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Specs: Snaps erste AR-Brille kostet über 2.000 US-Dollar

Mit Specs will Snap virtuelle Inhalte in das Sichtfeld der Nutzer bringen – wenn diese bereit sind, den hohen Preis für die Brille zu zahlen.
/ Tobias Költzsch
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Die Snap Specs (Bild: Snap)
Die Snap Specs Bild: Snap

Snap hat seine erste AR-Brille vorgestellt. Das Specs(öffnet im neuen Fenster) genannte Gerät ist eine Mischung aus Smart Glass und VR-Headset: Über zwei kleine Displays in den Gläsern werden Nutzern Inhalte angezeigt, die über der Umgebung schweben. Der Sichtwinkel pro Display beträgt Snap zufolge 51 Grad, angezeigt werden können 16 Millionen Farben.

Die Displays wirken Snap zufolge wie ein 24-Zoll-Monitor auf einem Schreibtisch oder ein 115-Zoll-Fernseher in drei Metern Entfernung. Eigenen Angaben zufolge hat Snap für die Displays die Waveguide-Technologie so überarbeitet, dass die dargestellten Inhalte mit minimaler Verzerrung in die Umgebung eingeblendet werden. Waveguide-Technologie kommt unter anderem auch bei Rokids Smart Glasses zum Einsatz.

Die Specs erfasst die Umwelt mit zwei Kameras. Zwei nicht weiter benannte Snapdragon-Prozessoren sind dafür verantwortlich, dass die virtuellen Inhalte nahtlos und ohne Ruckler in die Umgebung platziert werden. Mit den Specs können Nutzer nicht nur virtuelle Bildschirme verwenden, sondern sich etwa auch Navigationsanweisungen in das Sichtfeld einblenden lassen.

Specs können die Umgebung erklären

Ebenfalls möglich sind Spiele, die die echte Umgebung mitnutzen. Dank KI kann die Brille zudem Situationen erkennen: In einem Beispiel zeigt die Specs Nutzern an, wo in einem Auto das Kühlmittel eingefüllt wird. Auch ein virtuelles Whiteboard lässt sich mit der Brille verwenden. Nimmt die Brille ein Video auf, leuchtet eine LED. Die Verarbeitung von Informationen soll vorwiegend auf dem Gerät stattfinden.

Die AR-Brille benötigt kein externes Akkupack. Die Laufzeit soll Snap zufolge vier Stunden betragen, mit der mitgelieferten Batteriehülle kann sie mit Zwischenladen auf 20 Stunden verlängert werden. Die Specs erlaubt es Nutzern, Korrekturlinsen einzusetzen. Die Gläser der Brille können zudem innerhalb von zehn Sekunden von transparent zu getönt wechseln. Möglich macht das sogenannte Elektrochromie, die unter anderem auch bei den Fenstern von Boeings Dreamliner zum Einsatz kommt.

Preiswert ist die Brille allerdings nicht: Die Specs kostet 2.200 US-Dollar und kann gegen Zahlung einer erstattbaren Vorauszahlung von 200 US-Dollar vorbestellt werden. Die Brille soll in den USA, Großbritannien und Frankreich ausgeliefert werden. Die Brille gibt es in den zwei Größen 47 mm und 52 mm.

Der Golem-Blick

Der Markt für Smart Glasses hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Geräte wie die Ray-Ban-Modelle von Meta sehen auf den ersten Blick aus wie normale Brillen, sind aber dank KI nützlicher. Ein Bildschirm haben die meisten Smart Glasses aber nicht. Meta hat seine AR-Glasses zwar vorgestellt, aber noch nicht auf den Markt gebracht.

Das könnte einen Grund haben: Derartige Brillen sind, wenn aufwendige AR-Technik verbaut ist, recht teuer – wie Snaps Specs. Bei einem Preis von über 2.000 US-Dollar müssen Käufer sich schon sicher sein, dass sie die von der Brille gebotenen Funktionen wirklich benötigen.

Der Preis macht den Unterschied zwischen einem Modeaccessoire, für das man bereit ist, ab 450 Euro zu bezahlen, und einem technischen Gerät, welches das Portemonnaie wesentlich stärker belastet. Ob diese Strategie für Snap aufgehen wird, wird sich zeigen müssen.


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