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SpaceX-Zeitplan: Starship verzögert Mondlandung mit Artemis III auf 2028

Mit Artemis III sollen wieder Menschen auf dem Mond landen. Doch der Zeitplan von SpaceX stimmt nicht mit dem der Nasa überein.
/ Patrick Klapetz
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Das Orion-Raumschiff auf dem Weg zum Mond - mit oder ohne Starship? (Symbolbild) (Bild: Nasa)
Das Orion-Raumschiff auf dem Weg zum Mond - mit oder ohne Starship? (Symbolbild) Bild: Nasa

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa will mit der Artemis-III-Mission wieder Astronauten auf die Mondoberfläche bringen. Dafür soll ein umgebautes Starship von SpaceX zum Einsatz kommen. Doch die Fortschritte beim Starship sind für die Nasa zu langsam. In einer angespannten Zeit, in der SpaceX den Auftrag für die Mondlandung verlieren könnte, muss Elon Musk nun auch eine Missionsverschiebung auf das Jahr 2028(öffnet im neuen Fenster) verkünden.

Der bisherige – und bereits verschobene – Zeitplan sah das Jahr 2027 vor . Dann soll das Orion-Raumschiff von Lockheed Martin mit der Megamondrakete SLS (Space Launch System) von Boeing mit vier Astronauten an Bord ins Weltall aufbrechen.

In der Mondumlaufbahn sollen zwei dieser Astronauten in das Starship HLS (Human Launch System)  umsteigen und mit ihm auf der Mondoberfläche landen. Dort werden sie für etwa eine Woche Experimente und Erkundungen vornehmen, bevor das HLS sie wieder zum Orion-Raumschiff bringt, mit dem sie zurück zur Erde gebracht werden.

Starship-Tankstelle: Betankung im Weltraum

Doch der Zeitplan für dieses von der Nasa vorgesehene Unterfangen entspricht nicht dem von SpaceX. Laut einem internen Dokument von SpaceX, das Politico vorliegt, strebt das Unternehmen für Juni 2026 die erste Demonstration einer Betankung im Orbit an. Dabei sollen zwei Starships aneinander andocken und einen Tankvorgang absolvieren. Dieser ist notwendig, denn beim Start des HLS in die Erdumlaufbahn wird fast der komplette Treibstoff verbraucht.

Ohne ein Auftankmanöver im All könnte das umgebaute Starship sein Missionsziel demnach nicht erreichen. Um seine Aufgaben für Artemis III zu erfüllen, schätzt SpaceX, dass die Mondlandefähre Starship bis zu 12 Mal im Weltraum betankt werden muss, um genügend Treibstoff für die Landung auf dem Mond und den Rückflug in die Mondumlaufbahn mitzuführen.

Verschiebung von Artemis III wahrscheinlich

Wenn Starship diese Qualifikationstests erfolgreich besteht und den aktuellen Zeitplan einhält, könnte laut Schätzungen von SpaceX der erste Versuch einer bemannten Mission zur Mondoberfläche frühestens im September 2028 stattfinden. Laut Politico hat SpaceX diese Termine noch nicht mit der Nasa abgestimmt.

Das Unternehmen räumt ein, dass sein Zeitplan außerhalb des ursprünglichen Nasa-Vertrags liegt, und hofft, in Abstimmung mit der Weltraumbehörde neue Vertragsfristen festlegen zu können, heißt es in dem Bericht(öffnet im neuen Fenster) .

Von den fünf Starts von Starship im Jahr 2025 galten die ersten drei als nicht erfolgreich. Bei jedem dieser Starts ging die obere Stufe des Raumschiffs entweder im Weltraum oder beim Wiedereintritt verloren. Bei den letzten beiden Starts konnte SpaceX seine Technologie jedoch voranbringen.

Space Race 2.0: Die USA könnten das Mondrennen verlieren

Ob das reichen wird, um die nächsten Astronauten noch vor den Chinesen zum Mond zu bringen? Denn diese wollen voraussichtlich 2029 zwei ihrer Taikonauten auf der Oberfläche des Trabanten landen lassen. Zudem machen die Chinesen gerade große Fortschritte in ihrem Mondprogramm.

Die Sorge wegen eines möglichen Überholmanövers der Chinesen wächst nicht nur in der Raumfahrtindustrie , sondern auch bei der Nasa selbst. Deswegen öffnete der amtierende Nasa-Administrator Sean Duffy kürzlich eine neue Ausschreibung für Artemis III  - bei der sowohl SpaceX als auch Blue Origin neue Entwürfe mit einem vereinfachten System einreichten.  

Artemis I startete im November 2022, während Artemis II voraussichtlich im Februar 2026 für einen Rundflug ohne Landung zum Mond starten könnte. Wenn Artemis III erst im September 2028 zum Mond aufbrechen kann, liegen mehr als zwei Jahre zwischen den Missionen des Artemis-Programms. Dagegen lagen zwischen den elf Apollo-Missionen, die zwischen 1968 und 1972 erfolgten, jeweils nur etwa 4,5 Monate. Die Chinesen wollen wiederum bis 2035 ihre eigene Basis in der Südpolregion des Mondes errichten . Die USA hinken zumindest auf dem Papier derzeit hinterher.


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