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KI-Segment: Wachstumswette mit Milliardenverlusten

Das im Februar 2026 durch die Fusion mit xAI entstandene KI-Segment ist der entscheidende Unsicherheitsfaktor. xAI entwickelt das KI-Modell Grok und betreibt Rechenzentren; hinzu kommen die Aktivitäten der Plattform X. Das Segment erzielte 2025 zwar rund 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz, verzeichnete aber operative Verluste, die deutlich über den kombinierten Gewinnen aus Raketen- und Starlink-Geschäft lagen. Die Kapitalausgaben allein im KI-Bereich summierten sich 2025 auf 12,7 Milliarden US-Dollar.

Auf Konzernebene weist S-1 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar für 2025 aus sowie einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 weitete sich der Nettoverlust auf 4,3 Milliarden US-Dollar aus – verglichen mit 528 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Treiber ist die KI-Expansion.

Bewertung: Hohe Erwartungen an die künftige Entwicklung

Eine Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar bei einem Jahresumsatz von 18,7 Milliarden ergibt ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von rund 94. Das KUV gibt an, wie viele Dollar Anleger bereit sind, für jeden Dollar Jahresumsatz eines Unternehmens zu zahlen – je höher der Wert, desto mehr Wachstum wird eingepreist.

Auf Basis der für 2026 projizierten Erlöse von 22 bis 24 Milliarden US-Dollar liegt das KUV noch zwischen 73 und 80. Zum Vergleich: Traditionelle Raumfahrt- und Verteidigungskonzerne wie Lockheed Martin werden mit dem 1,5- bis 3-fachen des Jahresumsatzes bewertet(öffnet im neuen Fenster).

Das Analysehaus Morningstar ermittelt auf Basis seiner Cashflow-Modelle einen fairen Wert von rund 780 Milliarden US-Dollar – deutlich unter der angestrebten Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. Das ist eine Einzelmeinung; andere Häuser bewerten den Konzern deutlich optimistischer. Dennoch zeigt das Spektrum der Einschätzungen, wie weit die Ansichten auseinandergehen(öffnet im neuen Fenster).

Die hohe Bewertung setzt voraus, dass Starlink weiter stark wächst, Starship den kommerziellen Betrieb aufnimmt und das KI-Segment die Verluste deutlich reduzieren kann. Enttäuschungen in einem der Bereiche würden die Bewertung unter Druck setzen.

Bilanzkennzahlen im Überblick
Kennzahl2025 (Ist)Q1 2026
Gesamtumsatz18,7 Mrd. USD (+33 %)4,7 Mrd. USD
davon Starlink11,4 Mrd. USD (61 %)ca. 3,0 Mrd. USD
bereinigtes Ebitda6,6 Mrd. USD1,1 Mrd. USD
Nettoverlust−4,9 Mrd. USD−4,3 Mrd. USD
Kapitalausgaben KI-Segment (Capex)12,7 Mrd. USDk. A.
Barmittel (per 31.12.)24,8 Mrd. USDk. A.

Kontrollstruktur zugunsten des Gründers

Der S-1-Prospekt dokumentiert offen, was für neue Aktionäre nachteilig ist: SpaceX verwendet eine Doppelklassenstruktur (Dual-Class) – dabei gibt es zwei Aktienklassen, wobei die Gründervariante ein Vielfaches des Stimmgewichts gewöhnlicher Aktien trägt.

Ergebnis: Elon Musk hält nach dem Börsengang rund 85 Prozent der Stimmrechte, obwohl sein wirtschaftlicher Anteil deutlich niedriger liegt. Öffentliche Aktionäre der Klasse A haben also faktisch keinen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen.

Das Prospekt benennt Interessenkonflikte ausdrücklich als Risiko: Musk führt neben SpaceX auch Tesla, die Tunnelbaufirma Boring Company und den Bezahldienst X.AI auf. Konzerninterne Transaktionen zwischen SpaceX, xAI und X/Twitter können zulasten öffentlicher Minderheitsaktionäre gehen. Laufende Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der xAI-Fusion werden im Prospekt mit Kosten von rund 530 Millionen US-Dollar beziffert(öffnet im neuen Fenster).

Hinzu kommt ein begrenzter Streubesitz (Free Float): Da der Emissionserlös von 75 Milliarden US-Dollar nur rund 3,5 bis 4 Prozent der angestrebten Gesamtbewertung entspricht, bleibt das handelbare Volumen zunächst gering(öffnet im neuen Fenster)


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