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Spadex: Vierte Nation absolviert Andockmanöver im All

Bisher ist es nur den USA, Russland und China im Weltraum gelungen, zwei Objekte aneinander andocken zu lassen. Nun ist dieses Manöver auch Indien gelungen.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahme kurz vor dem indischen Dockingmanöver (Bild: Isro)
Aufnahme kurz vor dem indischen Dockingmanöver Bild: Isro

Am 15. Januar 2025 ist es der indischen Raumfahrtbehörde Isro als vierter Nation gelungen, ein Andockmanöver im Weltraum zu absolvieren. Das Space Docking Experiment (Spadex) brach am 30. Dezember 2024(öffnet im neuen Fenster) mit einer indischen PSLV-Rakete vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota (im Südwesten der Republik) ins Weltall auf.

Von da an verfolgte der SDX01-Satellit den SDX02-Satelliten in etwa 475 Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel. Ursprünglich sollte das Docking-Manöver bereits um den 7. Januar 2025 erfolgen. Es kam jedoch zu einem unerwarteten Abdriften der Satellitenoperation, so dass sogar befürchtet wurde, dass das Andocken erst im März erfolgen kann. Es gelang der Isro jedoch bereits am 15. Januar, mit SDX01 an SDX02 anzudocken.

Indiens erstes Andockmanöver im Weltraum

"Manöver von 15 m auf 3 m Haltepunkt abgeschlossen. Andocken präzise eingeleitet, was zur erfolgreichen Erfassung des Raumfahrzeugs führte" , erklärte die Isro am 16. Januar über die Social-Media-Plattform X(öffnet im neuen Fenster) .

Die Spadex-Mission umfasst ein einheimisches, schonendes Andocksystem mit einer Annäherungsgeschwindigkeit von etwa 10 Millimetern pro Sekunde sowie einen Laser-Entfernungsmesser (LRF), Corner-Cube-Retro-Reflektoren und andere Sensoren, um präzise Andockmanöver zu ermöglichen. Ein GNSS-basierter RODP-Prozessor (Relative Orbit Determination and Propagation) wird für eine genaue relative Positionierung verwendet.

Wichtiger Meilenstein für zukünftige Weltraummissionen

Damit ist Indien nach den USA, der Sowjetunion/Russland und China das vierte Land, das das Andocken zweier Raumfahrzeuge im Orbit erfolgreich abgeschlossen hat. Der indische Premierminister Narendra Modi gratulierte dem Team und erklärte via X(öffnet im neuen Fenster) , dass dies "ein wichtiger Meilenstein für Indiens ehrgeizige Weltraummissionen in den kommenden Jahren" sei.

Die Spadex-Mission ist Teil der Bemühungen Indiens, mit seinem Gaganyaan-Programm das vierte Land zu werden, das unabhängige Fähigkeiten zur bemannten Raumfahrt entwickelt. Ein erster bemannter Flug ist derzeit für 2026 geplant. Unbemannte Testflüge sind für 2025 geplant. Das Land plant, bis 2035 die Raumstation Bharatiya Antariksha (BAS) im Orbit zu errichten und bis 2040 eine bemannte Mondlandung durchzuführen .

Die Andocktechnologie wird auch für Indiens Chandrayaan-4-Mission zur Entnahme von Proben vom Südpol des Mondes benötigt, die voraussichtlich 2027 oder 2028 starten wird. Ein Servicemodul soll die Proben von einem Aufstiegsfahrzeug annehmen, nachdem dieses von der Mondoberfläche abgehoben und in die Mondumlaufbahn eingeschwenkt ist.


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