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SpaceX: Neue Super-Heavy-Konstruktion versagt bei Starship-Start

Starship zeigt eine gute Landung – nach einem Flug mit Triebwerksausfällen und falscher Flugbahn. Die neue Super Heavy versagt bei der Stufentrennung.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Starship beim zwöften Start (Bild: SpaceX / Screenshot: Golem.de)
Starship beim zwöften Start Bild: SpaceX / Screenshot: Golem.de
Inhalt
  1. SpaceX: Neue Super-Heavy-Konstruktion versagt bei Starship-Start
  2. Echte Nutzlast des Starship bleibt fraglich trotz gutem Landemanöver

SpaceX hat in der Nacht zum Samstag den suborbitalen Testflug eines Starship der dritten Generation mit der Super Heavy durchgeführt. Der Flug fand nach vielen Verzögerungen und über einem halben Jahr Flugpause statt – und nur wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang. Der Livestream(öffnet im neuen Fenster) war auf der Webseite von SpaceX und X zu sehen, Associated Press zeigte die Originalfassung auf Youtube(öffnet im neuen Fenster).

SpaceX hat eine neue Starship-Generation und eine neue Infrastruktur zum Start aufgebaut. Neue Raptor-3-Triebwerke mit zehn Prozent mehr Schub erlauben ein größeres Startgewicht. Dabei wurde vor allem der unterdimensionierte Super-Heavy-Booster vergrößert, was die Abtrenngeschwindigkeit des Starship bei der Stufentrennung um über 1.200 km/h erhöhte, mit großen Leistungsvorteilen. Die Stufentrennung sollte, zur Treibstoffeinsparung beim Rückflug, in einem neuen Manöver auch schneller absolviert werden.

Aber die neue Super Heavy versagte nach der Stufentrennung vollkommen, als der größte Teil der Triebwerke nicht neu startete. Sie stürzte anschließend ab. Es war keine Landung mit Wiederverwendung vorgesehen. Aber die vollständige Neukonstruktion der Super Heavy sollte genau solche Triebwerksausfälle verhindern, die schon bei den ersten Testflügen auftraten. Dazu wurde eine riesige Treibstoffleitung in der Größe einer Falcon-9-Raketenstufe im Inneren der Super Heavy verbaut. Es hat nicht gereicht.

Triebwerksausfall führt zu niedriger Flugbahn

Im Flug fiel außerdem eines der 33 Raptor-3-Triebwerke der Super Heavy aus. Ein weiteres Triebwerk fiel im Starship aus, diesmal jedoch ohne interne Explosion, wenn auch mit außen sichtbarer Stichflamme; hier hat die neue Konstruktion funktioniert. Eine ähnliche Stichflamme war beim Ausfall des Triebwerks am Booster zu beobachten, was auch deutlich machte, dass Video und Telemetrie nicht synchron sind.

Die erreichte Flugbahn des Starship war zu niedrig, aber laut Live-Kommentar von SpaceX noch innerhalb der vorgesehenen Grenzen, die sich vermutlich auf eine ansonsten notwendige Selbstzerstörung bezogen. Der höhere Treibstoffverbrauch und die Triebwerksprobleme verhinderten anschließend die Demonstration einer Triebwerkszündung im Weltraum.

Rettung der restlichen Mission über Madagaskar

Wegen der sehr kurzen Flugdauer, das Starship trat schon über Madagaskar wieder in die Erdatmosphäre ein, war die Abweichung der Flugbahn dennoch klein genug für eine Korrektur. Mithilfe der Flügel, der großen Fläche des Starship und einem hohen Anstellwinkel konnte genug aerodynamischer Auftrieb generiert werden, um die Flugbahn bis zum Ende des Indischen Ozeans zu verlängern. Dabei stieg zwischenzeitlich sogar die Flughöhe des Starship während des Wiedereintritts an. Das Starship ist kein Segelflugzeug, aber für solche Korrekturen ausreichend aerodynamisch.

Anders als frühere Starship-Versionen schien Starship 3 beim Wiedereintritt auch vollständig intakt zu bleiben. Vor dem Wiedereintritt wurden 20 Testnutzlasten unbekannter Masse, aber mit den Abmessungen von Starlink-Satelliten, ausgesetzt. Alle Sprecher und Texte von SpaceX nutzten die festgesetzte Formulierung, dass es sich um Simulatoren der gleichen Größe handelt. Nur wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang, dem größten aller Zeiten, ist das ein sehr auffälliges Verhalten.

Nachdem die vorgesehene Landezone erreicht wurde, konnten die Tests der Flugmanöver vor der Landung am geplanten Landepunkt erfolgreich durchgeführt werden. Erstmals wurde auch gezeigt, wie das Starship bei der Landung mit einem laufenden Triebwerk für acht Sekunden über der Meeresoberfläche schwebte, was beim Auffangmanöver nötig ist. Bislang fehlten dazu Treibstoffreserven, die diesmal immerhin vorhanden waren.


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