SpaceX: Was Starlink Deutschland bringen könnte

In Deutschland könnten eine halbe Million Haushalte von Elon Musks schnellem Satelliteninternet profitieren - auch wenn das Starlink-Geschäftsmodell sehr ambitioniert ist.

Eine Analyse von und veröffentlicht am
Spur einer Gruppe von Spacex-Starlink-Satelliten, am 7. Februar 2021 über Uruguay
Spur einer Gruppe von Spacex-Starlink-Satelliten, am 7. Februar 2021 über Uruguay (Bild: Mariana Suarez/AFP via Getty Images)

Wer keine schnelle Internetverbindung hat, dem will SpaceX mit Starlink helfen. Die Satelliten können pro Verbindung bis zu ein Gigabit pro Sekunde liefern. Im Testbetrieb sind es immerhin schon 50 bis 150 MBit/s. Auch in Deutschland hoffen viele auf schnelleres Internet per Satellit.

Inhalt:
  1. SpaceX: Was Starlink Deutschland bringen könnte
  2. 2.400 Starlink-Satelliten kosten so viel wie drei normale Satelliten

In ländlichen Regionen sollen fast 30 Prozent der Haushalte noch keinen Internetzugang mit ausreichenden Datenraten haben, insgesamt eine halbe Million. Ein Blick in den Breitbandatlas des Bundes zeige, dass Hunderttausende Menschen aufgrund langer Kupferleitungen sehr schlechte Internetverbindung haben, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner im Januar 2021. "Der Satellit wird nie Millionen Glasfaser- oder Mobilfunkanschlüsse ersetzen, aber dort, wo es nötig und sinnvoll ist, werden Satelliten zukünftig eine viel größere und wichtigere Rolle spielen als heute", sagte Grützner.

Fördern will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das mit Gutscheinen über 500 Euro für einen Satellitenanschluss für Haushalte, die über eine Datenübertragungsrate von weniger als 10 MBit/s verfügen. Bereits im Oktober 2020 hat das Bundesverkehrsministerium über eine Förderung von Satelliteninternet gesprochen. Aber sind Satelliten dafür überhaupt geeignet und kann das Geschäftsmodell von SpaceX eine Konkurrenz für herkömmliche Anbieter darstellen?

Teure Glasfaser und langsame Satellitenverbindungen

Allerdings sind Internetverbindungen über geostationäre Satelliten, wie sie etwa von Eutelsat angeboten werden, für Videokonferenzen im Homeschooling wegen der großen Signallaufzeiten von einer halben Sekunde schlecht geeignet. Außerdem ist die Bandbreite dieses Satelliten für eine flächendeckende Versorgung mit 75 GBit/s zu stark beschränkt. Tesla-Gründer Elon Musk investiert mit seinem Unternehmen Starlink Milliarden in eine Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit, bei der jeder Satellit eine Bandbreite von rund 20 GBit/s zur Verfügung stellen kann.

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Eine andere Möglichkeit, die abgelegenen Haushalte zu versorgen, ist theoretisch 5G-Mobilfunk. Die Kosten für einen Ausbau mit 3,6-GHz-Frequenzen sind durch die vielen benötigten Basisstationen und den Backhaul viel zu hoch. Hier sind sehr hohe Datenraten über 1 GBit/s möglich. Auch im langsameren 2,1-GHz-Band, mit dem maximal 225 MBit/s erreichbar sind, müssen sich alle Nutzer einer Funkzelle die Kapazität teilen. Für eine leistungsfähige Anbindung über große Entfernungen, wie auf dem Land, ist Glasfaser notwendig.

Glasfaser ist teuer. Die Deutsche Glasfaser nennt aber keine konkreten Zahlen dazu, wie viel der Kilometer Glasfaserausbau in abgelegenen Regionen kostet. "Es handelt sich bei dieser Angabe um Unternehmensinterna, die ich Ihnen leider nicht zur Verfügung stellen kann", sagte Firmensprecher Dennis Slobodian Golem.de auf Anfrage. Die Deutsche Telekom ist da weitaus offener: "Im Schnitt sind es 70.000 Euro. Je nach Bodenbeschaffenheit geht es rauf oder runter", erklärte uns Telekom-Sprecher Markus Jodl. Im Extremfall kann aber schon der Anschluss an eine 200 m entfernte Verteilerstation 80.000 Euro kosten. Auch das Forschungsinstitut WIK geht für Deutschland vereinfacht von Kosten für 40.000 bis 60.000 Euro/km aus. Eine Starlink-Antenne kostet hingegen nur 500 Euro, unabhängig von der Entfernung zum nächsten Anschluss.

Starlink ist nur für dünn besiedelte Gegenden gedacht

Allerdings betont Elon Musk, dass Starlink vor allem in dünn besiedelten Gegenden gut funktioniert und konzentriert sich dabei auf den Markt in den USA, wo bereits heute etwa 2 Millionen Kunden über Satelliteninternet von Viasat und Hughesnet versorgt werden. Im Durchschnitt hat aber selbst Mecklenburg-Vorpommern die doppelte Bevölkerungsdichte der USA. Es ist also fraglich, ob wirklich alle unterversorgten Haushalte und Firmen in Deutschland mit Starlink adäquat versorgt werden können. Erst mit der voll ausgebauten Konstellation sollen in Deutschland bis zu 100 Satelliten in Reichweite sein.

Aber während in Deutschland gefragt wird, ob Starlink genug Kunden versorgen kann, kommen anderswo Fragen auf, ob sich die hohen Gesamtausgaben für die Starlink-Satellitenkonstellation überhaupt rechnen können. Elon Musk schätzt die Kosten für den Aufbau von Starlink auf insgesamt etwa 10 Milliarden US-Dollar, die weit über den Start und Bau der Satelliten hinausgehen. Business-Insider versuchte, die Verteilung der Kosten zu analysieren.

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2.400 Starlink-Satelliten kosten so viel wie drei normale Satelliten 
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senf.dazu 12. Jun 2021

..

senf.dazu 23. Feb 2021

Es ist wohl nicht nur die konkrete Besiedlungsdichte - es ist auch schlicht ne Frage der...

Huso 18. Feb 2021

Im schlimmsten Fall braucht man bessere Antennen die sich schneller ausrichten können...

berritorre 16. Feb 2021

Ich will damit nicht sagen, dass hier überall und immer Internet vorhanden ist. Wenn ich...

berritorre 16. Feb 2021

So sieht es aus.



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