Intel schreibt zudem, dass der Einfluss auf die Leistung der aktualisierten Systeme stark von der Rechenlast abhänge. Durchschnittliche Computernutzer sollen kaum einen Unterschied spüren. Im Laufe der Zeit und mit weiteren Updates sollen sich die Leistungseinbußen noch weiter verringern. Einen genauen Wert nannte Intel jedoch nicht.

Google testet Verfahren gegen Branch Target Injection

Einer ähnlichen Meinung ist auch Google, deren Project-Zero-Team die Bugs im Juni 2017 entdeckt und an die Hersteller gemeldet hatte. Das Unternehmen hat nach eigenen Aussagen eine binäre Modifikationstechnik mit dem Namen Retpoline entwickelt, die gegen Branch Target Injection, einem Teil von Spectre, schützen soll. Erste Tests auf den eigenen Testsystemen bestätigen wohl, dass ein solches Update nur minimale Leistungseinbußen mit sich bringe.

Während Retpoline laut Google die spekulative Ausführung von CPUs an sich nicht verhindert, versucht dieser Ansatz, Branch Target Injection zu nutzen, jedoch nicht, um wichtige Daten auszulesen, sondern um eigene Instruktionen zu injizieren, die angreifbare Branches isolieren sollen. Weitere Details zur Funktionsweise stellt Google in seinem Blogpost vor.

Gaming-Leistung unter Linux kaum betroffen

Das Onlinemagazin Phoronix konnte bereits Grafikkarten von Nvidia und AMD testen, nachdem diverse Kernel-Page-Table-Isolation-Patches (KPTI) für Linux veröffentlicht wurden. Diese sollen Spectre und Meltdown verhindern. Sowohl eine AMD Vega 64 mit Linux-Kernel 4.15 als auch die Nvidia-Karten Geforce 1060 und GTX 1080 Ti mit Kernel-Version 4.14.11 funktionieren ohne merkliche Leistungseinbußen. Messbare Unterschiede gab es demnach nur bei starken Input-Output-Lasten mit aktivierter KPTI.

Microsoft weist Nutzer darauf hin, dass die am 3. Januar veröffentlichten Sicherheitsupdates für Windows 10 für einen vollständigen Schutz gegen Spectre und Meltdown nicht ausreichten. Es sollte auch entsprechende Firmware oder Microcode der Hardwarehersteller installiert werden. Im entsprechenden Informationsartikel stellt das Unternehmen ein Powershell-Script vor, mit dem Systeme auf die Sicherheitslücken geprüft werden können. Dieses wird über den Befehl "Install-Module SpeculationControl" installiert.

Nachtrag vom 5. Januar 2018, 15:27 Uhr

In einer separaten Meldung teilt Microsoft mit, dass Surface-Geräte automatisch über Windows Update mit CPU-Microcode und Betriebssystempatches gegen Spectre und Meltdown versorgt werden. Zu den unterstützten Geräten zählen das Surface Pro 3, Pro 4 und das neue Surface Pro Model 1796. Microsoft nennt auch die Surface Books 1 und 2, das Surface Studio und den Surface Laptop.

In Debian-Mailinglisten reden Entwickler von Änderungen im Microcode der CPUs selbst - also dem Instruktionsset, das dem Prozessor Anweisungen gibt. Normalerweise werden diese über neue Bios-Versionen verteilt, ein Vorgang, den wenige Nutzer regelmäßig durchführen. Wie Intel den Patch auf möglichst viele Geräte bekommen will, erläutert das Unternehmen nicht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. HTC U Ultra für 199€ statt 249,95€ im Vergleich)
  2. 239,90€ + 5,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Zahlung mit paydirekt oder 25€ Rabatt bei...
  3. und einen Rabatt von 4,99€ nach dem ersten Knopfdruck erhalten

Der Held vom... 09. Jan 2018

Nein. Intel hat seine CPUs mit einem Verfahren ausgestattet, dass fehlerhafterweise den...

Eop 09. Jan 2018

Mich würde interessieren ob die Ivy Bridge-E gepatcht werden vom Namen her lehnen Sie ja...

Hotohori 08. Jan 2018

Und? Ich hatte auch Jahre lang keinen Virenschutz auf dem Rechner und seit ~3 Jahren...

Lagganmhouillin 08. Jan 2018

Die technischen Hintergründe dazu findet man übrigens in der Wiki: https://de.wikipedia...

gaym0r 08. Jan 2018

https://twitter.com/ApsOps/status/949251143363899392 https://twitter.com/chanian/status...


Folgen Sie uns
       


Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live

Mit Command & Conquer Rivals wollte sich die Golem.de-Community so gar nicht anfreunden, da haben Anthem und Unraveled Two mehr überzeugt.

Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
VR-Rundschau: Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?
VR-Rundschau
Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?

Der mediale Hype um VR ist zwar abgeflaut, spannende Inhalte dafür gibt es aber weiterhin - und das nicht nur im Games-Bereich. Mit dabei: das beliebteste Spiel bei Steam, Jedi-Ritter auf Speed und ägyptische Grabkammern.
Ein Test von Achim Fehrenbach

  1. Oculus Core 2.0 Windows 10 wird Minimalanforderung für Oculus Rift
  2. Virtual Reality BBC überträgt Fußball-WM in der virtuellen VIP-Loge
  3. VR-Brillen Google experimentiert mit Lichtfeldfotografie

Razer Blade 15 im Test: Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns
Razer Blade 15 im Test
Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns

Das Razer Blade 15 ist ein gutes Spiele-Notebook mit flottem Display und schneller Geforce-Grafikeinheit. Anders als im 14-Zoll-Formfaktor ist bei den 15,6-Zoll-Modellen die Konkurrenz aber deutlich größer.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebook Razer packt Hexacore und Geforce GTX 1070 ins Blade 15
  2. Razer Blade 2017 im Test Das beste Gaming-Ultrabook nun mit 4K

Leistungsschutzrecht/Uploadfilter: Worüber das Europaparlament wirklich abstimmt
Leistungsschutzrecht/Uploadfilter
Worüber das Europaparlament wirklich abstimmt

Das Europaparlament entscheidet am Donnerstag über das Leistungsschutzrecht und Uploadfilter. Doch Gegner und Befürworter streiten bis zuletzt, worüber eigentlich abgestimmt wird. Golem.de analysiert die Vorschläge.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Urheberrecht Europaparlament bremst Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
  2. Urheberrecht Freies Netz für freie Bürger
  3. Leistungsschutzrecht Verleger attackieren Bär und Jarzombek scharf

    •  /