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Spanien: Telefónica nutzt weiter das Kernnetz von Huawei

Telefónica kümmert sich nicht um den Druck aus den USA und nutzt bei 5G auf seinem Heimatmarkt weiterhin das Kernnetz von Huawei.
/ Achim Sawall
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Huawei und Telefonica im Jahr 2018 bei einer gemeinsamen Vorführung (Bild: Huawei)
Huawei und Telefonica im Jahr 2018 bei einer gemeinsamen Vorführung Bild: Huawei

Telefónica nutzt in Spanien weiterhin ein 5G-Kernnetz von Huawei. Das berichtet die Tageszeitung El País (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf "zuverlässige Branchenquellen" . Der Vertrag wurde bereits im Dezember 2024 vom damaligen Konzernchef José María Álvarez-Pallete bis zum Jahr 2030 verlängert.

Anfang 2025 vergab Telefónica laut El País einen Auftrag an Nokia für die Lieferung von 5G-Kernnetzausrüstung für Unternehmenskunden und Behörden.

Das britische Beratungsunternehmen Globaldata bewertete den Huawei-5G-Core(öffnet im neuen Fenster) zuletzt im Mai 2024 sehr positiv: Die Cloud-Native-Architektur integriere Services von 2G bis 5G, der Single Voice Core (SVC) biete Sprachdienste von 2G bis 5G sowie VoIP- und VoWiFi-Dienste. Globaldata-Sprecherin Sarath Chandra hat Golem die Angaben bestätigt.

Das Kernnetz läuft in der Regel in mehreren Rechenzentren, in denen der Datenverkehr verarbeitet wird. Durch Redundanz auf Basis von zwei Rechenzentren (Dual-DC) werde eine hohe Verfügbarkeit erreicht, erklärte Huawei.

Was ist das 5G-Kernnetz?

Zu den wesentlichen Netzbereichen von 5G zählen das Kernnetz und das Zugangsnetz, auch Radio Access Network (RAN) genannt. Verbunden werden die beiden Netze durch das Transportnetz, das als Bindeglied zwischen dem Kernnetz und den Basisstationen (Antennen) fungiert und die Daten von Netz zu Netz überträgt.

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)(öffnet im neuen Fenster) stuft den 5G-Core als zentrales Element des 5G-Systems als besonders sicherheitskritisch ein. "Neben dem Mobilitätsmanagement ist das Kernnetz außerdem für die Authentifizierung zuständig und speichert sensible Nutzerdaten zur Identifizierung der registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer" , so das BSI.

In Deutschland werden wegen des politischen Drucks aus den USA schon seit Jahren alle 5G-Kernnetzaufträge an nicht-chinesische Ausrüster vergeben. Belege für eine Sicherheitsbedrohung durch Huawei-Technik wurden jedoch nie vorgelegt.

Vor rund einem Jahr einigten sich Regierungsvertreter und Netzbetreiber darauf, dass keine einzige Huawei-Antenne ausgetauscht werden muss. Nur im Kernnetz müssen bis zum Jahr 2026 Komponenten chinesischer Hersteller wie Huawei oder ZTE ausgebaut werden.

Telekom und Vodafone hatten das ohnehin schon durchgeführt, lediglich Telefónica Deutschland hat noch einige Huawei-Core-Komponenten im Netz. Bis Ende 2029 soll in einer zweiten Phase chinesische Software aus dem Managementsystem des Zugangs- und Transportnetzes entfernt werden.


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