SpaceX: Starship landet nach Testflug erfolgreich und explodiert

Beim dritten Testflug schien alles gut zu werden - doch dann ist das Starship sieben Minuten nach der zunächst erfolgreichen Landung explodiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Beim Landeanflug des Starship zündeten diesmal alle drei Triebwerke und die Landung gelang.
Beim Landeanflug des Starship zündeten diesmal alle drei Triebwerke und die Landung gelang. (Bild: SpaceX / Screenshot (Golem.de))

Beim dritten Versuch ist das Starship von SpaceX erstmals erfolgreich gelandet, allerdings kam es sieben Minuten nach der Landung zu einer Explosion innerhalb der Triebwerksschürze, die auch den Treibstofftank und den Rest der Rakete zerstörte. Möglicherweise vermischte sich flüssiges Methan mit flüssigem Sauerstoff beim Öffnen der Tankventile zur Sicherung von Starship SN-10.

Die Geschwindigkeit bei der Landung war etwas zu hoch, so dass das Starship einen kleinen Sprung beim Auftreffen auf den Boden machte. Wie bei der Falcon 9 befinden sich in den Beinen Schockabsorber, die bei zu großer Beanspruchung zusammengedrückt werden. Dabei setzten aber die Schürze um die Triebwerke und möglicherweise auch die Triebwerksdüsen selbst auf dem Boden auf. Das Resultat war, dass das Starship schief stand und ein ungewöhnlich großes Feuer am unteren Ende der Rakete ausbrach, wohl durch ein Methanleck.

Inzwischen ist der Ablauf der Testflüge, wie schon bei SN-08 und SN-09, eigentlich Routine. Der Start findet mit drei Raptor-Triebwerken statt, die während des Fluges nacheinander abgeschaltet werden. In 10 km Höhe wird das letzte Triebwerk abgeschaltet, und das Starship fällt kontrolliert zurück zur Erde. Dabei nimmt es eine horizontale Lage ein, um einen möglichst hohen Luftwiderstand und eine niedrige Fallgeschwindigkeit zu erreichen.

Neu war beim Flug von SN-10, dass vor der Landung drei statt nur zwei Raptor-Triebwerke gezündet wurden. Beim Flug von SN-09 hatte eines der beiden Triebwerke nicht gezündet, und das verbliebene Triebwerk hatte nicht genug Schub, um das Starship rechtzeitig vor dem Boden abzubremsen. SpaceX-Chef Elon Musk bezeichnete es anschließend als eine Dummheit, nicht alle drei Triebwerke zu zünden, um notfalls eine Reserve zu haben. Das wurde diesmal umgesetzt und zumindest das Landemanöver gelang weitgehend.

Der Testflug war daher ein Fortschritt. Aber SpaceX muss noch mehr Arbeit in die Feinabstimmung der Triebwerke bei der Landung, die Konstruktion der Landebeine und die Sicherungsprozeduren nach der Landung stecken. Außerdem ist SpaceX wieder nicht in der Lage, die beim Flug aufgetretenen Lasten an den Triebwerken und den restlichen Strukturen des Starships zu analysieren. Das muss nun mit Starship SN-11 getan werden, das sich bereits im Bau befindet.

Nachtrag vom 6. März 2021, 10:33 Uhr

Elon Musk sagte inzwischen auf Twitter, dass das Raptor-Triebwerk bei der Landung zu wenig Schub lieferte und deshalb das Starship mit zu hoher Geschwindigkeit auf den Boden prallte. Ein solches Verhalten sei bei dem Triebwerk noch nie vorgekommen.

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neocron 09. Mär 2021

dann haette es bei Abschaltung des dritten Triebwerks nach dem Hover auch laenger...

chefin 08. Mär 2021

Wie schaltest du ein Triebwerk eigentlich ab? Zündspule stromlos machen? Das ist noch...

spaceMonster 06. Mär 2021

Es war ein RUSH - Rapid unsheduled second hop

Skalli 04. Mär 2021

Naja, das ist, mit Verlaub, Blödsinn. Eine Mission hat immer primäre und sekundäre...



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