• IT-Karriere:
  • Services:

SpaceX: Wiederverwendung soll normal werden

Eine Falcon-9-Rakete mit einer gebrauchten Raketenstufe hat erfolgreich einen Satelliten gestartet und ist auch wieder gelandet. SpaceX will die Wiederverwertung künftig zum Normalfall machen.

Artikel veröffentlicht am ,
Diese Raketenstufe brachte CRS-8 und SES-10 ins Weltall.
Diese Raketenstufe brachte CRS-8 und SES-10 ins Weltall. (Bild: Screenshot (SpaceX Webcast))

Der erste Flug ist geschafft: SpaceX hat mit einer gebrauchten Raketenstufe einen Satelliten in seine Umlaufbahn befördert und die gebrauchte Raketenstufe ein zweites Mal wieder sicher auf einem Schiff gelandet. Für das Unternehmen ist dies ein großer Erfolg - ebenso wie für die gesamte Raumfahrt. Für viele Kritiker galt das Vorhaben als unmöglich oder zumindest zu komplex. Zugleich ist der Flug nur ein erster Schritt in Richtung Normalität.

Stellenmarkt
  1. Müller-BBM Active Sound Technology GmbH, Planegg
  2. SCHOTT AG, Mainz

Mit vier Monaten dauert es noch viel zu lange, bis eine Raketenstufe für einen zweiten Flug wieder hergerichtet ist. Mit mehr Erfahrung und einer weiter verbesserten Rakete soll diese Zeit kürzer werden. Nach dem Flug sollen weniger Bauteile ausgetauscht werden müssen. Auf einer Pressekonferenz sagte Firmenchef Elon Musk, das nächste große Ziel sei es, 2018 eine Falcon-9-Raketenstufe innerhalb von 24 Stunden zweimal fliegen zu lassen. In zwei Jahren soll die Wiederverwendung normal sein. Dann soll auch nur noch von flugerprobten Stufen die Rede sein. Musk sagte: "Sie würden auch nur in ein Flugzeug steigen, das wenigstens schon einmal geflogen ist."

Bei 20 geplanten Starts in diesem Jahr sollen sechs oder sieben der gebrauchten ersten Stufen wiederverwendet werden. Zwei davon sind für Flüge mit weiteren Satelliten des Luxemburger Satellitenbetreibers SES vorgesehen. Zwei weitere Stufen werden als Seitenbooster für die neue Schwerlastrakete Falcon Heavy dienen. Während diese eine neu konstruierte zentrale Stufe verwendet, sind die Seitenbooster weitgehend mit der Falcon 9 identisch.

Auch die Nutzlastverkleidung wurde gelandet

Kurz vor dem Start des Fluges wurde zudem bekanntgegeben, dass auch versucht werden solle, die Nutzlastverkleidung der Falcon 9 zu bergen. Dazu wurde diese mit kleinen Raketentriebwerken und steuerbaren Fallschirmen ausgestattet, um sie im Weltall zu stabilisieren und beim Fall zurück in den Ozean steuern zu können. Zumindest eine Hälfte der sechs Millionen US-Dollar teuren Verkleidung konnte im Meer ausgemacht werden.

Mit den geplanten Verbesserungen an der Falcon-9-Rakete soll die erste Stufe in Zukunft 10 Flüge ohne Generalüberholung absolvieren können und etwa 100 Flüge insgesamt. Zu den Verbesserungen gehören die Gitterflossen, mit denen die Raketenstufe beim Rücksturz zur Erde stabilisiert wird. Sie bestehen aus Aluminium, das durch die Luftreibung erst glüht und dann verbrennt. Künftig sollen die Gitterflossen aus Titan bestehen. Dazu kommen weitere Verbesserungen wie Triebwerke, die acht Prozent mehr Schub haben. Vor allem soll die neue Falcon-9-Variante die Anforderungen für Raumflüge mit Besatzung erfüllen, die ab nächstem Jahr stattfinden sollen.

Auch das Landeverfahren im Meer soll verbessert werden. Die Landebeine der Raketen sollen in Zukunft mit Hilfe eines ferngesteuerten Roboterfahrzeugs auf dem Schiffsdeck gesichert werden. Einige der Raketenstufen sollen in rauer See nur durch die Seitenbegrenzung des Schiffs vor dem Sturz ins Meer bewahrt worden sein. Mit dem ersten Einsatz des Roboters wird in den nächsten Monaten gerechnet.

Entwicklung hat eine Milliarde Dollar gekostet

Die erste Stufe der Falcon 9 macht laut SpaceX etwa 75 Prozent der Kosten der Rakete aus. Die Einsparungen durch die Wiederverwendung sollen zu einem deutlich niedrigeren Preis der Falcon-9-Starts für Kunden führen, doch sollen die Einsparungen zunächst nur zum Teil an die Kunden weitergereicht werden. SpaceX hat etwa eine Milliarde US Dollar in die Entwicklung der Wiederverwendbarkeit gesteckt und muss diese Kosten wieder einspielen.

Eine Stufe, die nie wieder fliegen wird, ist die Stufe, die in der Nacht zum Freitag half, den SES-10 in den Orbit zu bringen. Ähnlich wie die erste gelandete Falcon-9-Stufe soll auch die erste wiederverwendete ein Ausstellungsstück werden. Elon Musk will sie Cape Canaveral als Geschenk überlassen. Er bekräftigte zudem sein Ziel, Menschen zum Mars bringen zu wollen. Aktualisierte Pläne für das Marsraumschiff mit mehr Details sollen in etwa einem Monat veröffentlicht werden.

Bevor die ersten Menschen auf dem Mars landen können, muss vor allem das Geschäft auf der Erde funktionieren. Die neuen Pläne sollen deshalb vor allem die Finanzierbarkeit betreffen. Noch davor muss SpaceX aber beweisen, dass die Firma eine ausgereifte Rakete entwickelt hat. Bisher hat es SpaceX nicht geschafft, ein Jahr regulären Flugbetrieb ohne Zwischenfälle zu absolvieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 1.199,00€
  3. (u. a. Asus Rog Strix X570-F + Ryzen 7 3700X für 555,00€, Asus Tuf B450-Plus + Ryzen 7 2700 für...

Hotohori 02. Apr 2017

Sie starten ja nicht zum Spaß Richtung Ocean, falls beim Start etwas schief geht, dann...

Hotohori 02. Apr 2017

Nur wie soll das funktionieren? Von Firmen hört man immer bloß "ja nicht zu viel Risiko...


Folgen Sie uns
       


VW-Elektroautos aus Zwickau - Bericht

Der Volkswagen-Konzern will ab 2020 in Zwickau nur noch Elektroautos bauen - wir haben uns die Umstellung angesehen.

VW-Elektroautos aus Zwickau - Bericht Video aufrufen
Power-to-X: Sprit aus Ökostrom, Luft und Wasser
Power-to-X
Sprit aus Ökostrom, Luft und Wasser

Die Energiewende ist ohne synthetische Treibstoffe nicht zu schaffen. In Karlsruhe ist eine Anlage in Betrieb gegangen, die das mithilfe von teilweise völlig neuen Techniken schafft.
Ein Bericht von Wolfgang Kempkens

  1. The Ocean Cleanup Interceptor fischt Plastikmüll aus Flüssen
  2. The Ocean Cleanup Überarbeiteter Müllfänger sammelt Plastikteile im Pazifik

Apple TV+ im Test: Apple-Kunden müssen auf jeden Streaming-Komfort verzichten
Apple TV+ im Test
Apple-Kunden müssen auf jeden Streaming-Komfort verzichten

Apple ist mit Apple TV+ gestartet. Wir haben das Streamingabo ausprobiert und waren entsetzt, wie rückständig alles umgesetzt ist. Der Kunde von Apple TV+ muss auf sehr viele Komfortfunktionen verzichten, die bei der Konkurrenz seit langem üblich sind.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
  3. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat

Gardena: Open Source, wie es sein soll
Gardena
Open Source, wie es sein soll

Wenn Entwickler mit Zeitdruck nach Lösungen suchen und sich dann für Open Source entscheiden, sollte das anderen als Vorbild dienen, sagen zwei Gardena-Entwickler in einem Vortrag. Der sei auch eine Anleitung dafür, das Management von der Open-Source-Idee zu überzeugen - was auch den Nutzern hilft.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

  1. Linux-Kernel Machine-Learning allein findet keine Bugs
  2. KernelCI Der Linux-Kernel bekommt einheitliche Test-Umgebung
  3. Linux-Kernel Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

    •  /