Special Services Group: Wenn die Überwachungskamera im Grabstein steckt

Die Überwachungsfirma Special Services Group bietet versteckte Überwachungskameras für Strafverfolgungsbehörden und "ausgewählte Kunden" an. Der nun veröffentlichte Produktkatalog zeigt kuriose Verstecke, darunter Kindersitze oder Grabsteine.

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Die Broschüre der Special Services Group hat es in sich.
Die Broschüre der Special Services Group hat es in sich. (Bild: Special Services Group)

Eine versteckte Kamera in einem Kindersitz oder einem Grabstein: Die US-Firma Special Services Group vermarktet Überwachungskameras, die in gewöhnlichen Gegenständen versteckt werden. Die Firma hält sich bedeckt: "Aufgrund der kritischen Einsätze unserer Kunden haben wir uns entschieden, unsere Produktinformationen nicht auf unserer Website zu veröffentlichen."

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Über eine Informationsfreiheitsanfrage bei einer Polizeibehörde in den USA, wurde nun der Produktkatalog veröffentlicht, der eine Vielzahl von Überwachungsprodukten und versteckten Kameras enthält. Diese verkauft die Special Services Group an "Strafverfolgungsbehörden, Militär, Regierung und ausgewählte Kunden". Zuerst hatte das Onlinemagazin Vice darüber berichtet.

Ihren Produktkatalog (PDF, ab Seite 93) betitelt die Special Services Group als "Schwarzbuch" (engl. Black Book); darin vermarktet sie neben klassischen Überwachungskameras, versteckte Kameras in Alltagsgegenständen und so manches Kuriosum. So verbirgt die Überwachungsfirma eine 360°-Kamera in einer funktionsfähigen orangen Rundumkennleuchte (Fachbegriff für Warnleuchten, etwa Blaulicht). Die Funktion der Kamera soll von dem Licht nicht beeinträchtigt werden, funktioniert aber auch, wenn die Leuchte nicht aktiv ist.

Kamera im Grabstein, Kindersitz oder auf Straßenlaternen

Alternativ können Strafverfolgungsbehörden oder "ausgewählte Kunden" auf einen Kindersitz für Autos zurückgreifen, in dem eine 360°-Kamera versteckt wurde. Diese soll von außen nicht erkennbar sein und könne leicht in wechselnde Autos gesetzt werden.

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"Die Grabsteinkamera ist unser neuestes verstecktes Videoaufzeichnungsgerät, das die Möglichkeit bietet, Fernüberwachungsoperationen von Friedhöfen aus durchzuführen", schreibt die Special Services Group. Die Grabsteinkamera könne leicht an eine andere Stelle versetzt werden und mit einer Batterieladung zwei Tage lang aufnehmen.

Im Produktkatalog finden sich zudem Kameras, die zwischen Stromleitungen geklemmt, in Stromkästen versteckt oder auf Straßenlaternen angebracht werden können. Die Bilder können über Wi-Fi oder Mobilfunk abgerufen werden. Mit Shop-Vac hat der Anbieter einen Bausatz für Staubsauger im Angebot. Dieser soll die aufgenommen Bilder auf einer 1 TByte-Festplatte speichern oder per Wi-Fi versenden. Ob der Staubsauger mit dem Kit noch funktioniert, verrät die Broschüre nicht.

Fast schon klassisch wirken dagegen Kameras, die in Steinattrappen oder Weckern versteckt wurden. Solche und ähnliche versteckten Überwachungskameras wurden bereits von Mietern von Ferienwohnungen, beispielsweise bei Airbnb, entdeckt. Die meist illegalen Kameras können jedoch auch gezielt gesucht werden.

US-Strafverfolgungsbehörden mit Millionenaufträgen

"Ich denke, die größten Bedenken, die ich habe, sind die Kosten/Größe/Fähigkeiten dieser Geräte. Sie werden immer billiger, kleiner und leistungsfähiger", sagte Freddy Martinez von der NGO Open The Government, der die Broschüre angefragt hatte, dem Onlinemagazin Vice. Neben Strafverfolgungsbehörden, könnten auch andere Akteure solche Geräte einsetzen.

In den USA zählen laut Vice etliche Strafverfolgungsbehörden zu den Kunden der Special Services Group. Insgesamt bezogen sie Produkte für über 2,6 Millionen US-Dollar von der Überwachungsfirma. Unter den Kunden befindet sich der Secret Service, welcher 2014 über 820.000 US-Dollar für "Mobile Video-Plattformbausätze" (engl. Mobile Video Platform Kits) der Firma ausgab. Auch die Drogenbekämpfungsbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) kaufte Produkte der Firma, darunter wahrscheinlich die mit versteckten Kameras ausgestatteten Staubsauger.

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