SpaceX: Starship-Prototyp explodiert in letzter Sekunde

Im zweiten Startversuch hob Starship 08 von SpaceX ab. Die Landung war etwas abrupt.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Landung des Starship gelang nicht.
Die Landung des Starship gelang nicht. (Bild: SpaceX)

Am Dienstag sollte der Starship-Prototyp mit der Seriennummer 08 in Texas (USA) zu einem 12,5 km hohen Flug abheben. Doch kurz vor der Zündung der Triebwerke ist der erste Versuch abgebrochen worden. Am Mittwoch folgte der zweite Versuch, der dann tatsächlich durchgeführt wurde.

Stellenmarkt
  1. Informatiker / Ingenieur (m/w/d) (FH) / Bachelor für die Applikationsbetreuung / Entwicklung
    Bayerisches Landeskriminalamt, Königsbrunn
  2. ERP Consultant / Projektmanager (m/w/d)
    Rhenus Media Systems GmbH & Co. KG, Augsburg (Home-Office möglich)
Detailsuche

Ursprünglich waren 15 Kilometer Flughöhe vorgesehen, also genau 100-mal so viel wie bei bisherigen Flügen. Allerdings ist das Wetter in der Höhe recht unberechenbar, während bis 12,5 km Höhe Wetterdaten von Verkehrsflugzeugen vorliegen.

Die Chancen auf einen Feuerball am Ende waren groß

Der Flugplan war im Prinzip ganz einfach: abheben, hoch fliegen und kontrolliert herunterkommen. Als Elon Musk die Ziele des Testfluges beschrieb, war die Landung selbst nicht dabei. Er gab dem Starship eine Chance von einem Drittel, in einem Stück zu landen. Die bisherigen Prototypen waren nichts mehr als zylindrische Tanks mit einem Gewicht an der Spitze, einem einzelnen Triebwerk und Landebeinen.

Diesmal waren drei Raptor-Triebwerke, unterteilte Tanks, die aerodynamische Nasenverkleidung und Flügelklappen zur Lagesteuerung beim Flug durch die Atmosphäre und der Landung dabei. Alle diese Systeme sollten getestet werden.

Golem Karrierewelt
  1. Microsoft 365 Security: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.12.2022, Virtuell
  2. Microsoft 365 Administration: virtueller Drei-Tage-Workshop
    09.-11.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Nachdem der Prototyp nun gestartet ist, konnten alle der geplanten Manöver durchgeführt werden. Der Flug auf die geplante Höhe war dabei trotz der drei Triebwerke noch der einfachste Teil.

Das Starship landet anders als ein Flugzeug

Heikel ist die Rückkehr: Auf dem Weg zurück zur Erde muss das Starship mit den Flügelklappen quer zur Flugrichtung gestellt werden, um mit Hilfe des höheren Luftwiderstands abzubremsen. Anders als ein Flugzeug soll das Starship danach aber senkrecht wie eine Falcon-9-Rakete auf seinen Landebeinen landen. Dafür muss es wieder in die Senkrechte gekippt werden. Das heikle Manöver war der Hauptgrund für Elon Musks Pessimismus bei den Chancen auf eine geglückte Landung, schon lange vor dem Start.

Außerdem müssen die Wiederzündung der Triebwerke und die Umschaltung zwischen den Tanks klappen. Im Inneren der Methan- und Sauerstofftanks des Starships befinden sich jeweils kleinere Tanks, die nur für die Landung vorgesehen sind. Der Treibstoff in den großen Tanks für den Flug würde bei dem vergleichsweise wilden Landemanöver im Starship herumschwappen, die kleinen Tanks sind dagegen voll und insgesamt weniger anfällig für solche Lastwechsel.

Über den weiteren Verlauf berichten wir in Artikelupdates.

Nachtrag vom 8. Dezember 2020, 14:08 Uhr

Der Start der Liveübertragung wurde auf 17 Uhr verschoben.

Nachtrag vom 8. Dezember 2020, 17:03 Uhr

Der Start verzögert sich wegen weiterer Startvorbereitungen. Der Zeitpunkt ist derzeit unbekannt. Von Nasaspaceflight.com gibt es einen weiteren Stream von der Startanlage mit englischem Kommentar.

Nachtrag vom 8. Dezember 2020, 23:36 Uhr

Der Start wurde 1,3 Sekunden vor der Zündung abgebrochen. Die Durchsage "Raptor abort" deutet auf einen automatischen Abbruch wegen eines Fehlers oder einer Unstimmigkeit in den Sensordaten der Triebwerke hin. Das bestätigte SpaceX auf Twitter. Der Artikel wurde entsprechend überarbeitet.

Nachtrag vom 9. Dezember 2020, 23:58 Uhr

Nach dem Startabbruch vom 8. Dezember folgte ein zweiter Versuch. Diesmal hob das Starship ab. Unklar blieb zunächst, ob die drei Raptor-Triebwerke während des Fluges mit Absicht nacheinander abgeschaltet wurden oder möglicherweise wegen Defekten ausfielen. Später schien es, dass zumindest eines der Triebwerke einen Defekt aufwies. Tatsächlich funktionierten die Triebwerke aber wie vorgesehen.

Bis zum Brennschluss des dritten Triebwerks flog das Starship kontrolliert senkrecht nach oben und fiel dann zurück. Dabei nahm es die geplante Fluglage ein. In einem spektakulären Manöver, das in Echtzeit sehr schnell ablief, stellte sich das Starship nach der erfolgreichen Wiederzündung von zwei Triebwerken senkrecht auf und bremste den Fall ab. Kurz vor der erhofften Landung musste aber ein Triebwerk abgeschaltet werden, damit der Schub klein genug für eine sanfte Landung wurde.

Aus dem noch laufenden Triebwerk schossen leuchtend grüne Flammen - ein Phänomen, das im sarkastischen Fachjargon als "triebwerksreiche Verbrennung" bezeichnet wird. Die Kupferwände in der Brennkammer verbrannten, was die grüne Farbe erzeugte. Der Schub ließ entsprechend zu wünschen übrig, ebenso die Eleganz des Aufsetzens. Die Zuverlässigkeit des Starships muss SpaceX also noch verbessern, bevor der Test mit dem nächsten Prototyp nochmal versucht wird.

Nachtrag vom 10. Dezember 2020, 0:36 Uhr

Laut Elon Musk wurden alle Testziele erreicht. Der nachlassende Schub vor der harten Landung war wohl einem zu geringen Druck im Methantank geschuldet. Das fehlende Methan führte zu einem Sauerstoffüberschuss in der Brennkammer, der die Verbrennung des Kupfers auslöste. Normalerweise wird der gesamte Sauerstoff in der Brennkammer verbrannt, so dass das nicht vorkommen kann. Der Update-Text von 23:58 Uhr wurde entsprechend angepasst.

Nachtrag vom 10. Dezember 2020, 2:50 Uhr

SpaceX hat ein Video des Landemanövers aus der Bodenperspektive veröffentlicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


TomTomTomTom 15. Dez 2020

Auf YouTube hat Cosmic Perspective ein Video mit dem Titel "Starship SN8 Test Flight: The...

TomTomTomTom 11. Dez 2020

Stimmt. Beim nochmaliger Betrachtung der Videos habe ich auch herausgefunden warum. Die...

Skalli 10. Dez 2020

Danke wie immer für die Berichterstattung. In der Nachtschicht kann man kleine Fehler mal...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Netztest
Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz

Bei der Reichweite der Breitbandversorgung überholt Telefónica den Konkurrenten Vodafone. Die Telekom erhält 952 von maximal 1.000 Punkten.

Netztest: Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz
Artikel
  1. Cybermonday: CPU-Kaufberatung für Spieler
    Cybermonday
    CPU-Kaufberatung für Spieler

    Wir erklären, wann sich ein neuer Prozessor wirklich lohnt und wann man doch lieber warten oder in eine Grafikkarte investieren sollte.
    Von Martin Böckmann

  2. Netzwerkprotokoll: Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen
    Netzwerkprotokoll
    Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen

    Sogar für IT-Profis scheint das Netzwerkprotokoll IPv6 oft ein Buch mit sieben Siegeln - und stößt bei ihnen nicht auf bedingungslose Liebe. Wir überprüfen die Vorbehalte in der Praxis und geben Tipps.
    Von Jochen Demmer

  3. 400.000 Ladepunkte: Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh
    400.000 Ladepunkte
    Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh

    Am 1. Januar 2023 will Audi seinen Ladedienst Audi Charging starten. Bis zu 0,81 Euro pro kWh werden verlangt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Monday bei Media Markt & Saturn • Nur noch heute: Black Friday Woche bei Amazon & NBB • MindStar: Intel Core i7 12700K 359€ • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Xbox Series S 222€ • Gamesplanet Winter Sale - neue Angebote • WD_BLACK SN850 1TB 129€ [Werbung]
    •  /