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Sparkassen und Volksbanken: Mit Kleber gegen Geldautomatensprengungen

Banken in Deutschland wollen ihre Geldautomaten vor Sprengungen mit einer Technik schützen, die in den Niederlanden erfolgreich ist.

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Ein Geldautomat (Bild: Alexander Fox | PlaNet Fox/Pixabay)

Im Jahr 2022 wurden 500 Geldautomaten gesprengt. Mehrere Sparkassen und Volksbanken erwägen nun den Einsatz einer Verklebetechnik, um die Sprengung unattraktiv zu machen.

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Laut dem Handelsblatt gab die Bundesbank kürzlich grünes Licht für die Abwehrtechnik. Im Falle einer Explosion des Geldautomaten sollen die Geldscheine zu einem Klumpen verkleben und sich nicht mehr nutzen lassen.

"Die Sparkassen werden die Verklebetechnik so bald wie möglich an den Standorten einsetzen, wo es Sinn ergibt", sagte Joachim Schmalzl, Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dem Handelsblatt. In den Niederlanden gilt die Verklebetechnik als Erfolg, dort sind Sprengungen an Geldautomaten stark zurückgegangen.

Klebeschutz kostet zwischen 5.000 und 7.000 Euro

Nach Angaben des niederländischen Herstellers Mactwin kostet ein solcher Klebeschutz 5.000 bis 6.000 Euro. Hinzu kommen 500 bis 1.000 Euro für den Einbau. Da es sich in Deutschland um ein komplett neues Produkt handele, müsse es noch zertifiziert werden, heißt es von Mactwin. Auch arbeitsschutzrechtliche Fragen seien zu klären, beispielsweise wenn das System versehentlich aktiviert werde.

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Einige Banken schließen die Geldautomatenstandorte über Nacht, lassen sie bewachen, setzen Erschütterungsmelder, Vernebelungstechnik oder Systeme ein, die die Geldscheine bei einer Explosion verfärben. Die Täter scheint all das bisher nicht abzuschrecken, laut Handelsblatt nehmen die auch bunte Scheine mit.

Schmalzl warnte davor, die Technik überzubewerten: "Die Verklebetechnik wird das Problem der Geldautomatensprengungen nicht komplett lösen, sie ist kein Allheilmittel." Man müsse davon ausgehen, dass Täter nicht komplett abgeschreckt würden und mit neuen, noch aggressiveren Methoden reagieren, "womöglich auch in der Hoffnung, dass nicht alle Geldscheine vollständig verklebt werden", meinte Schmalzl.