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Speckgürtel: Kaum schnelles Internet im Umland deutscher Großstädte

Wer im Grünen in Stadtnähe wohnen will, sollte sich vom schnellen Internet verabschieden. Selbst in der bestversorgten Stadt Deutschlands finden sich kaum 50 MBit/s.
/ Achim Sawall
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Die Digitale Agenda ist ein Produkt von drei Ministern: Alexander Dobrindt, Sigmar Gabriel und Thomas de Maizière (vrln.). (Bild: Eco)
Die Digitale Agenda ist ein Produkt von drei Ministern: Alexander Dobrindt, Sigmar Gabriel und Thomas de Maizière (vrln.). Bild: Eco

Deutsche Großstädte bieten meist schnelle Internetverbindungen. Im Umland werden dagegen selten hohe Datenübertragungsraten geboten. Das berichtet das Magazin Clutch(öffnet im neuen Fenster) , das die Ortschaften im Zehn-Kilometer-Umkreis von vierzehn deutschen Großstädten untersucht hat.

Selbst beim Spitzenreiter Frankfurt am Main bietet nur ein Drittel der nahen Orte flächendeckend Anschlüsse mit 50 MBit/s oder mehr. In Hannover, Dortmund, Dresden und Nürnberg gibt es keine einzige Gemeinde in der Nähe, die ihren Bewohnern durchgängig schnelles Internet ermöglicht.

Um Frankfurt bietet jede dritte Gemeinde flächendeckend gute Anbindung, um Hamburg und Köln jede fünfte. In allen anderen Großstädten ist das Ergebnis noch schlechter.

Ziele werden nicht erreicht

Der flächendeckende Breitbandausbau mit 50 MBit/s bis zum Jahr 2018 ist eines der Ziele der Digitalen Agenda, die die große Koalition vor zwei Jahren vorgestellt hatte. Um dies zu erreichen, waren die Bundesmittel zuletzt von 2,7 auf 4 Milliarden Euro aufgestockt worden.

Jüngst tagte die Fratzscher-Kommission, die ihre Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung für deren Investitionspolitik nach einem Jahr im Oktober offiziell bewerten wird. Wie der Redaktion von Clutch schon bekannt wurde, sehen mehrere Mitglieder der Kommission unverändert großen Handlungsbedarf beim Ausbau der Breitbandnetze.

Nach Ansicht von Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) sind beim Ausbau der Breitbandversorgung die bisherigen Ziele längst nicht ausreichend. "Wenn wir heute ein Ziel aufschreiben würden, dann wären es nicht mehr 50 Megabit. Auch ein Gigabit bis 2025 ist noch zu wenig" , sagte Dobrindt Anfang Oktober. Kritik am schleppenden Ausbau der Breitbandversorgung wies er auf einer Veranstaltung des IT-Branchenverbandes Eco jedoch zurück.


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