Spainsat NG II: Satellit von Weltraumpartikel getroffen

Der Satellit Spainsat NG II hat während des Übergangs in seine Orbitalposition einen Weltraumnotfall(öffnet im neuen Fenster) erlitten. In einer Entfernung von 50.000 Kilometern wurde der spanische Satellit von einem bisher unbekannten Weltraumpartikel getroffen. Er befand sich in einem hochelliptischen Erdorbit (Heo: Highly Elliptical Orbit), der weit hinter der geostationären Umlaufbahn liegt, die sein eigentliches Ziel sein sollte.
Hisdesat, der Betreiber und Eigentümer des Satelliten, hat bereits einen Notfallplan aktiviert, um sicherzustellen, dass Dienstleistungen, die dem Verteidigungsministerium und anderen Kunden zugeordnet sind, nicht betroffen sind. Der Satellit operiert im X-Band, dem militärischen K-A-Band und im Ultrahochfrequenzbereich (UHF).
Der Satellit wurde am 23. Oktober 2025 mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX vom US-amerikanischen Weltraumhafen Cape Canaveral (Florida, USA) gestartet. Er sollte ein sicheres Kommunikationskonstellationsduo vervollständigen. Dazu wird er voraussichtlich nicht mehr zu in der Lage sein.
Schutz vor nuklearer Explosionen, aber nicht vor Weltraumpartikel
Spainsat NG-I befindet sich dagegen seit vergangenem Januar in seinem vorgesehenen Orbit. Das von Airbus gebaute Satellitenpaar wurde laut Airbus(öffnet im neuen Fenster) als " fortschrittliches staatliches Kommunikationssystem in Europa" konzipiert.
Sie sollen gegen Störungen geschützt sein(öffnet im neuen Fenster) und solche auch präzise geolokalisieren können. Zudem scheinen sie auch gegen nukleare Explosionen in großer Höhe (Hane: high altitude nuclear explosions) geschützt zu sein – aber eben nicht gegen kleine Partikel, die mit hohen Geschwindigkeiten durchs All rasen können.
Seit der Kollision ist der Status des Satelliten unbekannt. Das technische Team soll daran arbeiten, die verfügbaren Daten zu analysieren und anhand dieser das Ausmaß des Schadens bestimmen. "Falls nötig, wird die Spainsat NG-2 so bald wie möglich ersetzt" , heißt es in der Pressemitteilung der Indra Group, dem Mehrheitspartner von Hisdesat.