Spähaffäre: Snowden erklärt seine Frage an Putin
Nach seiner Frage an Wladimir Putin im Rahmen einer Fernsehübertragung hat Edward Snowden in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung Guardian seine Motivation(öffnet im neuen Fenster) für die Aktion erläutert. Der Whistleblower hatte den russischen Präsidenten per Videozuschaltung gefragt, ob es in seinem Land Massenüberwachung von Kommunikation gebe. Putin hatte darauf nonchalant geantwortet, er könne sich als Ex-Agent mit dem früheren NSA-Mitarbeiter Snowden wie unter Profis unterhalten und dann gemeint, lückenlose Überwachung wie durch die NSA gebe es nicht.
Wie Snowden in seinem Guardian-Beitrag feststellt, war das eine ausweichende Antwort. Er habe die Frage aber dennoch stellen wollen, weil der russische Präsident zur Überwachung ebenso wie Barack Obama Aussagen machen müsse. Er habe die Methoden der NSA nicht deshalb öffentlich gemacht, weil die USA sich dabei als einzige falsch verhalten würden, erläutert Snowden weiter. Vielmehr sei Überwachung "eine Bedrohung für alle Menschen, überall, unabhängig davon, wer sie veranlasst."
Er habe, anders als von vielen Kritikern unterstellt, Russland nicht die Treue geschworen, und auch keine anderen heimlichen Motive für seine Frage gehabt, betont Edward Snowden. Es sei ihm darum gegangen, die bislang in Russland kaum stattfindende Diskussion um Überwachung in Gang zu bringen. Das sei innerhalb Russlands auch anerkannt worden, unter anderem von dem Kreml-kritischen Journalisten Andrei Soldatov. Snowden beschließt seinen Beitrag wie folgt: "Wenn wir die Aussagen von Amtsinhabern auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen wollen, müssen wir ihnen zuerst die Gelegenheit geben, diese Aussagen zu machen."
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



