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Sparprogramm: VW kündigt Tarifverträge

VW hat mehrere Haustarifverträge zum Jahresende gekündigt. Mehr als 100.000 Beschäftigte könnten betroffen sein, die Gewerkschaft kündigt Widerstand an.
/ Andreas Donath
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VW-Werk in Wolfsburg (Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)
VW-Werk in Wolfsburg Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Volkswagen hat offenbar einen weiteren Schritt im laufenden Sparkurs des Konzerns eingeleitet. Der Autobauer teilte am Mittwoch mit(öffnet im neuen Fenster), mehrere Haustarifverträge mit der IG Metall fristgerecht zum 31. Dezember gekündigt zu haben. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Nach Angaben der Gewerkschaft(öffnet im neuen Fenster) dürften zehn Tarifverträge von der Kündigung betroffen sein, darunter auch der Manteltarifvertrag. Darin sind zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 Beschäftigten von Volkswagen in Deutschland festgeschrieben. Der Haustarif des Konzerns besteht aus 13 Einzelverträgen.

Strukturelle Krise als Begründung

Personalvorstand Arne Meiswinkel verwies auf das wirtschaftliche Umfeld, das sich für die Branche und für Volkswagen in den vergangenen 18 Monaten deutlich verschärft haben dürfte. Als einen Grund nannte er die wachsende Konkurrenz chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt. Diese Veränderungen seien strukturell und tiefgreifend.

Der Konzern scheint davon auszugehen, dass nun zeitnah gehandelt werden müsse. Verschiedene Regelungen der bestehenden Tarifverträge sollen mit Blick auf den Kostendruck angepasst werden. Welche Punkte konkret verändert werden könnten, wurde zunächst nicht genannt.

Bis zum Jahresende bleiben die gekündigten Verträge voraussichtlich in Kraft. Was danach gelten könnte, dürfte Gegenstand der anstehenden Verhandlungen zwischen den Tarifparteien sein. Ein rascher Ausgleich gilt derzeit als eher unwahrscheinlich.

IG Metall kündigt Widerstand an

Die Forderung der IG Metall, die Entgelte bei Volkswagen wie im Flächentarifvertrag um fünf Prozent zu erhöhen, lehnte der Personalvorstand ab. Es gelte mehr als zuvor, dass Volkswagen die Kosten senken und auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bringen müsse. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten umgehend Widerstand an.

Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall, kritisierte, es werde versucht, in die Geldbeutel der Beschäftigten zu greifen. Volkswagen trage die wirtschaftlichen Herausforderungen des Konzerns bei denen ab, die das Unternehmen täglich am Laufen hielten.

Die Gewerkschaft deutete an, dass sie eine Verlagerung unternehmerischer Kosten und Risiken auf die Belegschaft nicht hinnehmen werde. Beobachter gehen daher davon aus, dass die kommenden Gespräche konfliktreich werden könnten.

Branche unter Druck

Am Mittwoch trafen sich Vertreter von IG Metall, Betriebsrat und VW-Management in Hannover zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch. Die Arbeitnehmervertreter hatten sich Mitte September auf eine Klausel des Tarifvertrags von 2024 berufen und das Gespräch damit durchgesetzt, nachdem der Vorstand den verschärften Sparkurs vorgestellt hatte.


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