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Was gegen die Bewertung spricht

Das KUV von über 90 auf Basis der 2025er-Umsätze ist selbst für Wachstumsunternehmen historisch selten. Bei einem gleichzeitigen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar setzt die Bewertung voraus, dass dem Unternehmen eine fundamentale Transformation gelingt – von einem verlustschreibenden Konglomerat zu einer profitablen Infrastrukturplattform. Das kann gelingen; es ist aber nicht als Möglichkeit eingepreist, sondern als Gewissheit(öffnet im neuen Fenster).

Starship hat mehrere Testflüge erfolgreich absolviert, ist aber noch nicht im kommerziellen Betrieb. S-1 nennt einen möglichen Misserfolg der Starship-Entwicklung als das zentrale Risiko. Eine Verzögerung würde sowohl den Space-Segment-Umsatz als auch die Planungen für orbitale Rechenzentren zurückwerfen.

Regulatorische und geopolitische Abhängigkeiten

SpaceX benötigt zudem für sein Geschäftsmodell Startgenehmigungen der US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration), Frequenzzuteilungen internationaler Regulatoren und Marktzugang in Ländern, die Satelliteninternet restriktiv behandeln. Änderungen bei Exportkontrollregeln oder internationale Spannungen können das Wachstum von Starlink bremsen(öffnet im neuen Fenster).

Reputationsrisiken – etwa durch Musks öffentliche Aktivitäten außerhalb des Unternehmens – könnten den Aktienkurs außerdem unabhängig von der operativen Entwicklung beeinflussen. Hinzu kommen dokumentierte Interessenkonflikte mit Musks anderen Unternehmen sowie ein begrenzter Streubesitz von rund 3,5 bis 4 Prozent(öffnet im neuen Fenster).

Die Wettbewerber

Im Raketengeschäft tritt Jeff Bezos' Blue Origin mit dem New Glenn verstärkt an. Chinesische Raumfahrtprogramme bauen parallel zu Starlink konkurrierende Satellitenkonstellationen auf. Im KI-Bereich stehen Anthropic, OpenAI und Google Deepmind mit erheblichen Ressourcen im Wettbewerb um Inferenz-Infrastruktur(öffnet im neuen Fenster).

Chancen und Risiken im Vergleich
SegmentStärkeHauptrisiko
StarlinkProfitables Abo-Modell, 10,3 Mio. Abonnenten, Ebitda 7,2 Mrd. USDWettbewerb durch konkurrierende LEO-Konstellationen (Low Earth Orbit), Frequenzrisiken
Space (Raketen)90 % + Marktanteil bei wiederverwendbaren Trägersystemen, Starship-PotenzialStarship-Verzögerungen, FAA-Regulierung, Ausschreibungsrisiken
KI/xAIOrbitale Rechenzentren, Anthropic-Vertrag, Grok-InfrastrukturVerluste 6+ Mrd. USD p. a., Wettbewerb mit OpenAI/Google, unbewiesen
Governance-Dual-Class: Musk hält 85 % Stimmrechte, Interessenkonflikte dokumentiert

Profiteure: Weltraumaktien im Windschatten des IPO

Das SpaceX-Listing wirkt als Katalysator für den gesamten börsennotierten Weltraumsektor. Seit der SEC-Einreichung im Mai 2026 haben mehrere kleinere Raumfahrtunternehmen erheblich zugelegt – teils weit stärker als SpaceX selbst es nach seinem Börsengang kann, weil institutionelles Kapital, das den Sektor neu entdeckt, auch in liquide Nebenwerte fließt(öffnet im neuen Fenster).

AST Spacemobile (ASTS)

AST Spacemobile baut ein Satellitennetz auf, das Mobiltelefone direkt über 4G- und 5G-Standards mit Satelliten verbindet – ohne spezielle Hardware auf Nutzerseite. Das Unternehmen hat Kooperationsvereinbarungen mit AT&T und Verizon. Im SpaceX-S-1-Prospekt wird ASTS explizit als Wettbewerber im Direct-to-Device-Markt genannt – eine Erwähnung, die von Investoren als Bestätigung des Marktpotenzials gewertet wurde.

In den vergangenen zwölf Monaten legte ASTS rund 381 Prozent zu; das 52-Wochen-Hoch lag bei 133,80 US-Dollar. Die nächsten Meilensteine sind der Start der Bluebird-Satelliten 8, 9 und 10 per Falcon 9 im Juni 2026. Der Zeitpunkt für die vollständige US-Netzabdeckung wurde auf 2028 verschoben – was die Kursentwicklung zuletzt belastet hat. Das Unternehmen ist noch nicht profitabel(öffnet im neuen Fenster).

Rocket Lab (RKLB)

Rocket Lab ist neben SpaceX der einzige kommerzielle Anbieter mit regelmäßigen Orbitalstarts. Das Electron-Raketensystem ist die meistgestartete kleine Orbitalrakete weltweit. Zusätzlich zum Startgeschäft baut Rocket Lab Satellitenkomponenten und vollständige Raumfahrzeuge – ein Modell, das die Erlöse von einzelnen Starts entkoppelt(öffnet im neuen Fenster).

Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen US-Dollar – plus 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management bestätigte eine Umsatzguidance von 225 bis 240 Millionen US-Dollar für das zweite Quartal und einen Auftragsbestand von über 2,2 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon stammt aus Rüstungsaufträgen, darunter ein Vertrag über 816 Millionen US-Dollar für das Raketenabwehr-Satellitenprogramm der Space Development Agency. Rocket Lab legte in den vergangenen zwölf Monaten rund 425 Prozent zu. Die Aktie schreibt noch rote Zahlen – der Nettoverlust 2025 lag bei 198 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster).

Weitere Profiteure: RDW, LUNR, SATL

Auch Redwire (RDW), Intuitive Machines (LUNR) und Satellogic (SATL) profitierten deutlich vom SpaceX-Hype. Redwire produziert Komponenten für Raumfahrzeuge, Solarstrukturen und Systeme für die Fertigung im Orbit; das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 335 Millionen US-Dollar und peilt 2026 bis zu 500 Millionen an. RDW legte 2026 bislang über 240 Prozent zu.

Intuitive Machines betreibt Mondlander für das Nasa-Artemis-Programm, hat einen Auftragsbestand von über 1,1 Milliarden US-Dollar und legte in den vergangenen zwölf Monaten rund 267 Prozent zu.

Satellogic liefert Erdbeobachtungsdaten für Behörden und Militär und legte in sechs Monaten über 456 Prozent zu – ein Anstieg, der den spekulativen Charakter der Aktie unterstreicht(öffnet im neuen Fenster).


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