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SpaceX: Musks wahnwitziger Plan, 10.000 Starships pro Jahr zu bauen

Das Starbase-Raketenwerk soll weiter ausgebaut werden. Elon Musk möchte mit 1.000 Starships zum Mars , doch SpaceX könnte noch mehr Raketen bauen.
/ Patrick Klapetz
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Eine Aufnahme vom Starship aus der Vogelperspektive (Bild: SpaceX)
Eine Aufnahme vom Starship aus der Vogelperspektive Bild: SpaceX

Im südtexanischen Boca Chica, mittlerweile in Starbase umbenannt , soll das mit Abstand größte Raketenwerk entstehen. Bereits jetzt befindet sich dort der gleichnamige Weltraumbahnhof Starbase des Privatunternehmens SpaceX. Zukünftig sollen hier 1.000 Starship-Raketen pro Jahr produziert werden(öffnet im neuen Fenster) .

Damit würde SpaceX alle anderen Raketenhersteller in den Schatten stellen. Nur China kam im letzten Jahr auf 93 Raketenstarts und liegt damit bereits weit hinter der aktuellen Startkadenz von SpaceX. Von der europäischen Trägerrakete Ariane 6 sollen 2027 dagegen nur zehn Exemplare produziert werden.

SpaceX soll zukünftig also etwa 2,7 Starships pro Tag produzieren. Doch laut Musk "wären sogar 10.000 Raumschiffe pro Jahr möglich" , schreibt er auf seiner Plattform X(öffnet im neuen Fenster) . Damit würde das Unternehmen 30 Raketen pro Tag produzieren.

Besiedlung des Mars

Die besagte Zahl von 1.000 Starship-Raumschiffen benötigt Musk für die Besiedlung des Mars. Der Konvoi soll in der Erdumlaufbahn betankt werden – ein Vorhaben, das SpaceX in diesem Jahr erstmals zwischen zwei Starship-Raumschiffen im Orbit erproben will – und anschließend während des optimalen Zeitfensters zum Mars aufbrechen.

Der rote Planet und die Erde stehen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Umlaufbahnen und der Orbitalmechanik nämlich nur etwa alle zwei Jahre so nahe, dass sich ein Marsflug lohnen würde. Der Konvoi soll in einer Welle von zehn Raumschiffen pro Tag zu seinem Zielort aufbrechen und das Starship soll nur 90 Tage benötigen, um den Mars zu erreichen .

Die Starships können aber auch für Flüge zu anderen Planeten genutzt werden sowie für die Rückkehr der US-Amerikaner zum Mond. Mit Artemis III soll Musks Starship zwei Astronauten auf die Mondoberfläche befördern. Der eigentliche Starttermin war für 2027 vorgesehen, doch SpaceX-Vertreter haben selbst schon gesagt , dass ein Start vor 2028 unwahrscheinlich sei.

Laut einer neuen Verordnung müssen die Amerikaner bis zum Jahr 2028 die Mondlandung meistern. Der US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einem Monat dieses Zeitfenster gesetzt – vor allem, damit die USA ihre Obrigkeit im Weltraum behalten und das Mondwettrennen mit den Chinesen nicht verlieren.

Ein wahnwitziges Unterfangen mit vielen Hürden

Jedoch stellen allein schon 1.000 Raketenstarts pro Jahr eine enorme Herausforderung dar. Selbst wenn die Produktionszahlen erreicht werden, braucht es genügend Treibstoff, um alle Raumschiffe in den Orbit zu befördern.

Immerhin verbrauchen die Raketen enorm viel Treibstoff, um der Erdschwerkraft zu entfliehen. Diese werden wiederum Tankstellen im Orbit mit Treibstoff versorgen müssen, damit die eigentlichen Raumschiffe – die nach ihrem Start in die Umlaufbahn ihre Reserven verbraucht haben – wieder aufgetankt werden können.

Diese Herausforderung lässt sich noch lösen, aber ein anderes Problem wird bleiben. Die Umweltbelastungen werden durch die Verbrennung von Methan enorm sein. Pro Start sollen etwa 2.800 Tonnen CO₂ entstehen und es wird zu enormen Ablagerungen von Wassermengen in der oberen Atmosphäre kommen.

Hinzu kommt noch die Bürokratie. Denn Musk kann seine Raketen nicht einfach nach Belieben starten. Er braucht dafür die Zustimmung der US-amerikanischen Flugaufsichtsbehörde FAA. Diese hat die jährlichen Starship-Starts aus Umweltgründen derzeit auf 25 Raketenstarts limitiert(öffnet im neuen Fenster) .

Das kann sich aber wieder ändern. Schon 2024 hatte die SpaceX-Präsidentin Gwynne sich dazu geäußert, dass sie sich nicht wundern würde, wenn SpaceX in den vier Jahren der Trump-Amtszeit bis zu 400 Starship-Starts durchführen könnte.


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