SpaceX: Starship erreicht Orbit mit Triebwerksausfällen
Mit dem 14. Flug des Starships(öffnet im neuen Fenster) sollten erstmals Starlink-Satelliten ausgesetzt werden. Das Starship hob um 14:48 Uhr mitteleuropäischer Zeit ab. Zwar war zu keinem Zeitpunkt eine Landung der ersten oder zweiten Stufe geplant, aber es sollte erstmals ein Orbit angeflogen werden, um 26 Starlink-Satelliten auszusetzen.
Beim Start kam es abermals zu mehreren Triebwerksausfällen. Die Kommentatoren gingen im offiziellen Livestream von SpaceX zunächst sogar von einem Abbruch der Mission vor dem Flug in den Orbit aus. Diese wurde dann aber doch fortgesetzt. Ein Raptor-Triebwerk versagte bereits beim Start der ersten Stufe, zwei zündeten später nach der Stufentrennung nicht mehr.
Dennoch gelang erstmals der Wiedereintritt und das Bremsmanöver der Super Heavy, wenngleich nur mit dem von SpaceX zuvor genannten Minimum von elf funktionierenden Raptor-Triebwerken. Die Raketenstufe wurde mit zuletzt fünf aktiven Triebwerken knapp über der Meeresoberfläche abgebremst, schwebte aber nur eine Sekunde mit drei Triebwerken.
Die kurze Schwebezeit wäre ausreichend für eine Landung mit Landebeinen, aber nicht für das aufwendige Landemanöver am Fangturm. Damit ist fraglich, ob die Nutzlast im Starship für dessen Leistung repräsentativ ist, zumal die Flugbahn nicht zur vollständigen Rückkehr ausreichte. Bereits bei Starship V2 war zu beobachten, dass SpaceX die Nutzlast im Starship erhöhte, nachdem keine Landungen der ersten Stufe mehr geplant wurden.
Mission wird vorzeitig abgebrochen
Am Starship wurde nach sieben Minuten und 18 Sekunden der Ausfall eines der Raptor-Vakuum-Triebwerke angezeigt. Erst 21 Minuten nach dem Start wurde letztlich entschieden, am höchsten Punkt der Flugbahn in 275 km Höhe dennoch einen Orbit anzufliegen und ein 18-sekündiges Manöver mit einem der verbliebenen Raptor-Triebwerke durchzuführen. Damit wurde der tiefste Punkt der Flugbahn auf 262 km über die Erdoberfläche angehoben und somit ein Orbit erreicht.
Anschließend wurden die 26 Starlink-Satelliten ausgesetzt, drei mit Kameras zur Inspektion des Starships. Der Orbit deckt lediglich geographische Breiten bis etwa 30 Grad nördlich und südlich des Äquators ab, damit kann etwa die Hälfte der Erdoberfläche nicht versorgt werden. Fast ganz Afrika gehört dazu, jedoch weder Europa noch der größte Teil der USA.
Das Starship sollte anschließend nach sechs vollen Orbits und einem knapp zehn Stunden dauernden Flug wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Eine Landung am Fangturm war auch im 14. Flug nicht geplant. Noch bevor der erste Orbit des Starships komplett war, wurde der vorzeitige Abbruch des Fluges vor Vollendung der zweiten Erdumrundung beschlossen.
Die Mission soll nun nach rund drei von geplanten zehn Stunden gegen 18 Uhr im Nordpazifik enden. Sechs Orbits wären nötig gewesen, um zum Fangturm zurückzufliegen.
Seit des ersten Startversuchs eines Starships sind drei Jahre und fünf Monate vergangen. Es wurde als schnell und vollständig wiederverwendbares System entwickelt. Kein Teil des Starships wird nach dem ersten orbitalen Flug wiederverwendet. Es hat mehr als die zehnfache Startmasse einer Falcon 9, im Vergleich zum Merlin-Triebwerk deutlich effizientere Raptor-Triebwerke und trägt etwa das Doppelte der Nutzlast einer Falcon 9.
Nachtrag vom 28. September 2026, 18:30 Uhr
Der Wiedereintritt des Starship war erfolgreich. Anders als beim letzten Flug waren weniger glühende Partikel zu beobachten, die vom Hitzeschutzschild abplatzten oder auf geschmolzenes Metall der Flügel- und Tankstrukturen hindeuten.
Beim Landemanöver wurden die beiden laufenden Triebwerke kurz vor Erreichen der Meeresoberfläche kurz nacheinander abgeschaltet. Anschließend explodierte das Starship, wie bei allen vorherigen Flügen, außer Flug 13. Damit wurde auch bei Flug 14 weder mit der Super Heavy noch mit dem Starship das notwendige Manöver für eine Landung am Fangturm demonstriert.
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