Spannende Mod: Modder lässt die Bewohner von Animal Crossing mit KI reden

Künstliche Intelligenz spielt schon jetzt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Videospielen und dieser Einfluss dürfte in Zukunft noch größer werden. Eine Idee ist, NPCs mithilfe von KI-Sprachmodellen sprechen zu lassen. Man stelle sich eine offene Welt wie in GTA vor, in der alle Passanten direkt angesprochen werden können und in Echtzeit auf die Spieler reagieren.
Eine solche Technologie ist allerdings nicht nur reine Zukunftsmusik, wie ein Modder kürzlich mit einem spannenden Projekt(öffnet im neuen Fenster) unter Beweis stellte. Der Softwareingenieur Josh Fonseca verband nämlich das 2001 für den Nintendo Gamecube erschienene Spiel Animal Crossing mit einem solchen Sprachmodell. Das Ergebnis ist teilweise lustig und teilweise verstörend.
Technisch anspruchsvolles Projekt
Ein grundlegendes Problem des Projekts ist, dass der Gamecube seinerzeit als reine Offlineinsel konzipiert und gebaut wurde. Es gibt zwar einen Broadband-Adapter (BBA), der das ändert; Animal Crossing verfügt aber über keinerlei Onlinefeatures. Daher entschied sich der Modder, den populären Dolphin-Emulator zu nutzen.
Nach einigen Fehlschlägen gelang ihm der Durchbruch mithilfe von Inter-Process Communication (IPC) und geteiltem Speicherplatz. Ein Teil des RAM des Gamecubes wurde zu einem Memory-Briefkasten umgebaut. Über den konnte das externe Python-Skript direkt in den Speicher schreiben, während das Spiel direkt daraus lesen kann.
Eine weitere Hürde bestand in der Sprache des Spiels. Neben dem geschriebenen Text gibt es im Spiel-Code zahlreiche Befehle, die bestimmte Animationen oder Gesichtsausdrücke auslösen. Der Modder musste also erst einmal mühselig herausfinden, welcher Teil des Codes überhaupt für die Texte der Bewohner zuständig ist, und dann die Sprache erlernen.
Die Bewohner lernen sprechen
Sein LLM ist zweigeteilt: in den Writer, der für die gesprochenen Texte zuständig ist, und zum anderen in den Director, der diese Texte dann mit den nötigen Befehlen ausstattet. Zuerst hat er sein Sprachmodell mit einem News-Feed gefüttert, und tatsächlich begannen die Bewohner kurz darauf, sich über aktuelle Themen auszutauschen.
Er erweiterte das System noch um ein geteiltes Gedächtnis, so dass aufgezeichnet wurde, wer was zu wem gesagt hat und wie die Personen sich dabei gefühlt haben. Ziemlich schnell gab es die ersten Stimmen, die sich über Tom Nook, den Kredit-Waschbär aus dem Universum, ärgerten. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass er einen News-Feed von Fox News genutzt hatte, was zu ein paar merkwürdigen Aussagen der Bewohner führte.
Den gesamten Code des spannenden Projekts stellte der Modder kostenlos zur Verfügung. Er selbst beschreibt es als das herausforderndste, aber auch befriedigendste Projekt, das er je einging.