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SpaceX: USA schmuggelt Tausende Starlink-Terminals nach Iran

Die USA versorgen Regimegegner im Iran mit Satelliteninternet von SpaceX – doch Experten warnen vor den Risiken der Aktion.
/ Michael Linden
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Iranische Flagge (Bild: Pexels)
Iranische Flagge Bild: Pexels

Die US-Regierung hat offenbar eine verdeckte Operation durchgeführt, um Tausende Satelliten-Internet-Terminals in den Iran zu schmuggeln. Nach Angaben von US-Beamten gelangten etwa 6.000 Starlink-Terminals ins Land, nachdem das Regime im Januar brutal gegen Demonstranten vorgegangen war und den Internetzugang massiv einschränkt hatte. Das berichtete das Wall Street Journal (WSJ)(öffnet im neuen Fenster) .

Das Außenministerium kaufte demnach knapp 7.000 Starlink-Terminals, die meisten davon im Januar 2026. Die Finanzierung erfolgte durch Umschichtung von Geldern, die ursprünglich für andere Internet-Freiheitsprogramme im Iran vorgesehen waren. Hochrangige Regierungsvertreter trafen die Entscheidung, diese Mittel für die Beschaffung der Satellitenkommunikationsgeräte umzuwidmen.

Nach Angaben von Beamten war Präsident Donald Trump über die Lieferungen informiert. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem WSJ ab.

Streit um Internetzugang

Die iranische Regierung hatte während der Januar-Proteste den Internetzugang massiv eingeschränkt. Die Demonstrationen waren wegen der Misswirtschaft und der autoritären Herrschaft ausgebrochen. Tausende Demonstranten wurden Berichten zufolge bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste getötet.

Der Besitz eines Starlink-Terminals ist im Iran illegal und kann mehrjährige Haftstrafen nach sich ziehen. Das Regime kontrolliert den Medienzugang streng und durchsucht regelmäßig Wohnungen nach Hinweisen auf Satelliten-Internet-Ausrüstung. Trotz dieser Risiken schätzen Analysten und Aktivisten laut WSJ, dass Zehntausende Iraner die Terminals besitzen, um außerhalb der staatlichen Zensur zu kommunizieren und Informationen zu erhalten.

Die Entscheidung für Starlink-Systeme löste interne Debatten in der US-Regierung aus. Einige Beamte argumentierten, dass virtuelle private Netzwerke (VPNs) besseren Schutz für iranische Dissidenten böten und für eine breitere Bevölkerung zugänglicher seien. Laut internen Daten des Außenministeriums nutzten etwa 30 Millionen Iraner während der Proteste 2022 US-finanzierte VPNs.

Mora Namdar, die bis Dezember das Nahost-Büro des US-Außenministeriums leitete, schickte im August ein Memo an Außenminister Marco Rubio, in dem sie für Starlink-Käufe plädierte. Sie argumentierte, dass VPNs unwirksam würden, wenn der Internetdienst vollständig abgeschaltet werde.

Experten warnten laut WSJ jedoch, dass die Umleitung von Mitteln von VPNs zu Starlink bestehende Programme untergraben könnte. Die Nutzung von Starlink ohne VPN-Schutz erleichtere es den iranischen Behörden, Nutzer zu orten. Wie dies möglich sei, wurde nicht mitgeteilt. Das US-Außenministerium ließ die Finanzierung für zwei von fünf VPN-Anbietern für den Iran auslaufen, als Mittel umgeschichtet wurden.


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