SpaceX: Starlink muss täglich 140-mal ausweichen

Das Internet-Satelliten-Netzwerk von SpaceX wächst kontinuierlich. Bereits jetzt sollen sich fast 4.400 Starlink-Satelliten im nahen Erdorbit befinden. In den nächsten Jahren sollen im Idealfall für SpaceX weitere 12.000 Satelliten ins Weltall gebracht werden. Derzeit hat das Unternehmen eine Freigabe für 7.500 Satelliten . Schon jetzt müssen die Satelliten aber etliche Ausweichmanöver fliegen.
In den letzten sechs Monaten waren es täglich durchschnittlich 137 Kollisionsvermeidungsmanöver, wie aus einem aktuellen Bericht ( PDF-Download(öffnet im neuen Fenster) ) der US-amerikanischen Bundeskommunikationskommission FCC (Federal Communications Commission) hervorgeht. Zwischen dem 1. Dezember 2022 und dem 31. Mai 2023 mussten die Starlink-Satelliten 25.299 Ausweichmanöver fliegen.
Die Ausweichmanöver wachsen exponentiell an
Innerhalb der letzten vier Jahre soll es zudem 50.000 potenziell gefährliche Annäherungen an ausgediente Satelliten, Weltraumschrott oder andere Raumfahrzeuge gegeben haben.
Bereits in der ersten Jahreshälfte 2021 mussten die Satelliten 2.219 Kollisionsvermeidungsmanöver durchführen, im darauffolgenden Halbjahr (Ende 2021) waren es 3.333. Im ersten Halbjahr 2022 verdoppelte sich die Anzahl der Manöver auf 6.873 - in der zweiten Jahreshälfte 2022 waren es dann 13.612.
"Im Moment verdoppelt sich die Zahl der Manöver alle sechs Monate. Sie hat sich in nur zwei Jahren verzehnfacht, und wenn man das hochrechnet, werden es im nächsten Halbjahr 50.000 sein, im darauffolgenden 100.000, dann 200.000 und so weiter" , erklärte Hugh Lewis Space.com(öffnet im neuen Fenster) . Er ist Professor für Raumfahrttechnik an der Universität Southampton in Großbritannien und führender Experte für die Auswirkungen von Megakonstellationen auf die Sicherheit im Orbit.
Wenn es so weitergeht, müssten die Satelliten im Jahr 2028 sogar eine Million Ausweichmanöver fliegen - und das innerhalb eines halben Jahres. Damit die Satelliten nicht mit anderen Himmelskörpern kollidieren, sind sie mit einer eigenen Software zur autonomen Kollisionsvermeidung ausgestattet. Dadurch sind sie gezwungen auszuweichen, wenn ein anderes Raumfahrzeug zu nahe kommt.
Bisher kam es zu keinen Unfällen. In Kritik stehen die Satelliten immer wieder. Zuletzt, weil sie Radiowellen in einen ihnen nicht zugeordneten Bereich abstrahlen . Dabei sind es nicht die einzigen Megakonstellationen, die in den nächsten Jahren entstehen sollen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenpralls wird damit ansteigen.



