SpaceX: Machtkampf um das Starship und die Zukunft der Raumfahrt

Die neuste Präsentation des Starship von SpaceX war weniger eine Demonstration der Technik als ein Kampf um Genehmigungen und Überzeugung von Politikern.

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Künstlerische Darstellung des Starship auf der Startrampe: Schafft Elon Musk es noch auf den Mars?
Künstlerische Darstellung des Starship auf der Startrampe: Schafft Elon Musk es noch auf den Mars? (Bild: SpaceX/Screenshot: Golem.de)

Endlich gab es wieder ein Update zum Starship, um 3 Uhr früh, Mitteleuropäischer Zeit. Die letzte offizielle Präsentation von Elon Musk zum Starship ist immerhin über 2 Jahre her. Seitdem hat sich viel getan. Im April 2021 wurde das Starship offiziell zum Mondlander des Artemis Programms der Nasa. Im Mai wurde das Landemanöver nach vielen gescheiterten Versuchen erstmals erfolgreich demonstriert. Starship SN-20 steht zu einem Flug bereit. Und trotzdem hatte Elon Musk kaum Neues zum Starship zu sagen, denn die Probleme liegen anderswo.

Inhalt:
  1. SpaceX: Machtkampf um das Starship und die Zukunft der Raumfahrt
  2. Machtproben und menschliche Probleme

Vor der Präsentation wurde das Starship demonstrativ in voller Höhe auf der Spitze der 69 Meter hohen Super Heavy Raketenstufe aufgebaut. Ob das Starship, so wie es aufgebaut wurde, wirklich schon flugbereit ist, blieb unklar. Der Anblick war in jedem Fall beeindruckend. Es ist die größte Rakete aller Zeiten und sie soll vollständig wiederverwendbar sein. Elon Musk und die Atmosphäre im Publikum wirkten ruhig, als er über die bekannten Pläne zur Besiedlung des Mars mit dem Starship referierte, aber kaum Neues sagte.

Erstmals wurde das Raptor-2-Triebwerk offiziell vorgestellt, mit dem das Starship fliegen wird. Der Schub wurde von 185 Tonnen auf 230 Tonnen gesteigert und gleichzeitig der Aufbau vereinfacht. Während des Testprogramms machten die komplizierteren Raptor-Triebwerke immer wieder Probleme. Raptor 2 soll auch nur halb so viel kosten. Derzeit wird etwa ein Triebwerk pro Tag produziert. Die erste Raketenstufe soll mit 33 Triebwerken ausgestattet werden, die Zahlenangaben schwankten zuletzt zwischen 29 und 37.

Genehmigungen sind komplizierter als die Technik

Die Technik ist ein kompliziertes Problem, noch komplizierter ist es derzeit, die Fluggenehmigung für sie zu bekommen. Für die Testflüge benötigt SpaceX eine Unbedenklichkeitserklärung der Umweltbehörden, die noch nicht erteilt wurde. Sollte sie nicht erteilt werden, muss SpaceX ein komplexes Untersuchungsverfahren durchlaufen, das mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Elon Musk gab sich optimistisch, die Fluggenehmigung zu erhalten, aber es wurde deutlich, dass die gesamte Veranstaltung deshalb durchgeführt wurde.

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Ein Ausweichplan existiert. SpaceX hat noch ein freies Startfeld in Florida, das auch die Erlaubnis für den Start des Starship hat. Aber der Aufbau der dort notwendigen Infrastruktur, inklusive des Start- und Landeturms, den Musk als "nullte Raketenstufe" bezeichnet, dauert etwa acht Monate. Startgenehmigungen würden außerdem von anderen Benutzen von Cape Canaveral abhängen. Das machte in der Vergangenheit immer wieder Probleme, zumal diese versuchen könnten, SpaceX an der Entwicklung des Starship zu hindern.

Die Geschichte der Raumfahrt

Anders als in vergangenen Jahren kann SpaceX nicht auf Unterstützung der US-Bundesregierung oder der Nasa hoffen. Ganz im Gegenteil: Der neue Nasa-Administrator Bill Nelson war verantwortlich für die Durchsetzung der SLS-Rakete unter Barack Obama und US-Präsident Joe Biden nannte in seinen Reden zur Elektromobilität in der USA zwar Ford und General Motors, nicht aber Elon Musks Firma Tesla. Kathy Lueders verlor wegen der Entscheidung für das Starship als Mondlander ihren Posten als Chefin für menschliche Raumfahrt bei der Nasa.

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Machtproben und menschliche Probleme 
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leonardo-nav 18. Feb 2022

ui, coole seite. danke für den link :)

Geraldine 15. Feb 2022

Ich habe die Präsentation von Musk live verfolgt. Gehöre nicht gerade zur Elon Fangruppe...

desaboya 12. Feb 2022

Wieso sollte Musk dich beleidigen? oO

nuclear 11. Feb 2022

Man muss dazu sagen, dass die Genehmigung für SpaceX sich dort ursprünglich auf ein...



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