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Spanien: Investor aus Saudi-Arabien steigt bei Telefónica ein

Saudi Telecom könnte zum größten Einzelaktionär beim spanischen Netzbetreiber werden. Das Geschäft bedarf noch der Genehmigung durch die Politik.
/ Marius Pieruschka
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Telefónica spricht vom freundlichen Investor Saudi Telecom (Bild: Telefónica S.A.)
Telefónica spricht vom freundlichen Investor Saudi Telecom Bild: Telefónica S.A.

Saudi Telecom Company (STC) steigt beim spanischen Netzbetreiber Telefónica ein. Das Staatsunternehmen aus Saudi-Arabien kündigte an, über den Erwerb von Aktien und Finanzinstrumenten im Wert von 2,1 Milliarden Euro eine Beteiligung von 9,9 Prozent zu erwerben. Saudi Telecom wäre damit der mit Abstand größte Einzelaktionär des spanischen Netzbetreibers, wie das Handelsblatt berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Bisher war die spanische Bank BBVA der größte Einzelaktionär.

In der spanischen Regierung regt sich Widerstand gegen das Vorhaben. Laut Wirtschaftsministerin Nadia Calviño handelt es sich bei Telefónica um ein strategisches spanisches Unternehmen. Der Netzbetreiber stellt das Kommunikationsnetz für das spanische Verteidigungsministerium und ist in der Cyberabwehr tätig. Aus diesem Grund werde man den Einstieg von Saudi Telecom bei Telefónica genau prüfen.

STC ist der größte Telekomkonzern in Saudi-Arabien, er gehört zu zwei Dritteln dem Staatsfonds des Königreichs. Telefónica sprach von einer freundlichen Annäherung des Investors. STC-Chef Olayan Alwetaid betonte, er strebe beim spanischen Netzbetreiber keine Mehrheit an und wolle diesen auch nicht kontrollieren.

Spanische Regierung muss in drei Monaten über den Deal entscheiden

Der Erwerb von 9,9 Prozent von Telefónica bedarf der Genehmigung durch die spanische Regierung. Seit Juli 2023 gilt eine Gesetzesnovelle. Ausländische Käufer benötigen eine Genehmigung der Behörden, wenn sie mehr als 5 Prozent an einem Unternehmen erwerben, das für die nationale Sicherheit relevant ist.

Aus diesem Grund kaufte Saudi Telecom zunächst nur 4,9 Prozent der Aktien. Die weiteren 5 Prozent will der Telekomkonzern erwerben, wenn eine Genehmigung durch die Politik vorliegt. Die spanische Regierung hat drei Monate Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.


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